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Vor historischen Plakaten zur Jubiläumsausstellung in der Peitinger Hauptstelle stehen die beiden Geschäftsführer der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel, Mario Lindauer (l.) und Stephan Rupprecht.

Bilanz des Peitinger Kreditinstituts

Raiffeisenbank Pfaffenwinkel: Spitzenzahlen zum 125-jährigen Jubiläum

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125 Jahre alt und weiter erfolgreich: Auch im Jubiläumsjahr meldet die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel mit Sitz in Peiting hervorragende Zahlen. In einem Punkt ist die Bank sogar bayernweit spitze – und für die Mitglieder gibt’s ein einmaliges finanzielles Sahnehäubchen.

Peiting – Selbst im Jubiläumsjahr gibt sich die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel bescheiden: Öffentliche Veranstaltungen sind nicht geplant, gefeiert wurde vor einer Woche nur intern in der Vertreterversammlung mit einem Teil der Mitglieder der Genossenschaftsbank. Dort gab’s Applaus für die vorgelegten Geschäftszahlen, und das völlig berechtigt. Denn trotz des seit Jahren bekannt schwierigen Niedrigzins-Umfelds haben die Peitinger wieder hervorragende Zahlen vorgelegt: Die Bilanzsumme stiegt um 6,4 Prozent auf 790 Millionen Euro, die Kundenkredite wuchsen um fast zehn Prozent auf 479 Millionen Euro, die Kundeneinlagen um 6,6 Prozent auf 762 Millionen Euro und das Kundenvolumen insgesamt um 7,8 Prozent auf stolze 1,24 Milliarden Euro. „Das ist beachtlich für eine regionale Bank wie uns“, sagte Geschäftsführer Stephan Rupprecht, der gemeinsam mit Mario Lindauer seit Jahren die Bank leitet.

Wichtig ist stets der Vergleich mit der Genossenschafts-Konkurrenz, und da liegen die Peitinger wie in den Vorjahren unter den besten zehn Prozent. In einem Punkt sind sie laut Lindauer sogar spitze in ganz Bayern, nämlich beim Online-Anteil: 69 Prozent aller Kunden sind online aktiv, so viel wie bei keiner anderen Genossenschaftsbank im Freistaat.

Das hat natürlich auch negative Auswirkungen, nämlich beim ausbleibenden Besuch in den Filialen vor allem auf dem Land. „Die Kunden wünschen sich schon noch einen Ansprechpartner vor Ort“, sagt Rupprecht, doch natürlich müsse man reagieren und die Öffnungszeiten in der ein oder anderen kleineren Filiale anpassen. „Es wird aber kein Standort geschlossen“, betont Rupprecht. Zuletzt hatte die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel die Filiale in der Schongauer Münzstraße zur SB-Filiale umgewandelt, Protest von Kunden habe es kaum gegeben, so Lindauer. Die Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht von 120 auf 115 gesunken, doch das sei nur ein temporärer Effekt – Personal soll nicht abgebaut werden.

Das Ergebnis vor Steuern sank – wie bei nahezu allen Banken – im Vergleich zum Vorjahr von 1,25 auf 1,04 Millionen Euro, doch damit stehen die Peitinger im Vergleich mit der Genossenschaftbank-Konkurrenz noch gut da. Der Durchschnitt bei 730 000 Euro nähert sich rasant der Benchmark (650 000 Euro), die eine Bank unbedingt erreichen sollte. „Da gibt es einige, die diese Latte schon gerissen haben“, weiß Lindauer.

Seit Jahren liegt die Dividende für die Mitglieder schon bei 4,5 Prozent, also extrem hoch – und im Jubiläumsjahr satteln die Peitinger noch einmal 1,25 Prozent oben drauf. Davon profitieren die rund 13 000 Mitglieder besonders, weil der maximale Anlagebetrag für sie von 500 auf 1000 Euro heraufgesetzt wurde. Im Aufsichtsrat gab es eine Änderung, Ruth Pfaffenberger aus Hohenfurch ersetzt den aus zeitlichen Gründen zurückgetretenen Robert Seitz (Schongau). Damit sind jetzt drei Frauen im fünfköpfigen Kontrollgremium vertreten. Die kürzliche Fusion der VR-Bank Kaufbeuren-Ostallgäu mit der Augsburger Augusta-Bank hat Lindauer durchaus überrascht, wie er zugibt, weil es eine Sprungfusion ist und das Geschäftsgebiet nicht aneinandergrenzt. Auch wenn die Nachbarn immer größer werden, schließen die Peitinger eine Fusion derzeit aus: „Wir sind groß genug, dass wir alle notwendigen Abteilungen im eigenen Haus haben“, sagt Rupprecht. „Wir kriegen das gut hin.“

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