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Peitinger Wellenfreibad: Bürger setzen sich in offenem Brief für Öffnung ein

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Gemeinsam haben die Familien Reis und Schleich aus Peiting ihren Wunsch vor dem geschlossenen Peitinger Freibad aufgebaut
Gemeinsam haben die Familien Reis und Schleich aus Peiting ihren Wunsch vor dem geschlossenen Peitinger Freibad aufgebaut: Sie hoffen, dass man sich im Rathaus nochmal für kreative Lösungen öffnet, um vielleicht doch noch ein bisschen Badespaß nach Peiting zu bringen. © Barbara Schlotterer-Fuchs

Auch wenn es beschlossene Sache ist: Peitings Bürger werden nicht müde, für die Öffnung ihres Bades zu kämpfen. Zwei Peitinger Familienväter haben sich dazu viele Gedanken gemacht und wenden sich jetzt mit einem offenen Brief an Bürgermeister, Räte und die Heimatzeitung.

Peiting – Nicht reißerisch wollen sie klingen, sondern „konstruktiv mithelfen“, dass es vielleicht doch noch eine Lösung für Peitings Bürger und ihr geschlossenes Wellenfreibad gibt: Martin Reis und Hans Schleich aus Peiting sind nicht nur Dreifach-Papas, sondern auch engagierte Bürger. „Seit Jahrzehnten ist unser Wellenfreibad an diesem Standort in den Frühlings- und Sommermonaten ein Stück Heimat“, schreiben sie deshalb jetzt in einem offenen Brief an Rathauschef Peter Ostenrieder und die Gemeinderäte.

Gerade der Standort sei „einzigartig und ganz klar ein Stück Peitinger Lebensqualität“. Die Entscheidung zur kompletten Schließung des Schwimmbades in dieser Freibadsaison sei freilich ein herber Verlust für zahlreiche Badebegeisterte. „Nach zwei Pandemiejahren sind die Konsequenzen für alle Altersklassen besonders bitter.“ Nachvollziehbar sei es, dass der hohe Personalmangel auf den ersten Blick keine andere Möglichkeit zulasse, da das Thema „Sicherheit“ oberste Priorität genießt. „Die Sicherheit beim Schwimmen können unsere Kinder allerdings nur durch regelmäßiges Baden, Plantschen und Tauchen erlangen. „Wir bitten Sie daher nochmals aufrichtig darum, ausgehend zu prüfen, ob es nicht doch noch Möglichkeiten gibt, den Badebetrieb zumindest temporär aufrecht zu erhalten. Zwischen den beiden Polen kompletter Schließung und durchgehender Öffnung sehen die Unterzeichner des offenen Briefs durchaus noch Spielraum.

Verfasser des offenen Briefs haben eindringliche Bitte

„Gerade die Tatsache, dass die Becken möglicherweise für private Schwimmkurse freigegeben werden, beinhaltet ja automatisch die Ressource, dass die Infrastruktur aufrechterhalten bleibt.“ Zusammen mit der angestellten Fachkraft gebe es sicherlich lösungsorientierte und sichere Möglichkeiten eines eingeschränkten Badebetriebes 2022. Sogar eine Peitingerin, die als Aufsicht fungieren könnte, haben Reis und Schleich eigens organisiert.

„Wir bitten Sie daher nochmals kreativ zu sein und für alle Bürger in Peiting den Fokus auf eine temporär geöffnete und sichere Badesaison im Wellenfreibad 2022 zu richten. Denn wir wissen ja schließlich alle: Bei uns ist baden mehr als schwimmen.“

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Bürgermeister Peter Ostenrieder freut sich zwar über das Angebot, „auf das wir in Sachen Beckenaufsicht gerne zurückkommen, sobald wir den personellen Kern haben, den wir für eine allgemeine Öffnung des Wellenfreibads benötigen“. Und da ist es mal wieder: das Schlagwort Betriebsaufsicht. „Dabei geht es darum, dass wir den öffentlichen Betrieb zu annehmbaren Zeiten nur öffnen können, wenn wir mindestens über zwei Mitarbeiter mit der entsprechenden fachlichen Ausbildung verfügen. Es geht dabei nicht um einen Rettungsschwimmerkurs oder einen Aufsichtslehrgang, sondern um eine fachliche Ausbildung, die ein regulärer Ausbildungsberuf ist als Schwimmmeister beziehungsweise Schwimmmeistergehilfe“, betont Ostenrieder.

Bürgermeister verweist auf Haftungsrisiken

Der Hintergrund: Im Gegensatz zu einem See oder einem Weiher handelt es sich beim Wellenfreibad um eine technische Anlage, in der auch mit Chemikalien und umfassenden technischen Anforderungen umgegangen werden muss. „Aus diesem Grund ist das Angebot gut und richtig, kann aber nicht Abhilfe schaffen bei dem Mindestbedarf, den wir an Fachpersonal für eine allgemeine Öffnung nachweisen müssen.“ Hinzu kommt: Eine personelle Doppelbelegung sei schon aus Gründen der Vertretung und der angestrebten Öffnungszeiten unerlässlich. Ostenrieder weist auch noch einmal auf die Haftungsfrage hin: Im Falle eines Bade-Unglücks „trägt die Haftung in Gänze der Betreiber. Aufgrund dessen ist ein solches Risiko keinesfalls einzugehen.“

Tageweise Öffnung wird schwierig

Der Bürgermeister stellt einmal mehr einen „Freibadtag“ mit Unterstützung aus anderen Einrichtungen und Schwimmkurse in Aussicht – wenn die neue Heizung im Juli läuft. „In diesem Fall wird eine sehr überschaubare geschlossene Gruppe von Personen beaufsichtigt, was auch zeitlich in einem darstellbaren Rahmen erledigt werden kann und idealerweise auch parallel zu den für die Schließzeiten angedachten Arbeiten stattfinden kann.“ Anders verhält es sich mit tageweiser Öffnung. Arbeitsrechtliche Hintergründe stehen hier im Weg. Und: Was ist, wenn die hauptamtliche Kraft überraschend ausfällt? „Dann müsste der Tag wieder abgesagt werden. Aus diesem Grund wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt nichts in Aussicht stellen, was sich dann vielleicht nicht realisieren lässt, sondern beobachten die weitere Entwicklung.“

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