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Glückwünsche zum Schulprofil Inklusion: (v.l.) Barbara Schall-Pätzold (Regierungsschuldirektorin Förderschulen), Peter Glück (Leiter BFS Herzogsägmühle), Burkhard Küster (Leiter BFS Weilheim) , Landrätin Andrea Jochner-Weiß, MdL Florian Streibl, Thomas Schütz (Leiter BFS Schongau) und MdL Harald Kühn. 

Programm der Staatsregierung

Berufsschulen im Landkreis als Inklusions-Vorreiter

Eine Vorreiter-Rolle nehmen künftig die drei Berufsschulen im Landkreis ein. Sie wurden in das Programm Schulprofil Inklusion der bayerischen Staatsregierung aufgenommen und sind damit die ersten Berufsschulen und das erste Triple, das sich in dem Programm zusammengefunden hat.

Herzogsägmühle – Einen Grund zu feiern hatten die drei beruflichen Schulen im Landkreis. Im Rahmen eines kleinen Festakts zur Verleihung des Schulprofils Inklusion für die drei Berufsschulen durch das bayerische Kultusministerium stellten die drei Schulleiter Burkhard Küster (Weilheim), Thomas Schütz (Schongau) und Peter Glück (Herzogsägmühle) ihr gemeinsames Konzept vor. Ziel ist es, die schulischen Angebote zu vernetzen, um „jeden einzelnen Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft mit einzubeziehen und die vollständige Annahme der Jugendlichen mit individuellen Beeinträchtigungen“ zu gewährleisten, wie es in der Einladung heißt. Das kann durch Schulwechsel innerhalb der drei Partner gemäß dem individuellen Förderbedarf oder durch die Bildung von besonderen Klassen geschehen.

„Wir haben zwar aufgrund unseres Ausbildungsspektrums kaum Schüler mit starken körperlichen Behinderungen, aber eine steigende Anzahl an emotionalen, sozialen Behinderungen oder psychischen Belastungen“, so Küster. Eine Entwicklung, die auch Schütz am Beruflichen Schulzentrum Schongau beobachten kann. „Wir haben zunehmend mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen“, betonte er. Für Glück, Leiter der Albrecht-Schnitter-Schule in Herzogsägmühle, ist das der Alltag. Ein gemeinsames Konzept soll den Wechsel von Schülern innerhalb der drei Schulen ermöglichen und so zur inklusiven Ausbildungsqualität beitragen.

Für Landrätin Andrea Jochner-Weiß eine „innovative Idee“. Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Kühn sah in der Ermöglichung gleichberechtigter Teilhabe aller eine „große gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, in die sich die Berufsschulen mit der neuen Kooperation gut einfügen. Der Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) betonte: „Dahinter steckt ein demokratisches Menschenbild!“ In der heutigen Gesellschaft bleibe vieles auf der Strecke, den Menschen Würde zu geben, sei ein Gebot der Menschlichkeit.

Regierungsschul-Direktorin Barbara Schall-Pätzold hob noch einmal die Ausnahme-Stellung der Berufsschulen im Schulprofil Inklusion hervor, das erstmalig in diesem Jahr an berufliche Schulen und erstmalig an eine Kooperation von drei Schulen verliehen wurde. Bislang beschränkte sich der vor rund fünf Jahren gestartete Modellversuch auf Zweier-Kooperationen von Grund-, Mittel- und Förderschulen. „Sie unterstützen vorbildlich das Leben und Lernen von Menschen und Wecken das Bewusstsein, dass jeder eine Wertschätzung verdient hat“, adressierte sie an die Schulleiter und wünschte viel Erfolg, Freude und Kraft für die anstehenden Aufgaben.

Dem schloss sich auch Peitings Bürgermeister Michael Asam an. Und richtete die Bitte an die Landtagsabgeordneten: „Kämpfen Sie darum, dass auch die nötige Ausrüstung für diese Aufgabe gewährleistet wird und Schulen unterstützt werden, die inklusive Arbeit leisten.“

Ursula Fröhlich

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