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Gruppenbild mit Urenkel: (v. li.) Enkelin Theresa Waldmann, Tochter Margit Waldmann, Maria Mayr mit Urenkel Jonas und Bürgermeister Michael Asam. 

Peitingerin Maria Mayr feiert 95. Geburtstag

Urenkel Jonas ist ihr größtes Geschenk

Das hohe Alter von 95 Jahren ist der Peitingerin Maria Mayr beschert. Zum Geburtstag am heutigen Dienstag gratulierten schon am Vormittag Bürgermeister Michael Asam sowie Urenkel Jonas.

Peiting– „Es ist schön, dass ich das noch erlebe“, strahlte Maria Mayr. Und damit meinte sie nicht ihren Geburtstag, den sie in bester Gesundheit im Kreise der Familie feiern konnte, sondern ihren vier Monate alten ersten Urenkel Jonas.

Maria Mayr selbst ist auf einem Bauernhof in Unterengen bei Steingaden mit fünf Geschwistern aufgewachsen. „Wir haben nichts anderes gekannt als Arbeit“, erzählte sie. Der strenge Vater, der 20 Jahre lang Bürgermeister war, wollte nicht einmal erlauben, dass sie bei den Musikern oder Trachtlern mitmacht, weil sie ja jeden Tag früh aufstehen sollte. Und das, obwohl Maria Mayr gerne und gut gesungen hat. Sie erinnert sich an harte Winter in ihrer Kindheit und den über fünf Kilometer langen Schulweg, der immer zu Fuß, manchmal mit Schlittschuhen zurückgelegt wurde.

Und sie kann viel erzählen. Vom Bruder, der im Krieg für gefallen erklärt wurde und dann doch 1947 aus der russischen Gefangenschaft zurückkam. Und davon, wie sie eines Sonntags ihren Mann, einen gebürtigen Frasdorfer, der auf dem Hof von Verwandten in Steingaden arbeitete, kennenlernte. Mit ihm hat sie zwei Häuser gebaut. Eines neben dem elterlichen Hof und eines in Peiting, da ihr Mann 32 Jahre in der Papierfabrik beschäftigt war.

1957 zogen sie in die Marktgemeinde, wo es ihr anfangs gar nicht gefiel. „Wenn ich zur Tür hinausgegangen bin, standen die Nachbarinnen da im Sonntagsgewand. Ich bin mit einer Schürze aufgewachsen“, lachte sie. Eingelebt hat sie sich trotzdem gut. Veteranenverein, Gartenbauverein oder Frauenbund, wo sie lange Jahre Mitglied war, taten ein Übriges.

Mit den Vereinen hat sie auch zahlreiche Reisen unternommen. „Mein Mann wollte immer reisen. Er hatte immer einen Atlas in Reichweite liegen“, erzählte sie. So hat sie ihn auch noch im Jahr 2000 auf eine Gruppenreise zusammen mit Tochter Margit nach Amerika begleitet, wo 6000 Kilometer im Bus zurückgelegt wurden.

Ihr Mann verstarb vor sieben Jahren im Alter von 89 Jahren. Seitdem lebt Maria Mayr alleine und ist froh, dass ihr Sohn und ihre Tochter sowie die vier Enkelkinder ihr bei schwierigen Dingen zur Hand gehen. Ihr größter Wunsch, einmal ein 60er-Spiel in der Allianzarena zu sehen, wurde ihr zum 90. Geburtstag erfüllt. Und auch heute noch lässt sie keine Sportschau aus und macht auch regelmäßig bei der Fernsehgymnastik mit. „Ich mach’s nicht gerne, aber du musst dich einfach zusammenreißen“, lachte sie. 

Geistig fit hält sie sich mit der Lektüre der Schongauer Nachrichten, wofür sie schon um fünf Uhr morgens zum ersten Mal aufsteht, um den politischen Teil und die Todesanzeigen zu lesen. „Eine 95-Jährige, die so aktiv ist, habe ich noch nie erlebt“, gab es denn auch ein schönes Kompliment von Bürgermeister Michael Asam, der im Namen der Gemeinde mit einem gesunden Glas Honig gratulierte. 

Ursula Fröhlich

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