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Initiatoren des Bauernmarkts: Pankratia Holl und Herwig Skalitza schwelgten in Erinnerungen.

25 Jahre Bauernmarkt Peiting 

Platz für das gewisse Etwas

Die „mündliche Marktordnung“ funktioniert bis heute. Der Peitinger Bauernmarkt feiert 25-jähriges Jubiläum. Die Organisatoren Pankratia Holl und Herwig Skalitza zogen jetzt eine höchst erfreuliche Bilanz.

Peiting Ein Bienenflugwettbewerb und Spargelernte auf dem Peitinger Hauptplatz: Der Bauernmarkt machte es möglich. Einst reiste die Spargelkönigin mit ihrem Vater an und baute ein kleines Feld zum Schaustechen auf. Überhaupt sind Königinnen gerne gesehene Gäste auf dem Peitinger Bauernmarkt. Egal, ob Honig-, Mehl-, Weizen-, Kartoffel- oder Gurkenkönigin – sie alle sorgten für das gewisse Etwas auf dem Bauernmarkt.

Auch die ehemalige Ministerpräsidenten-Gattin Karin Stoiber war schon zu Gast und kaufte, anstatt die geschenkten Gutscheine einzulösen, an jedem Stand etwas ein, wie sich Pankratia Holl erinnert. Bei so vielen prominenten Besuchern wundert es kaum, dass auch alle bayerischen Landwirtschaftsminister der vergangenen 25 Jahre schon einmal den beliebten Markt vor Ort begutachteten.

Auch im 25. Jahr erfreut sich der Peitinger Bauernmarkt ungebrochener Beliebtheit und zieht Kunden von Nah und Fern an. Sogar der erste Markt in diesem Jahr, der mit Temperaturen von -10 Grad aufwartete, lief richtig gut. „Wenn in der Früh schon die ersten paar mit einem 50er zahlen, dann wird’s ein guter Markt“, weiß Pankratia Holl, die „Mutter“ des Peitinger Bauernmarkts aus Erfahrung. Zusammen mit Herwig Skalitza, der die Idee des Selbsterzeugermarkts im Gemeinderat entwickelte, hatte sie am 19. März 1993 den ersten Peitinger Bauernmarkt aus der Taufe gehoben.

Einig waren sich die beiden immer darin, die Strukturen so einfach und unkompliziert wie möglich zu halten. Daher gibt es keinen Verein, sondern eher eine Interessensgemeinschaft, die sich gut versteht und auch ohne viele Worte funktioniert. Standgebühren gibt es keine. Immerhin eine amtliche Genehmigung kann Herwig Skalitza, der zum Treffen mit einem großen Ordner gekommen ist, vorweisen. Am 10. November 1993 bekam der Bauernmarkt vom Landratsamt das Marktrecht verliehen. Anfangs nur für drei Märkte im Jahr.

Nach Meinung der Anbieter sollte der Markt etwas besonderes sein. Angesichts der steigenden Nachfrage und der Investitionen, die einige der Anbieter tätigten, um die erforderlichen Mengen in gewünschter Qualität bieten zu können, wurde aber bald aufgestockt, und der Bauernmarkt findet regelmäßig am ersten Freitag im Monat statt. Auch bei den Öffnungszeiten wurde nachgebessert. Ursprünglich von 10 bis 17 Uhr geplant, beschränkte man sich bald auf die Kernzeit 9 bis 12 Uhr. Was nicht verhindert, dass die ersten Besucher oft schon um 8 Uhr auf dem Platz stehen. „Die Peitinger stehen früher auf“, schmunzelt Herwig Skalitza. Das kann sich am Bauernmarkt durchaus lohnen. „Wenn’s gar ist, ist’s gar“, so Pankratia Holl. Die selbstgemachten Schmankerl sind eben nicht unbegrenzt verfügbar.

Hausmacherwurst, geräucherte Forellen, Nußzopf, Holunderlikör, Kräutertee und Sommerblütenhonig – alles vor Ort produziert – sind nur ein kleiner Auszug aus dem Angebot, das sich über Jahre hinweg kaum verändert hat. Selbst die Preise sind für die meisten Erzeugnisse fast gleich geblieben. Ein Kilo Bauernbrot kostete im ersten Jahr 5 Mark, heute ist es für 3 Euro zu haben. Für die örtlichen Geschäfte ist der Bauernmarkt übrigens eher Umsatzbringer als Konkurrenz, wie Pankratia Holl in Erfahrung gebracht hat. Ebenso freuen sich die beiden, dass auch die Mittelschule ab und an einen Stand auf dem Bauernmarkt hat und der Bauhof seit Beginn zuverlässig und reibungslos mit den Marktbetreibern zusammenarbeitet. Bürgermeister Michael Asam schätz vor allem die Gutscheine, die immer ein beliebtes Geschenk sind.

Für das 25. Jahr haben sich die beiden wieder einige Highlights einfallen lassen. Das erste davon war ein Ausflug mit den Anbietern auf die Zugspitze. Am Donnerstag, 29. März, findet ein Oster-Bauernmarkt statt, am 1. Juni ein Kiachlamarkt und am 2. November gibt es frische Gemüsesuppe. Natürlich werden in diesem Jahr auch wieder royale Gäste erwartet. So hat am 6. Juli zum Jubiläumsmarkt die Bayerische Honigkönigin ihren Besuch angekündigt und am 5. Oktober kommt das „Kaiserpaar“ Sisi & Franz.

Ursula Fröhlich

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