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Aus dem Gerichtssaal 

Bei nächstem Diebstahl ins Gefängnis

Zum Dritten Mal innerhalb von neun Monaten saß ein Peitinger wegen Ladendiebstahls auf der Anklagebank. Die Richterin hatte die Faxen dicke und verhängte nun eine Bewährungsstrafe.

Peiting – Es waren Lebensmittel im Wert von nur 9,04 Euro, die ein 57-jähriger Mann in einem Lebensmittelgeschäft in Peiting im Dezember vergangenen Jahres ohne zu bezahlen mitnahm. Als er auf frischer Tat ertappt wurde, gab er die Ware auch sofort wieder zurück. Und vor dem Amtsgericht Weilheim räumte der Peitinger freimütig seinen Diebstahl ein. Im Normalfall wäre das Ganze eine Nichtigkeit, die mit einer geringen Geldbuße geahndet worden wäre. Doch der Mann saß schon das dritte Mal innerhalb eines Dreivierteljahres auf der Anklagebank – immer wegen des gleichen Vergehens.

„Was ist plötzlich mit Ihnen los. Sie waren bis vor einem Jahr vollkommen unbescholten“, fragte Richterin Christiane Serini den Mann. Der konnte sich seine Taten nicht erklären. Krank sei er nicht, so der Peitinger. Aber sein Verteidiger brachte einen plausiblen Grund an. Dem Mann sei ein Betreuer zugeteilt worden, da er nicht mit Geld umgehen könne. Und das liege wiederum an seinem massiven Alkoholproblem, das der gelernte Maler und Tapezierer nicht in den Griff bekommt. Ihm wird eine psychische Erkrankung attestiert. Eine Therapie hatte der Mann vor 20 Jahren schon einmal probiert. „Nach sechs Wochen habe ich aber wieder angefangen zu trinken“, erklärte er ganz offen vor Gericht. Einen festen Arbeitsplatz hat der Mann nicht mehr. Er ist nur noch sporadisch tätig und lebt von Einkünften aus seinen zwei kleinen Immobilien und von den Ersparnissen. Das Geld wird ihm vom Betreuer zugeteilt.

Während der Verteidiger in seinem Plädoyer noch einmal eine geringfügige Geldstrafe beantragte, verlangte die Staatsanwältin ein härteres Urteil. Sie wollte einen zweimonatigen Freiheitsentzug auf Bewährung und eine Geldauflage von 1000 Euro, da die Rückfallgeschwindigkeit des Mannes sehr hoch sei. Richterin Serini teilte die Ansicht der Staatsanwältin und verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten, die sie drei Jahre zur Bewährung aussetzte. „Ich will, dass Sie aufhören zu stehlen. Denn wenn das jetzt wieder passiert, landen Sie im Gefängnis“, sagte Serini. Überdies kommt auf den Mann noch eine Geldauflage in Höhe von 600 Euro zu – zahlbar in zwölf Monatsraten. Der Verteidiger ließ offen, ob das Urteil angenommen wird.

Regina Wahl-Geiger

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