Oliver Keyser freut sich auf seine Aufgabe in der aufsuchenden Jugendarbeit in Peiting.
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Oliver Keyser freut sich auf seine Aufgabe in der aufsuchenden Jugendarbeit in Peiting.

Neuer Mitarbeiter vorgestellt

Peitinger Jugendarbeit wird mobiler

Sicherheitswacht oder doch besser Streetworker? Darüber gab es jüngst im Peitinger Gemeinderat unterschiedliche Ansichten. Das Rennen in der Abstimmung machte bekanntlich die Sicherheitswacht, doch auch in Sachen Jugendarbeit geht man in Peiting im wahrsten Sinn des Worts neue Wege.

Peiting – Eigentlich ist das Jugendzentrum in Peiting Anlaufstelle für die örtlichen Jugendlichen. Hier sollen sie ein offenes Ohr finden, sich austauschen oder einfach abhängen können. Seit Jahren ist dieses Angebot in der Marktgemeinde ein Erfolgsmodell. In der Coronakrise zeigten sich allerdings auch die Grenzen auf. Vier Monate lang musste die Einrichtung geschlossen werden, der Kontakt zu den Jugendlichen und die Arbeit mit ihnen war nur sehr eingeschränkt möglich. Die Folge: Statt unter Aufsicht in der Einrichtung trafen sich die jungen Leute vermehrt an anderen Plätzen der Gemeinde. Schon in seinem Jahresbericht im Juli hatte Juze-Leiter Jürgen Schaffarczik im Gemeinderat eingeräumt, dass die Jugendarbeit darauf reagieren müsse. „Ich sehe schon den Bedarf, dass wir mehr rausgehen.“ Dies sei freilich auch eine Frage des Personals, gab Schaffarczik allerdings zu bedenken.

Im Rathaus hat man diesen Hinweis offensichtlich ernst genommen. In der jüngsten Sitzung jedenfalls stellte Bürgermeister Peter Ostenrieder (CSU) Oliver Keyser als neuen Mitarbeiter des Jugendzentrums vor. Der Schongauer studiere aktuell im fünften Semester Soziale Arbeit in Benediktbeuern und werde künftig parallel dazu sich in der aufsuchenden Jugendarbeit in Peiting engagieren.

Oliver Keyser absolvierte im Peitinger Juze sein Praxissemester.

Was man sich unter seiner Aufgabe genau vorstellen muss, erläuterte der 22-Jährige den Räten anschließend gleich selbst. In erster Linie gehe es darum, wieder Kontakt zu den Jugendlichen herzustellen, sagte Keyser. Dazu werde er die jungen Leute an den Plätzen aufsuchen, auf denen sie sich in der Regel aufhalten und versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ziel sei es langfristig, gemeinsame Projekte zu planen und so die kreative Energie der Jugendlichen in geeignete Bahnen zu lenken. „Für mich ist das eine tolle Sache, da ich so auch Praxiserfahrungen sammeln kann“, sagte Keyser, der zuletzt im Peitinger Jugendzentrum seit März sein Praxissemester absolvierte und nun seine Tätigkeit für die Einrichtung als Werkstudent fortsetzt. Er kenne die Jugendlichen dadurch bereits, werde aber gleichzeitig aufgrund seines Alters nicht direkt mit dem Jugendzentrum in Verbindung gebracht – ein Vorteil, sagt sein Chef. Dazu bringe er das nötige Fachwissen mit, könne sich aber natürlich auch Rat beim Team holen. „Bei uns gibt’s immer einen doppelten Boden.“

Tätigkeit nicht mit Streetworker vergleichbar

Siebeneinhalb Stunden pro Woche wird Keyser in Peiting unterwegs sein, mal vormittags, mal abends, je nachdem wie es die Lage erfordert. Mit dem Vollzeitjob eines Streetworkers, wie er im Gremium gefordert worden sei, sei das natürlich nicht vergleichbar, sagt Schaffarczik. „Aber ich würde nicht sagen, dass das zu wenig ist. “ Schließlich würden auch die übrigen Mitarbeiter und auch er selbst Zeit in die aufsuchende Jugendarbeit investieren. Diese sei ohnehin nicht mit der Tätigkeit eines Streetworkers vergleichbar, welche ein ganz anderes Konzept verfolge. „Wir reden hier in Peiting auch nicht von einer Szene, sondern von ein paar Jugendlichen. Da sehe ich auch den Bedarf für einen richtigen Streetworker nicht.“

Ob das Angebot angenommen wird? Das müsse man abwarten, sagt der Juze-Leiter, der keinen Druck aufbauen will. „Wenn es nicht geht, dann geht’s nicht.“ Ein Versuch sei es in jedem Fall wert, betonte der Bürgermeister. Oliver Keyser jedenfalls freut sich auf seine neue Aufgabe: „Es ist eine spannende Herausforderung.“

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