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Gespannt verfolgen Schülerinnen und Schüler der 10M sowie die Gäste die Premiere ihrer Kurzfilme des Projektes „Here’s my story“. Vorne links Klassenleiterin Annemarie Wolf, die das Projekt an Land gezogen hat.

Peitinger Mittelschule

Trauerbewältigung, Muskeln und Dirndl

Peiting – Vier Tage lang arbeiteten 22 Schüler der Klasse 10M der Peitinger Mittelschule an dem Projekt „Here’s my story“, das von drei Coaches und einem Fotografen des Bayerischen Rundfunks unterstützt wurde. Das Ergebnis nach der Präsentation im voll besetzten Sparkassensaal: Ein grandioser Erfolg.

Die Klassenleiterin der 10M als Metzgerei Fachverkäuferin? So mit weißer Kittelschürze hinter der Wursttheke? Nicht vorstellbar? Doch, super ins Licht gerückt. Und zwar bei dem Projekt ihrer Schüler in einem der Kurzspots ist sie als Darstellerin zu sehen. Die Zuschauer sind vom Ergebnis dieser Woche begeistert, die Schüler noch mehr.

Das Geheimrezept, eigentlich ganz simpel, aber beeindruckend effektiv. In 22 eigenen Geschichten erzählt jeder Dinge, die er vielleicht vorher noch nie jemanden erzählt hat. Erzählt, was vielleicht vorher noch nie jemand wissen wollte. Diese Geschichte wird in einer Eigenproduktion verfilmt, mit eigenem Text gesprochen und mit Geräuschen und Musik untermalt. Wie gesagt, die Schüler produzieren, die Coaches unterstützen. Die Spannung im Saal steigt. Schulleiter Jochen Böhm erinnert an das Thema. „Wo komme ich her, wo will ich hin.“ Jeder der Schüler kennt sein eigenes Projekt, keiner das der anderen. Alles bis dahin „Top Secret“ für Schüler und Pauker. Joann Akoyun und Madlen Schweiger, selbst am Projekt beteiligt, informieren, dass die Kurzfilme nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden.

Die beiden Schülersprecherinnen Joann Akoyun und Madlen Schweiger überraschen im Namen aller Mitschüler der 10M mit einem eigenen Projekt ihre Coaches.

In Richtung Coaching Team des BR geht von den beiden Schülersprecherinnen ganz dicker Dank für eine unvergessliche Woche. So unterschiedlich wie Menschen eben fühlen und empfinden, so unterschiedlich die Projekte. Dabei erstaunlich, wie viel man in zwei Minuten Film verstauen kann. Ross, Trachtler, Flügelhorn die Stichpunkte von Theresa, die sich mit ihrer Freizeit befasst. Dabei stolz auf ihr erstes Solo auf dem Instrument. Vorurteile abbauen bei einem Besuch eines Musikfestivals. Über vier Tage lang mit wildfremden Menschen zusammensein beeindruckt Sophia. Ein Unfall mit dem Moped bei der Fahrschulfahrt und dessen Folgen beschäftigt Alex. Bei Angie sind es Leseprobleme, die sie durch ihre Schwester überwindet, bei Marius sind es die Muskeln, die aktiviert werden, um ein Ziel zu schaffen. Alles einfallsreich verpackt und dargestellt. Auf das geliebte Bayernland geht danach Antonia ein. Gedanken über ihren Traumberuf als Dirndlschneiderin. Und ob ein Fragebogen wirklich alles ans Licht bringt, wählt sich Joann. Johannes besteigt den Gipfel. Erkämpft sich das Gefühl von unbeschreiblicher Freiheit. Sein Fazit, das Ziel nie aus den Augen lassen. Mit wunderschönen Bildern untermalt. Dann absolute Ruhe. Fast schon Schockstarre des Publikums im Saal.

Anna erzählt in den bewegenden zwei Minuten die Zeit, in der sie nach dem Tod ihres geliebten Bruders versucht, ihre Mutter und ihre Schwester wieder aufzubauen. Das Mädchen mit damals 13 Jahren schafft es. Dank ihrer eigenen Stärke und ihrer Lehrer. Emotional und überaus beeindruckend der Film. Weiter Projekte folgen. Sehr interessante Geschichten, die unbedingt angesehen werden müssen. Das ist in zirka drei Wochen möglich. Einfach ins Internet gehen und über den Bayerischen Rundfunk das Projekt „Here’s my story“ anklicken.

Bis jetzt einmalig war bei der BR-Aktion die Klasse 10M selbst. Sie bedankt sich bei der Klassenleiterin und den Coaches mit einem Spot, von dessen Dreharbeiten niemand etwas mitbekommen hat. Da waren selbst die Profis platt.

Hans-Helmut Herold

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