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Peitnach-Brücke in Peiting: Anwohner gehen auf die Straße

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Der Ärger ist groß über die plötzlich aufgetauchten Pläne für den Bau einer Peitnach-Brücke: Die Anwohner vom Bachfeld, aber auch auf der anderen Seite der Brücke im Bereich der Wankstraße, sind gemeinsam auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über das Vorhaben kundzutun. Hier, am Ende der Peitnachstraße – einer Sackgasse – spielen regelmäßig 22 Kinder. Auf der anderen Seite der Peitnach (das sind die Häuser im Hintergrund) sieht es ähnlich aus. Dort wird die Tannheimer Straße als Spielstraße genutzt. Das wäre nach einem Brückenschlag Vergangenheit.
Der Ärger ist groß über die plötzlich aufgetauchten Pläne für den Bau einer Peitnach-Brücke: Die Anwohner vom Bachfeld, aber auch auf der anderen Seite der Brücke im Bereich der Wankstraße, sind gemeinsam auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über das Vorhaben kundzutun. Hier, am Ende der Peitnachstraße – einer Sackgasse – spielen regelmäßig 22 Kinder. Auf der anderen Seite der Peitnach (das sind die Häuser im Hintergrund) sieht es ähnlich aus. Dort wird die Tannheimer Straße als Spielstraße genutzt. Das wäre nach einem Brückenschlag Vergangenheit. © Schlotterer-Fuchs

Nur wenige Tage hat es gedauert, jetzt ist er da: Der erste öffentliche Protest aus dem Bachfeld, aber auch auf der anderen Seite, von den Bewohnern im Baugebiet rund um die Wankstraße. Gegen den Bau einer Peitnach-Brücke möchten sie massiv vorgehen.

Peiting – Sie haben sich warm angezogen – im wahrsten Sinne des Wortes. In kleinen Gruppen haben sich die Anwohner der Peitnachstraße mit Kind und Kegel dort versammelt, wo das Leben tobt: Am Ende der Sackgasse treffen sich seit jeher alle Kinder aus der Straße und darüber hinaus. Hier, an diesem idyllischen Fleckchen, können sie ungestört und sicher spielen. 22 Kinder sind es alleine direkt von der Peitnachstraße. Für sie, ihre Eltern, aber auch alle anderen Anwohner ist seit der Gemeinderatssitzung vor Weihnachten alles anders. Eine Brücke soll an dieser Spiel-Stelle über die Peitnach gebaut, ihre Straße zur Durchfahrtsstraße gemacht werden. Die Resonanz: „Wir sind stinkesauer!“ sagt ein Anwohner. Oft hört man an diesem Nachmittag, man sei völlig überfahren worden.

Anwohner spricht von „Autobahn vom Wohngebiet zum Baumarkt“

„Es wird immer von Natur und Idylle geredet in Peiting“, ärgert sich Benedikt Augst. Der Vater von drei Kindern ärgert sich massiv über das Vorhaben, dass eine Durchgangsstraße in ein Wohngebiet mit vielen Kindern gelegt werden soll. „Es ist immer die Rede von Bürger-Vertrautheit. Hier geht es eher um V-Markt-Vertrautheit“, spielt er auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Neubau des V-Baumarkts auf das äußerst schnelle Entgegenkommen der Gemeinde an. Ob die Verkehrslage innerorts tatsächlich entzerrt würde, lässt er dahingestellt – in jedem Fall würde dies allerdings auf Kosten von Anwohnern und Kindern geschehen. Augst spricht von einer „Autobahn vom Wohngebiet zum Baumarkt“.

Steffi Haberzett ist Mutter von drei Kindern und direkte Anwohnerin. Die Peitnachstraße würde von Verkehrsteilnehmern nicht nur als Sackgasse wahrgenommen, sondern vielmehr als Spielstraße. Weil dort beim Spielen, aber auch auf dem Schulweg, so viele Kinder unterwegs sind, fahren dort alle Autofahrer langsam.

Noch mehr Verkehr wohl schwer zu ertragen

Unter die Versammlung haben sich auch Anwohner von der anderen Seite der Peitnach gemischt. Einer von ihnen ist Werner Kratz. Er wohnt an der ohnehin viel befahrenen Wankstraße. Wie die Straße ohne Gehsteig, an der ebenfalls viele Kinder wohnen, noch mehr Verkehr ertragen soll, das kann er sich nicht vorstellen. Eine Zweifach-Mutter, die ebenfalls an der Wankstraße wohnt, pflichtet ihm bei. Zumal auch ihre Kinder tatsächlich mit den anderen Kindern aus dem Wohngebiet in der ruhigen Tannheimer Straße spielen, die als Sackgasse bislang sicher ist. Kommt die Peitnach-Brücke, die in die Tannheimer Straße münden soll, dann dürfte es schwierig werden mit einem sicheren Spiel für ihre und viele andere Kinder.

„Der Bürgermeister sollte mal kommen, wenn hier die ganzen Kinder auf der Straße sind und spielen“, fordert einer. Ein Anwohner verweist auf frühere Verkehrskonzepte, die belegen würden: Eine Peitnach-Brücke bringt keine Entlastung für die Meierstraße. „Und dafür sollen zwei Wohngebiete verunstaltet werden?“

Quasi im Zick-Zack-Kurs

Auf ein völlig anderes Problem weisen Werner und Cornelia Megele hin. Seit jeher wohnen sie an der Peitnachstraße. wo es auch viele Reihenhäuser ohne Garage gibt. Freilich parken die Bewohner ihre Autos auf der Straße. Hinzu kommen die Fahrzeuge von Besuchern. Und tatsächlich: Auf dem Weg zur Demo die Straße hinunter fahren viele einen gewissen Zickzack-Kurs. „Das ist hier keine gerade Straße, die sich als Durchgangsstraße eignet.“

Wie viele andere fürchten auch die Megeles ein Mehraufkommen an Lkw-Verkehr. Denn: Selbst wenn die Straße für Lkw gesperrt und die Brücke nur einspurig befahrbar sein sollte, so dürften sich viele Schwerlastfahrer vielleicht nicht unbedingt an die Regeln halten. „Und die Kinder springen zwischen den Lkw-Reifen rum.“ Die einhellige Meinung: Es gibt eine Umgehung.

„Wir haben noch keinen gehört, der das toll findet“

Wer in den V-Baumarkt oder zum Aldi fahren möchte, könne diese nutzen und muss nicht zwangsläufig über die Meierstraße fahren. Über die Aussage des Bürgermeisters, er hätte schon viele positive Rückmeldungen für das Vorhaben bekommen, darüber können viele bei der Demo nur lachen. „Wir haben noch keinen gehört, der das toll findet“, hört man immer wieder.

Neben all der Kritik gibt es aber auch konstruktive Lösungs-Vorschläge: Der Brückenschlag zwischen Bachfeld und V-Markt könne auch an anderer Stelle stattfinden. Konkret nennen einige Teilnehmer die Stelle hinter dem Neubaugebiet, das jetzt an der Bachfeldstraße entsteht.

Der Ärger ist jedenfalls groß. Die Demo-Aktion vom Montag soll nicht das letzte Vorhaben der Anwohner gewesen sein, die sich längst zusammengeschlossen haben, um das für sie Schlimmste noch irgendwie verhindern zu können. Ob sie damit Erfolg haben und die Sackgasse eine solche bleibt, oder ob sie in einer Sackgasse landen: Das hängt jetzt vom Stimmungsbild im Peitinger Gemeinderat ab.

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