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Die Sanierung der B 472 zwischen Peiting West und Peiting Ost erfolgt in drei Bauabschnitten. Auch die Anschlussstellen selbst werden erneuert. 

Sanierungsarbeiten zwischen Peiting Ost und West

B 472 wird acht Wochen zur Baustelle

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Der heiße Baustellensommer geht in die nächste Runde: Der neueste Streich betrifft die B 472. Noch im September will das Staatliche Bauamt mit der Sanierung der Umgehung zwischen Peiting-Ost und Peiting-West beginnen.

Peiting– Dass es kein angenehmer Termin für Andreas Lenker und Alois Stapf vom Staatlichen Bauamt werden würde, dürften die Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts schon bereits vor der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstag geahnt haben. Als man vor ein paar Wochen von der geplanten Sanierung der Ortsumgehung erfahren habe, sei das Gremium alles andere als begeistert gewesen, stellte Bürgermeister Michael Asam zu Beginn fest. Kein Wunder angesichts der vielen Baustellen, die heuer bereits für Verkehrsprobleme in der Region gesorgt hatten. Ampel- und Straßenbelagserneuerung an der Staatsstraße in Schongau, dazu die Dauerbaustelle Mühlkanalbrücke – und nun auch noch die Umfahrung.

Die ist, wie Andreas Lenker den Gemeinderäten erläuterte, an vielen Stellen zwischen Peiting Ost und Hohenfurch in keinem guten Zustand mehr. Schäden wie Spurrillen und Netzrisse, die teils bis tief in den Asphalt reichen, machen eine Komplettsanierung der über 20 Jahre alten Fahrbahn nötig. Schon vor einem Jahr habe man die Stadt Schongau sowie die Gemeinden Altenstadt, Hohenfurch und Peiting über die bevorstehende Maßnahme informiert, blickte Lenker zurück.

Die erste Überlegung, die Bauabschnitte 1 (Hohenfurch – Schongau West), 2 (Lechtalbrücke) und 3 (Peiting West – Peiting Ost) im nächsten Jahr in einem Rutsch hintereinander durchzuführen, habe man gleich wieder verworfen. „Das hätte bedeutet, dass die Umgehung von Pfingsten bis Ende Sommerferien gesperrt gewesen und der ganze Verkehr in dieser Zeit über Schongau und Peiting gelaufen wäre“, sagte Lenker. Um die Situation zu entzerren, soll deshalb bereits heuer ein erster Bauabschnitt angegangen werden. Die Lechtalbrücke scheide dabei trotz großen Handlungsbedarfs aus. „Solange die Mühlkanalbrücke nicht fertig ist, ist das Risiko zu groß“, erklärte Lenker. Bleiben noch die Abschnitte 1 und 3. Weil Schongau durch die bisherigen Baustellen heuer schon stark belastet war, habe man sich letztendlich für das Peitinger Teilstück entschieden.

Insgesamt rund zwei Monate sollen die Arbeiten dauern, aufgeteilt wiederum auf drei Abschnitte. Der erste umfasst den Bereich zwischen Peiting-West und -Süd. Als nächstes wird dann das Stück zwischen Peiting-Süd und -Ost auf Vordermann gebracht, ehe schließlich der letzte Abschnitt von Peiting Ost bis zur neuen Hohenpeißenberger Umgehung in Angriff genommen wird. Am höchsten ist der Aufwand in Bauabschnitt zwei, denn dort sind laut Lenker die Schäden am größten. Hier müssen bis zu zehn Zentimeter Material abgefräst und ersetzt werden. „Da zeigt sich die hohe Verkehrsbelastung.“ Um dem steigenden Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen, soll deshalb in allen drei Bereichen der Straßenaufbau verstärkt werden. Gute Nachricht für die Anwohner: Ein Dünnschicht-Asphalt soll künftig den Lärm mindern.

Auch zu den Umleitungen hatten sich Lenker und sein Kollege bereits Gedanken gemacht. Während des ersten Bauabschnitts sollte demnach der von Westen kommende Verkehr über die Füssener und Ammergauer Straße zur Anschlussstelle Mitte geleitet werden. Das stieß freilich auf wenig Begeisterung im Gremium. Gerade das Ortszentrum sei eh schon überlastet, lautete die Kritik. Besser sei, die Autofahrer wie für die Gegenrichtung geplant über die Münchener Straße zu führen. Diese Lösung hatten die Fachleute auch während des zweiten Abschnitts für beide Richtungen vorgesehen, während im finalen dritten Teilbereich der Verkehr über die parallele Verbindungsstraße fließen soll.

