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Stephan Rupprecht und Mari o Lindauer, die geschäftsführer der Raiffeinsebank Pfaffenwinkel, vor der spannenden Ausstellung „Finanzen zum Anfassen“, die noch bis Ende August in der Hauptstelle zu sehen ist.

Bilanz

Raiffeisenbank hält Gewinn stabil

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„Wir sind stolz auf unser Ergebnis“, sagen Stephan Rupprecht und Mario Lindauer, die Vorstände der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel in Peiting. Die Bilanzsumme ist um fast fünf Prozent auf 742 Millionen Euro gestiegen, der Gewinn im schwierigen Umfeld ging nur leicht auf 1,2 Millionen Euro zurück.

Peiting – Die Zinskrise begleitet die Banken seit Jahren, mittlerweile verlieren die Verantwortlichen kaum mehr ein Wort darüber, dass ihnen quasi die Geschäftsgrundlage weggebrochen ist. Hilft auch nichts, schließlich muss es weitergehen – und da behauptet sich die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel im Vergleich zu den anderen 250 Genossenschaftsbanken in Bayern mehr als beachtlich. „Wir liegen seit Jahren weit über den Zahlen des Verbands“, sagt Rupprecht. Doch eine interne Prognose macht wenig Mut: Sie besagt, dass ab 2020 die Banken im Schnitt ihre Kosten nicht mehr tragen können. Die Peitinger sehen sich nicht darunter, doch auch sie müssen daran knabbern: „Wir haben schon viel an der Kostenseite gearbeitet, aber irgendwann geht das nicht mehr“, sagte Lindauer.

Die Kreditausgaben an Kunden sind weiter stark gewachsen, um 40 auf jetzt 394 Millionen Euro. Stark zugenommen um sechs auf jetzt 41 Millionen Euro haben auch die Kredite, die die Raiffeinsenbank Pfaffenwinkel an ihre Verbundpartner weitergegeben hat, weil vor Ort keine Kredite länger als zehn Jahre angeboten werden können. „Wegen des niedrigen Zinsniveaus werden zum Teil darlehen bis zu 30 Jahre angefragt“, so Rupprecht. Gleichzeitig sind auch die Tilgungen stark angestiegen. „Das ist schließlich die beste Anlage, seine eigenen Kredite zurückzuzahlen“, so Lindauer. Das betreute Kundenvolumen aus Krediten und Geldeinlagen beträgt mittlerweile 1,2 Milliarden Euro – „da kann man als Vertreter einer kleinen regionalen Bank schon zufrieden sein“, sagte Rupprecht bescheiden.

Die Mitarbeiterzahlen bleiben seit Jahren weitgehend gleich, derzeit sind es 102 sowie 14 Lehrlinge. „Wir schauen immer, dass wir vier bis fünf Auszubildende pro Jahr haben“, sagte Lindauer, doch das werde nicht einfacher: „Die Zeiten, als sich eine halbe Realschul-Abschlussklasse für eine Banklehre entschieden hat, sind vorbei.“ Man übernehme in der Regel alle Azubis, doch manche bilden sich weiter, andere gehen ins Ausland – „es kam schon vor, dass uns von einem kompletten Jahrgang niemand geblieben ist“, so Rupprecht.

Vom Bilanzgewinn werden 351 000 Euro als Dividende an die rund 12 000 Mitglieder ausgeschüttet, seit Jahren liegt der Anteil bei 4,5 Prozent – eine begehrte Anlage in Niedrigzinszeiten. „Wir verlangen von unseren Mitgliedern aber eine aktive Geschäftsbeziehung“, so Lindauer – nur Mitglied sein und Dividende kassieren ist nicht erwünscht. „Da reicht auch kein Sparbuch, auf dem fünf Euro liegen.“ Doch weil die Nachfrage so groß war, wurde jetzt beschlossen, den maximalen Anlagebetrag für bestehende Mitglieder von 500 auf 1000 Euro zu verdoppeln.

Nach der Umwandlung der Schongauer Altstadt-Filiale zur Selbstbedienungseinheit seien derzeit keine derartigen Schritte geplant, betont das Geschäftsführer-Duo, es bleibe bei 14 Geschäftsstellen in zwölf Städten und Gemeinden. Vielmehr werde an der Filiale in Schongau-West momentan angebaut, um den Platzbedarf zu decken. Dort wird Raum für vier weitere Büros geschaffen. Für die weitere Zukunft können Lindauer und Rupprecht aber Änderungen im Filialnetz wie alle anderen Banken nicht ausschließen, dafür ist das Online-Banking zu weit auf dem Vormarsch: Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Nutzer noch einmal einen ordentlichen Sprung gemacht auf 10 300 Nutzer – von insgesamt 16 Kontoinhabern. „Bei den meisten läuft wirklich alles über Smartphone und PC, die kommen nur noch selten ins Haus“, so Rupprecht.

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