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Zur Eröffnung seiner „Graficum“- Kunstschule konnte Peter Mayr (li.) zahlreiche Gäste begrüßen. Die Laudatio hielt Annette Luckner (2. v. l.).

Im „Graficum“

Peitinger Künstler Peter Mayr gründet eigene Kunstschule

Die Marktgemeinde Peiting hat jetzt eine Kunstschule: Nach sieben Jahren Lehrtätigkeit an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau hat sich der Peitinger Künstler Peter Mayr selbstständig gemacht. Im „Graficum“ wird künstlerische Weiterbildung in verschiedensten Techniken angeboten.

Peiting – „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser“, antwortete Peter Mayr auf die Frage, wie es ihm mit der neuen Selbstständigkeit geht. Es sei immer ein Risiko, etwas Neues zu gründen, aber nach der – zugegebenermaßen – schönen Zeit an der Schule in Oberammergau sei es jetzt auch schön, sich seine Zeit wieder selber einteilen zu können. Zudem gehört er seit einiger Zeit zum Team des Projekts „Stoa 169“, der Künstlersäulenhalle, die in Polling entstehen soll. Dort ist er für die Produktion verantwortlich.

Zur Einweihung und zum Tag der offenen Tür im „Graficum“ konnte Mayr zahlreiche Gäste begrüßen. Darunter Laudatorin und Peitinger SPD-Bürgermeisterkandidatin Annette Luckner, die selbst ein paar Semester Kunstgeschichte studiert hat. Mayr hatte sie über Facebook kennengelernt, wo sie auf seine „Zündkerze, die wirklich brennt“ gestoßen war.

Den Gegensatz zwischen Künstlern und Politikern beschrieb Luckner so: „Politiker müssen mit Worten begeistern, Künstler schaffen das mit einem Bild.“ Peter Mayr habe mit dem „Graficum“ in Peiting etwas Besonderes geschaffen: „Ich hoffe, dass die Leute ohne Scheu kommen“, so Luckner.

Tag der offenen Tür 

Beim Tag der offenen Tür konnten die Besucher zumindest schon einmal ohne Scheu einigen ehemaligen Schülern von Peter Mayr bei der künstlerischen Arbeit über die Schulter schauen. Das im „Graficum“ gebotene Programm reicht von Beratungsangeboten und Werkbesprechungen über Seminare und Workshops bis hin zu fachübergreifenden Vorträgen. Das Kernprogramm bilden laut Mayr Zeichenkurse, ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Konzipierung oder beratenden Begleitung von Bewerbungsmappen für die erfolgreiche Bewerbung an weiterführenden Institutionen wie Akademien, Hochschulen oder gestalterischen Fachschulen.

In Blockseminaren für manuelle Drucktechniken wie Monotypie, Radierung, Siebdruck und Holzschnitt werden Grundkenntnisse im Umgang mit Technik und Maschinen vermittelt. Für erläuternde Einführungen als Ergänzung zur praktischen Arbeit über kunsthistorische Zusammenhänge, Stilepochen oder Besprechungen von Werken bekannter Künstler steht ein Seminarraum zur Verfügung. Daneben gibt es ein professionell ausgestattetes Atelier mit zwei Radierpressen, einer Buchdruckpresse, einer Siebdruckmaschine mit Rakelführung, einer Stoffdruckmaschine und einer großen Auswahl an Papieren, Farben und Arbeitsmitteln.

Die Rahmenbedingungen für kreatives Schaffen sind also vorhanden: „Das Wichtigste, was kreative, aufgeschlossene und neugierige Interessenten mitbringen sollten, ist die Freude an schöpferischen Prozessen und ein wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“, so Mayr. Weitere Informationen und Termine gibt es auf der Website www.graficum.art.

VON URSULA FRÖHLICH

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