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Peitnach-Brücke: Das sagen die Fraktionen in Peiting zum Vorstoß

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Von: Christoph Peters

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Zwischen Peitnachstraße und Tannheimer Straße gibt es bislang keine Verbindung. Das könnte sich durch den Bau einer Brücke über die Peitnach ändern. Grundsatzbeschluss im Gemeinderat
Zwischen Peitnachstraße und Tannheimer Straße gibt es bislang keine Verbindung. Das könnte sich durch den Bau einer Brücke über die Peitnach ändern. Grundsatzbeschluss im Gemeinderat © Hans-Helmut Herold

Die Überlegungen für eine Brücke über die Peitnach zwischen Peitnachstraße und Tannheimer Straße haben hohe Wellen geschlagen. Was die Fraktionen zum Vorstoß des Bürgermeisters sagen.

Peiting – Dass Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder rege in den sozialen Netzwerken unterwegs ist und sich dabei gerne an Diskussionen rund um die Marktgemeinde beteiligt, ist kein Geheimnis. Über den Jahreswechsel bot sich dem Rathauschef dazu reichlich Gelegenheit, denn der Bericht der Heimatzeitung über den möglichen Bau einer Brücke über die Peitnach zwischen Peitnachstraße und Tannheimer Straße schlug auch im Internet hohe Wellen. Sowohl Kritiker als auch Befürworter meldeten sich zu Wort, die Kommentare reichten von „völliger Käse“ bis zum „sinnvollsten, was da seit 40 Jahren passiert“. Doch nicht nur im Netz löste die Idee einer neuen Brücke Reaktionen aus. Anlieger zeigten mit einem öffentlichen Protest, was sie von den Plänen hielten.

Noch, und das betonte auch der Bürgermeister in den Diskussionen immer wieder, ist nichts entschieden. Bislang taucht die Brücke nur als fernes Projekt im Finanzplan der Gemeinde auf. Das letzte Wort habe natürlich der Gemeinderat, sagt Ostenrieder. Dieser müsse sagen, ob er die innerörtliche Vernetzung wolle oder nicht. Er selbst sehe die Brücke als Chance, die Anbindung des Wohngebiets Bachfeld zu verbessern und damit gleichzeitig für eine Entlastung des Ortskerns vom Verkehr zu sorgen. Das gelte auch, wenn erst einmal nur die Verbindung über die Peitnach errichtet und die Wankstraße ausgebaut werde. Die Anbindung an die Ammergauer Straße könne auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, wenn etwa die ehemalige Kiesgrube zum Wohngebiet werde, so der Rathauschef.

Noch im ersten Quartal dieses Jahres will der Bürgermeister das Thema öffentlich im Gemeinderat diskutieren, Weiterführende Untersuchungen, etwa, welche Entlastung die Brücke tatsächlich für das verkehrsgeplagte Ortszentrum bringen würde, werde man im Vorfeld nicht anstoßen, sagt Ostenrieder. Erstmal gehe es um eine Grundsatzentscheidung, ob die Pläne überhaupt weiterverfolgt werden sollen.

Brücke über die Peitnach? Das sagt die CSU

Wie diese ausfallen wird, ist durchaus offen, wie ein erstes Stimmungsbild aus den Fraktionen zeigt. Michael Deibler (CSU) kann sich eine Brücke an der Stelle durchaus vorstellen. Er persönlich sehe da mehr Vorteile als Nachteile. Für die Proteste der Anlieger zeigt der CSU-Fraktionschef Verständnis, gleichwohl gebe es keine Garantie, dass ein ruhiges Wohngebiet auch auf Dauer so bleibe. „Die Brücke war ja schon immer im Bebauungsplan vorgesehen“, erinnert er. „Und es soll ja keine Rennstrecke werden.“ Bevor man entscheiden könne, müssten aber erst alle Fakten, wie etwa die Kosten, auf den Tisch, fordert er. Auch ein Bürgerbegehren sei eine Möglichkeit, die den Kritikern offen stehe.

Meinung der BVP zur Brücke über die Peitnach

Positiv steht man den Plänen bei der BVP gegenüber. „Es ist kein Geheimnis, dass wir eine zusätzliche Querungsmöglichkeit der Peitnach schon seit Jahren fordern“, sagt Franz Seidel. „Wir halten dies in Anbetracht der Weiterentwicklung des Ortes für dringend notwendig.“ Wo genau die neue Verbindung verlaufen soll, müsse freilich noch diskutiert werden. „Die momentan dargestellte Trasse ist eine von mehreren Optionen“, sagt Seidel.

So äußern sich Unabhängige zur Brücke über die Peitnach

Skepsis herrscht dagegen bei den Unabhängigen. Eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger würde man durchaus an dieser Stelle begrüßen, sagt Christian Lory. Eine Querungsmöglichkeit für Autos sehe man dagegen kritisch. Das fange beim Hochwasserschutz an, für den es noch kein Konzept gebe. „Da ist sicher eine massive Brücke nötig.“ Ob es verkehrstechnisch Sinn mache, sei bisher nicht evaluiert, sagt Lory, der zudem auf das vorhandene Verkehrsgutachten verweist, wonach eine zusätzliche Verbindung im Süden kaum Entlastungspotenzial für den Ortskern bringe. Dazu kämen „enorme Kosten“, die Lory auf bis zu vier Millionen Euro schätzt. Im Haushalt ist bislang eine Million Euro veranschlagt.

Brücke über die Peitnach? Das sagen die Grünen

Noch deutlicher ist die Position der Grünen. „Wir haben bisher keinen vernünftigen Grund gehört, warum man die Brücke bauen sollte,“ sagt ihr Sprecher Günter Franz. „Außer, dass Autofahrer zwei bis drei Minuten Zeit sparen.“ Dafür würde durch den Bau das beliebte Naherholungsgebiet entlang der Peitnach erheblich beeinträchtigt. Andere Kommunen würden versuchen, den Autoverkehr zugunsten von Radfahrern und Fußgängern zu reduzieren. „Hier ist das Gegenteil der Fall.“ Dazu komme der Flächenverbrauch und der hohe Preis. Um das Ortszentrum vom Verkehr zu entlasten, gebe es sicher andere Möglichkeiten. Eine Verlagerung nach dem Sankt-Florian-Prinzip sei keine Lösung.

So steht die SPD zur Brücke über die Peitnach

Bedeckt hält sich hingegen die SPD. Er lehne es ab, sich im Vorfeld der Gemeinderatssitzung an der Diskussion zu beteiligen, teilt ihr Fraktionschef Herbert Salzmann knapp mit. Für Bürger stehe er aber selbstverständlich für persönliche Gespräche zur Verfügung. Marion Gillinger, die einzige ÖDP-Rätin im Gremium, will ebenfalls erst einmal die Sitzung abwarten. „Ich habe natürlich eine private Meinung, aber ich möchte mir erst einmal beide Seiten anhören.“

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