Wirtin Monika Pummer mit Postbotin
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Hier geht die Post ab: Die ganze Box mit Löffelbriefen übergibt Wirtin Monika Pummer an die Postbotin.

Politiker-Post: Wirtin verschickt Mahnbriefe mit Silberlöffel

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Peiting – Daran, den Löffel abzugeben hat Gastronomin Monika Pummer aus Peiting trotz aller Krise noch keinen Gedanken verschwendet. Im Gegenteil: Die neueste öffentlichkeitswirksame Aktion von Wirtin Monika Pummer zeugt von Kampfgeist. Pummer, die in Peiting das Hotel und Restaurant Dragoner und die Bar-Lounge Xaver betreibt will dafür kämpfen, dass Gastronomie und Hotellerie nicht vergessen werden.

Deshalb verschickt sie jetzt Löffel als mahnendes Symbol an die hochrangigsten Politiker in ganz Deutschland. Zusammen mit einem Brandbrief.

Nicht einmal ein Wort des Bedauerns.“

Wirtin Monika Pummer

Der Inhalt: „Wann in der Hotellerie und Gastronomie wieder einmal Löffel benutzt werden können und dürfen, das scheint nach wie vor absolut unklar zu sein! Auch von Ihnen, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Damen und Herren Minister, kam dazu nicht ein Wort in dieser Angelegenheit. Nicht einmal ein Wort des Bedauerns, uns keine Perspektive nennen zu können. Wir wurden bzw. werden schlicht und ergreifend einfach vergessen.“

Gastronomie nicht mit einem Wort erwähnt

Mit nicht mal einem Wort sei die Gastronomie bei der Verkündigung der neuen Lockdown-Regeln erwähnt worden. Das fördert bei Wirtin Monika Pummer viele Emotionen zutage – und auch ihre Mitarbeiter sind zutiefst enttäuscht bis wütend. Das bringen sie in einem aufwändigem Video zum Ausdruck, dass die Chefin gefilmt und zusammengebastelt hat. Auch das Video hat sie – per Mail – an alle wichtigen Politiker verschickt. „Ob die das allerdings anschauen?“ Pummer zuckt die Schultern. Zumindest in den sozialen Medien hat die Wirtin binnen kürzester Zeit viel Zuspruch erhalten.

Die Briefe von Monika Pummer werden die Sicherheitsdienste von Kanzleramt, Bundestag und Bayerischem Kabinett sicher in Schach halten. Eine Bombe? Nein. Metall im wattierten Umschlag? Ja, sowas von. Ein alter Löffel liegt jedem Schreiben bei, das aufrütteln soll, das erinnern soll: Hier sind sie, die Wirte. Denkt auch an uns!

Insgesamt 40 Löffel-Briefe gehen an hochrangige Politiker

Immerhin zehn Löffel-Brandbriefe hat Monika Pummer selbst verschickt, weitere ihre Mitarbeiter. Eine Auswahl der Adressaten: Kanzlerin Merkel, Wirtschaftsminister Altmaier, Helge Braun (Chef des Bundeskanzleramts), Finanzminister Olaf Scholz, Markus Söder (Bayerischer Ministerpräsident) und Hubert Aiwanger (Wirtschaftsminister Bayern). Hinzu kommen die 30 Löffel-Brandbriefe der Angestellten, die gemeinsam mit der Chefin durch die Krise gehen und mitleiden. In jeder Hinsicht.

Monika Pummer hat mit dem Handy-Kurz-Film dafür gesorgt, dass jetzt auch zumindest ein paar Menschen ein Gesicht haben und eine Stimme bekommen, die finanziell auf den Job im Gastro-Bereich angewiesen sind – von der Küchenhilfe über die Bedienung bis hin zum Hausmädchen. Wird sich zeigen, wer am Schluss die ganze Suppe auslöffelt.

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