Im Kreise der Familie feierte Therese Großmann (vorne Mitte) ihren 90. Geburtstag. Von links: Die Töchter Heidi Dehmer und Monika Glas, Zweiter Bürgermeister Franz Seidel, Enkel Manfred Boudreaux-Dehmer mit seinem Mann Daniel Boudreaux-Dehmer. Foto: uf

Peitinger Urgewächs Therese Großmann feiert runden Geburtstag 

Mit 90 noch voller Lebensfreude

Im Kreise der Familie feierte Therese Großmann ihren 90. Geburtstag. Zweiter Bürgermeister Franz Seidel gratulierte im Namen der Gemeinde.

Peiting – Therese Großmann ist ein richtiges Peitinger Urgewächs. Besser bekannt unter dem Namen „Brunnenbauer Resi“, wuchs sie als ältestes von drei Geschwistern auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Freistraße auf. Vor dem Haus war früher ein Brunnen, an dem die Nachbarn ihr Wasser holten, weswegen der Hof „Brunnenbauer“ genannt wurde. Ihre Jugend war geprägt von der Arbeit auf dem elterlichen Hof. Mit dem Fahrrad ging es im Sommer von einem Feld zum anderen. Vom Weidenschorn bei Ramsau bis nach „Eiwärts“ im Peitinger Filz.

Im jungen Alter von 18 Jahren heiratete sie Herbert Großmann. Den Ostpreußen hatte eine Kriegsverletzung ins Lazarett nach Peiting geführt, später arbeitete er als Knecht und wohnte beim Nachbarn gegenüber. Näher kamen sich die beiden, als der gelernte Kfz.-Mechaniker die Spielzeugeisenbahn von Resis jüngeren Brüdern reparierte und sich sofort in das hübsche Mädchen verguckte. „Da waren mehrere Besuche notwendig, um die Reparatur abzuschließen“, erzählt Enkel Manfred Boudreaux-Dehmer, der die Geschichte oft von seinen Großeltern gehört hat. Zum Geburtstag kommt er jedes Jahr aus seinem Wohnort Vancouver (Kanada) zu Besuch.

24 Jahre lang wohnte Therese Großmann mit ihrer Familie im Peitinger Feuerwehrhaus, wo ihr Mann als Hausmeister, Gerätewart und Mechaniker tätig war. Zusammen bewirtschafteten sie das Florian-Stüberl. Ihr Mann wurde für seinen Einsatz mit der Bürgermedaille ausgezeichnet, bevor er 1995 verstarb. Therese Großmann war der „gute Geist des Hauses“ und damit beschäftigt, die schweren Feuerwehrschläuche zu waschen und im Schlauchturm nach oben zu ziehen. Außerdem kümmerte sie sich um die Abzeichen und Knöpfe an den Uniformen. Handarbeiten waren immer ihre Leidenschaft, was jetzt nicht mehr möglich ist.

Eine weitere Leidenschaft war das Reisen. Zusammen mit ihrer Tochter wurde sie zur Weltenbummlerin, reiste in die USA, Brasilien, Mexiko, Kanada und machte Kreuzfahrten und Städtetouren. Tochter Heidi Dehmer erinnert sich noch gut daran, wie ihre Mutter auf einer Kreuzfahrt den zweiten Preis bei einem Limbo-Wettbewerb abräumte, an dem sie mit ihrem Elektromobil teilnahm. Diese Lebensfreude und eine Portion trockenen Humor hat sie sich bis heute erhalten, auch wenn vieles nicht mehr so geht wie früher. „Heiße Hände, kalte Liebe“, antwortet sie mit einem Sprichwort-Verdreher auf die Feststellung ihres Enkels, dass sie sehr warme Hände habe.

Ihren Geburtstag feierte sie mit den beiden Töchtern, drei Enkeln und sechs Urenkeln mit Familien in der Cafeteria des AWO-Seniorenzentrums, wo sie 13 Jahre als ehrenamtliche Helferin für Rollstuhlfahrer mitgearbeitet hat.

Ursula Fröhlich

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