Starten sollen die Bauarbeiten für das rund zwei Millionen Euro teure Projekt direkt nach den Sommerferien. Bis dahin dürfte auch feststehen, inwieweit der Markt auf Entschädigung für die zu erwartende Mehrbelastung durch den Umleitungsverkehr hoffen kann. Diese haben die Gemeinderäte am Dienstag vehement gefordert (siehe unten). Im nächsten Jahr will das Staatliche Bauamt den Abschnitt zwischen Hohenfurch und Schongau West ertüchtigen. Die Lechtalbrücke ist frühestens im Herbst 2019 dran. Kleiner Wermutstropfen: Zusätzliche Überholspuren werden im Rahmen der Sanierung nicht geschaffen, sagte der Bauamtsmitarbeiter auf Nachfrage von Herwig Skalitza (CSU). Das sei sicherlich wünschenswert, komme aufgrund der nötigen langwierigen Planfeststellungsverfahren aber wohl erst bei der nächsten Sanierung in Betracht.

Marktgemeinderat fordert „Deal für Peiting“

Wenn ab September die schweren Maschinen auf der Peitinger Ortsumgehung anrollen, wird es eng auf den innerörtlichen Straßen. Der Verkehr und zu erwartende Staus ist ein Problem, das die Marktgemeinderäte am Dienstag umtrieb. Noch größer allerdings war die Sorge um mögliche Schäden. 

Wenn plötzlich tausende Fahrzeuge am Tag zusätzlich durch den Ort fahren würden, gehe das nicht spurlos an den Straßen vorbei, sagte Herwig Skalitza. „Da brauchen wir die Zusage, dass das Staatliche Bauamt nach Abschluss den Straßenbelag erneuert“, forderte der CSU-Rat. Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt konnte die Sorge verstehen. Sein Angebot: „Wir führen vorher eine Begehung durch, damit wir nachher wissen, was kaputt gegangen ist.“ 

Doch damit wollten sich die Räte nicht zufrieden geben. Solch eine Beweislastsicherung sei nur „Schall und Rauch“, wetterte Norbert Merk (CSU), schließlich könnten Schäden auch noch einige Zeit später auftreten. Seine Forderung: Das Staatliche Bauamt solle zumindest die Hälfte der Kosten bei einer künftigen Gesamterneuerung der alten Bundesstraßen übernehmen. Angesichts der vielen Baustellen sei die Bevölkerung an einem Punkt, „wo sie die Schnauze voll hat“. Da wäre eine solche Vereinbarung zumindest ein Zeichen guten Willens. „Hätte ich beim Bau schon gewusst, dass die Umgehung alle 20 Jahre erneuert werden muss, dann hätte ich nie zugestimmt, dass wir als Gemeinde die alten Bundesstraßen übernehmen“, ärgerte sich Herbert Salzmann (SPD). Während der Bund Lkw-Maut auf den Bundesstraßen kassiere, werde der Bürger vor Ort allein gelassen. 

Auch Peter Ostenrieder (CSU) forderte einen „Deal für Peiting“. Schließlich sei die Marktgemeinde die einzige Kommune, die nicht von einer Staats- oder Bundesstraße im Ort profitiere, sondern selbst für alle Straßen verantwortlich sei. „Ich würde mir wünschen, dass das Staatliche Bauamt künftig 50 Prozent bei einer Erneuerung der Deckschicht auf den ehemaligen Bundesstraßen übernimmt. Das wäre eine faire Geschichte.“

Lenker versprach, dass man eine Lösung finden werde, auch wenn rein rechtlich die Gemeinde den Umleitungsverkehr in Kauf nehmen müsse. „Die Alternative wäre, dass wir großräumig eine Umleitung über Staats- und Bundesstraßen beschildern, an die sich aber wohl kaum einer halten wird.“ Eine Kompensation für etwaige Schäden sei dann freilich ganz ausgeschlossen. Soweit werde es aber nicht kommen, ist Lenker überzeugt, wie er gegenüber der SN erklärt. „Wir haben uns bisher noch mit jeder Gemeinde geeinigt.“

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