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Das „ehemalige Lehrerhaus“ in der Bahnhofstraße war bislang als alternativer Juze-Standort gedacht.

Marktgemeinderat

Peitinger Jugendzentrum: Doch Neubau statt „Lehrerhaus“?

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Wie geht es weiter mit dem Jugendzentrum „Go in“? Diese Frage beschäftigt aktuell den Peitinger Gemeinderat. Nachdem eigentlich der Umzug ins „ehemalige Lehrerhaus“ beschlossene Sache war, scheint jetzt doch alles auf einen Neubau hinauszulaufen.

Peiting – Seit 28 Jahren ist das Peitinger Jugendzentrum eine beliebte Anlaufstelle für die Jugendlichen des Ortes. Doch so gut die Arbeit ist, die dort geleistet wird, so schlecht ist es um den baulichen Zustand der Räumlichkeiten in der Lorystraße bestellt. Schon 2015 hatte sich der Gemeinderat deshalb mit einer alternativen Unterbringung der Freizeiteinrichtung beschäftigt und einen Grundsatzbeschluss für einen Umzug in das gemeindeeigene „ehemalige Lehrerhaus“ in der Bahnhofstraße 18 gefasst.

Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt vermietet, weshalb die Gemeinde Anfang 2016 den drei dort wohnenden Parteien kündigte. Vor allem die Heys traf die Kündigung hart. Die fünfköpfige Familie wohnte bereits seit 25 Jahren in dem 1928 erbauten Haus an der Bahnhofstraße (wir berichteten).

Fast zwei Jahre später ist das Jugendzentrum immer noch an Ort und Stelle im angemieteten Gebäude in der Lorystraße, ein Umzug in die Bahnhofstraße nicht in Sicht. Und einiges deutet darauf hin, dass es zu diesem auch nicht mehr kommen wird. In der jüngsten Gemeinderatssitzung fand sich ein Antrag der SPD zum Neubau eines Jugendzentrums auf der öffentlichen Tagesordnung, dessen Behandlung Bürgermeister Michael Asam jedoch in den nichtöffentlichen Teil verschob. Begründung: Die anderen Fraktionen seien nicht ausreichend über die Hintergründe informiert.

Tatsächlich bezog sich der SPD-Vorstoß nach Information der Heimatzeitung auf Erkenntnisse, die Jugendreferent Alexander Zila (SPD) im Sommer bei einem Ortstermin mit Jugendamt und Marktbauamt im ehemaligen Lehrerhaus gesammelt hatte. Dabei stellte sich offenbar heraus, dass ein bedarfsgerechter Umbau des Gebäudes für das Jugendzentrum samt neuem Anbau deutlich teurer käme als bislang gedacht. „Nach aktuellem Stand ist es fraglich, ob wir das Gebäude als Jugendzentrum nutzen können“, bestätigt Asam auf Nachfrage der SN. Weil weder Zila noch das Marktbauamt den neuen Sachstand an die Gemeinderäte weiterleiteten, wurde darüber in der letzten Sitzung erst einmal hinter verschlossenen Türen gesprochen.

Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, betont Asam. „Wir brauchen jetzt erst einmal eine genaue Kostenaufstellung.“ Sollte sich allerdings bewahrheiten, dass ein Umbau finanziell keinen Sinn mache, werde man sich mit dem Thema Neubau beschäftigen. Darin sei man sich im Gremium einig gewesen.

Für Familie Hey kommt diese Entwicklung zu spät. Sie ist mittlerweile aus dem ehemaligen Lehrerhaus ausgezogen. In der Erdgeschosswohnung leben nun anerkannte Asylbewerber. Im Nachhinein betrachtet sei das unglücklich gelaufen, räumt der Bürgermeister ein. „Wir hatten damals die Information, dass das Haus für das Jugendzentrum in Ordnung wäre. Deshalb wollten wir es möglichst bald mietfrei bekommen.“ Die Kündigungen der beiden anderen Familien habe die Gemeinde zwischenzeitlich zurückgezogen, nachdem diese keine adäquate neue Bleibe gefunden hätten, so Asam.

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