Neues Erdbeben in Mexiko

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Vier Jahre muss der 56-jährige Peitinger ins Gefängnis.

Peitinger veruteilt

Vier Jahre Haft für Kindesmissbrauch

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Das Landgericht München II hat gestern einen 56-jährigen Kraftfahrer aus Peiting wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sowie Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Damit blieb die Jugendstrafkammer von Regina Holstein ein Jahr und neun Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Peiting Mehrfach schlug der Angeklagte die Hände vor das Gesicht. Es war nicht die Verkündung der verhängten Haftstrafe, die ihn besonders hart getroffen haben dürfte, sondern das Ausmaß der Folgen für die Kinder, welche die Vorsitzende Richterin ihm in ihrer knapp einstündigen Urteilsbegründung vor Augen hielt.

Was er insbesondere seiner Großnichte angetan hatte, die mit ihrer Persönlichkeit viel weiter wirkte als die Stieftochter und dabei doch so immens unsicher war, brachte die Richterin mit der Analysefähigkeit einer Psychiaterin auf den Punkt. Die erst Zwölfjährige mit ihrer vermeintlich kessen Lippe und der aufreizenden Kleidung hatte demnach den Angeklagten gereizt – der damals, im Jahr 2015, längst wusste, dass er durch den Anblick junger Mädchen gefährdet war.

Drei Jahre war es da her, dass er sich an seiner Stieftochter vergriffen, sie sogar vergewaltigte hatte. Nur die aus Sicht von Juristen ungeschickte Formulierung des Vorfalls durch das Mädchen hatte die Tat so abgeschwächt erscheinen lassen, dass die Inhaftierung des 56-Jährigen kurzfristig aufgehoben worden war.

Die Richterin sprach ihr Urteil aus Sicht der Opfer, allesamt junge Menschen in der Entwicklung. Der Familienvater, so hielt sie dem Angeklagten vor Augen, hätte wissen müssen, dass sich eine junge Frau für ihr erstes Mal lieber einen Mann ihrer Wahl ausgewählt hätte. Das Opfer müsse sich zeitlebens an einen alten, grauhaarigen Mann erinnern.

Die damals 14-Jährige hatte 2012 zunächst keine Anzeige erstatten wollen, entschied sich dann aber anders, weil sie mitbekommen hatte, dass der 56-Jährige ein neues Opfer aus der Familie ausgesucht hatte. Die 12-jährige Großnichte seiner Lebensgefährtin kam frühreif und großmäulig daher. Ein Pubertätsgehabe, das die ganze Zerbrechlichkeit verstecken sollte. Tatsächlich hatte das Mädchen große psychische Probleme, war verhaltensauffällig und kam später auch in die Psychiatrie. „Und was macht er?“, fragte die Richterin bildlich in den Gerichtssaal, ohne eine Reaktion zu erwarten. „Er bringt sie noch mehr aus der Spur“, lieferte sie die Antwort selber hinterher.

Zugute wurde dem Angeklagten sein Geständnis gehalten. Damit mussten die Opfer nicht die komplette Verfahrensmühle wie mehrfache Vernehmungen, Glaubwürdigkeitsgutachten usw. durchmachen. Außerdem ließ sich der 56-Jährige auf einen Vergleich über 15 000 Euro ein. Mit dem haben die jungen Frauen zumindest einen Titel in der Hand, den sie eines Tages gegen ihn vollstrecken könne, falls er jemals wieder zu Geld kommt. Ein wahrer Täter-Opfer-Ausgleich ist das natürlich nicht.

Im Gegenzug blieb das Gericht mit seiner Freiheitsstrafe von vier Jahren an der unteren Grenze.

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