Die Peitinger Musik-Lehrer: Das Bild wurde vor Corona aufgenommen. In der Mitte: Koordinator Andreas Fuchs.
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Die Peitinger Musik-Lehrer: Das Bild wurde vor Corona aufgenommen. In der Mitte: Koordinator Andreas Fuchs.

Dank Online-Stunden und ausreichend Abstand

Peitinger Musiklehrer: Kein Corona-Blues

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Der Förderverein „Musik in Peiting“ hat sich dank Online-Stunden und Musik auf Abstand gut über die Corona-Zeit gerettet. Wir haben mit Lehrer-Koordinator Andreas Fuchs über diese schwere Zeit für Musiklehrer gesprochen und festgestellt: Von Corona-Blues kann trotz allem keine Rede sein.

Peiting – Gerne würde uns Klavierlehrerin Katja Brandl-Koehlen hereinbeten, um den zauberhaften Klängen ihrer Musikschülerin zu lauschen. Corona-bedingt bleibt für uns die Tür zum katholischen Pfarrsaal an diesem Tag geschlossen. Durch die Scheiben hindurch beobachten wir, wie Klavierunterricht in Peiting dieser Tage funktionieren kann: Hinter’m durchsichtigen Gesichts-Schutzschild erklärt die Lehrerin am Flügel in Richtung Schülerin.

Die sitzt in großem Sicherheitsabstand am E-Piano – verborgen hinter einer Maske und klimpert sich vorsichtig über die Tasten hin zur Melodie. Noch nie war der Abstand bei einem vierhändigen Übungs-Menuett so groß.

Schülerzahl ist steigend

„Das E-Piano habe ich extra organisiert, der Flügel würde durch die Desinfektion kaputt gehen“, erklärt uns Brandl-Koehlen später am Telefon. Wie alle anderen Musiklehrer ist sie froh, dass nach dem Lock Down und Online-Unterricht überhaupt wieder etwas vorwärts geht. in der persönlichen Mission Musik.

Wir treffen uns mit Andreas Fuchs. Auf Abstand, versteht sich. Er koordiniert und organisiert den Zusammenschluss der Peitinger Musiklehrer. Das Krisen-Jahr, das hätten sie bislang mit ein paar blauen Flecken ganz gut überstanden, bilanziert er. Immerhin: Mit insgesamt 220 Schülern, die die Peitinger Musiklehrer insgesamt unterrichten, ist die Tendenz bei der Schülerzahl sogar leicht steigend. Bei den Lehrern halten sich die Zahlen mit 15 konstant.

Neue Perspektive für die Zukunft

Andreas Fuchs hofft inständig, dass alles so bleibt. Schließlich haben die Musiklehrer in der Krise ihr Bestes gegeben, um den Betrieb irgendwie aufrecht zu erhalten. Selbst Koordinator Fuchs war „erstaunt, wie schnell die meisten Kollegen sich auf den Online-Unterricht eingestellt haben – auch die älteren Semester“. Der Dank: Die Rückmeldungen der Schüler sind dafür durchwegs positiv ausgefallen. Den reellen Unterricht ersetzt das freilich nicht, betont er.

Fast alle Schüler haben trotzdem gerne beim Fern-Unterricht mitgemacht. „Die waren froh, dass was passiert ist.“ Viele kreative Lösungen seien auf diesem Wege zustande gekommen. „Das muss man auch als neue Perspektiven für die Zukunft sehen.“

Alle Veranstaltungen ausgefallen

Seit Mitte Mai darf der Unterricht auf Abstand wieder laufen. Tatsächlich hätte es vereinzelt Kündigungen gegeben. Wenn sich bei manchen Eltern finanzielle Engpässe ergeben, ist das jetzt auch bei „Musik in Peiting“ zu spüren. „Klar hatten wir Bedenken, dass uns was wegbricht“, räumt Andreas Fuchs ein. Auch wenn die Hoffnung da sei, dass die Eltern doch hinter dem Musikunterricht in Peiting stehen und an dieser Stelle nicht als erstes den Familien-Brotkorb höher hängen.

Tatsache ist: Die Peitinger Musiklehrer spüren deutlich, dass die Nachfrage nicht so groß ist wie in den Vorjahren. Das dürfte freilich vor allem an der fehlenden Präsenz von Lehrern und Schülern in diesem Jahr in der Öffentlichkeit liegen. Schnuppertag, Vorspiele, Sonder-Konzerte: Wegen Corona alles ausgefallen.

Für Herbst hofft Andreas Fuchs mit seinem Lehrer-Team darauf, dass es in Sachen Unterricht weiter in diesem relativ normalen Rahmen ablaufen kann – insofern man den Unterricht hinter Maske und an verschiedenen Instrumenten als normal bezeichnen kann. Die Zukunft der Ensembles und auch der Musikalischen Früherziehung indes ist weiter ungewiss.

Bereicherndes Element für den Ort

Für die Peitinger Ensembles war es heuer ein ruhiges Jahr. Wegen Corona findet auch jetzt noch kein Unterricht statt. Die Abstände können wegen zu kleiner Proberäume nicht eingehalten werden. Ob Blechblasensemble, Knappschaftskapelle, Kirchenchor, Percussionensemble, Orchester, Streichensemble oder Bandworkshop: Dank der guten lokalen Vernetzung ist der Förderverein „Musik in Peiting“ ein bereicherndes Element für das Peitinger Ortsleben.

Die Arbeitsgemeinschaften und die Knappschaftskapelle wiederum rekrutieren ihre Mitglieder aus dem Einzelunterricht. Klar: „Wenn jemand Blockflöte lernt, ist er irgendwann vielleicht auch für Querflöte zu begeistern.“

Bei aller Ungewissheit, wie es mit dem gemeinsamen Musizieren in Peiting weitergeht: Ein Corona-Blues ist bei Andreas Fuchs keinesfalls zu verspüren. Es überwiegt die Zuversicht in diesen unsteten Zeiten.

Info: Alle Informationen zum Förderverein „Musik in Peiting“, zum Unterricht an den Instrumenten, zu den Lehrern, Aktionen und aktuellen Entwicklungen gibt es auf der Homepage unter www.peitinger-musiklehrer.de nachzulesen.

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