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Sowohl in seiner Praxis in Peiting , als auch an der Piste ist Dr. Heinz Kusche für die deutschen Snowboarder da. Am Freitag geht’s für ihn zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang. 

Peitinger Sportmediziner bei Olympia

Dr. Heinz Kusche: Der Arzt, dem die deutschen Snowboarder vertrauen

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Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea  haben begonnen: Mit dabei ist auch ein Peitinger . . . . 

Peiting– Wenn am Freitag die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang begonnen haben, wird auch ein Peitinger ganz nah dabei sein. Dr. Heinz Kusche, der in der Marktgemeinde seit 2015 gemeinsam mit zwei weiteren Ärzten eine Praxis für Chirurgie, Orthopädie und Sportmedizin betreibt, wird sich in Südkorea als Teil des medizinischen Betreuerstabs um das Wohlergehen der deutschen Sportler kümmern. Für den 49-Jährigen ist es bereits die vierte Olympia-Teilnahme.

Die Vorfreude, sie hat auch Heinz Kusche längst ergriffen. Ein Großereignis wie Olympia bleibt eben immer etwas Besonderes, selbst wenn man wie der in Peiting praktizierende Sportmediziner am Freitag quasi als Routinier in den Flieger nach Südkorea steigt. Schon in Turin, Vancouver und Sotchi gehörte Kusche zum Ärzteteam der deutschen Olympiamannschaft. Seit 2000 betreut er die deutsche Snowboard-Nationalmannschaft als Verbandsarzt. „Da gehört es dazu, dass man seine Sportler auch bei Olympia begleitet“, sagt der Sportmediziner.

Sowohl in seiner Praxis in Peiting , als auch an der Piste (hier beim Weltcup im Dezember in Schruns) ist Dr. Heinz Kusche für die deutschen Snowboarder da. Am Freitag geht’s für ihn zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang. 

Was ihn vor Ort in Südkorea erwartet? „Hoffentlich nicht viel Arbeit“, sagt der 49-Jährige augenzwinkernd. Am besten sei schließlich, wenn alle Athleten gesund blieben. Die Realität jedoch dürfte anders aussehen, das weiß auch der Peitinger Sportmediziner. Egal ob Snowboard-Cross, Parallel-Riesenslalom, Halfpipe oder Big Air-Contest: Bei allen Disziplinen, für die sich die insgesamt 13 deutschen Wintersportler qualifiziert haben, geht es ordentlich zur Sache, da könne immer etwas passieren, so Kusche. So manch einen der deutschen Snowboard-Asse hat der Peitinger nach Verletzungen im Schongauer Krankenhaus wieder hergestellt.

Im olympischen Dorf, wo Kusche und seine Kollegen gemeinsam mit den Athleten wohnen, steht den Ärzten ein gut ausgestattetes Medizinzentrum zur Verfügung. Doch nicht nur bei Verletzungen sind die Sportmediziner gefragt. „Wir kümmern uns auch um ganz normale Krankheiten wie Erkältungen“, erklärt Kusche. Wegen der aktuellen Kältewelle in Pyeongchang, wo das Thermometer teils unter minus 20 Grad fällt, sei die Gefahr für Infekte besonders groß.

Auch der Peitinger hat sich für die arktischen Bedingungen gewappnet. „Am wichtigsten sind warme Kleidung und beheizbare Socken“, sagt er lachend. Denn fast jeden Tag wird der 49-Jährige an der Piste verbringen, sei es beim Training, Qualifikation oder den Wettkämpfen. „Da wird’s beim Rumstehen schon sehr kalt.“

Warm dürfte es dem Sportmediziner indes werden, sollten die deutschen Snowboarder ganz nach vorn aufs Podest fahren. „Natürlich fiebert man da voll mit an der Strecke“, spricht der Peitinger aus Erfahrung. Die Chancen, dass das Team die ein oder andere Medaille holt, hält Kusche durchaus für gegeben. „Wir haben einige heiße Eisen im Feuer.“ Etwa Anke Wöhrer, die in Sotchi vor vier Jahren Silber im Parallel-Riesenslalom gewann.

Genießen wird der 49-Jährige seinen Trip nach Asien aber so oder so. „Es ist wie eine große Familie, man trifft immer viele Bekannte“, freut sich Kusche auf die kommenden zwei Wochen. Der oft beschworene olympische Gedanke, er sei im Dorf tatsächlich zu spüren. Und was sagen seine drei Kinder dazu, dass sie solange auf ihn verzichten müssen? Kusche lacht: „Die sind schon groß und finden es ganz cool, dass der Papa das machen kann. Und sie freuen sich, dass sie danach ein paar Olympia-Klamotten abstauben können.“ 

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