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Kinder können die Sau rauslassen beim „Zirkus Schweinsgalopp“ in der Peitinger Schloßberghalle

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Stelzenlaufen: Das sieht so einfach aus. Tatsächlich wird in der Peitinger Schloßberghalle fleißig dafür geübt, dass bis zur Vorstellung am Freitag alles wie geschmiert läuft. Freilich gilt das auch fürs Laufen auf dem großen Ball.
Stelzenlaufen: Das sieht so einfach aus. Tatsächlich wird in der Peitinger Schloßberghalle fleißig dafür geübt, dass bis zur Vorstellung am Freitag alles wie geschmiert läuft. Freilich gilt das auch fürs Laufen auf dem großen Ball. © Schlotterer-Fuchs

Was für ein Zirkus: Seit Montag geht’s in der Schloßberghalle in Peiting rund. Stelzenlaufen, Jonglieren oder einfach mal Clown sein – auf jeden Fall immer die Sau rauslassen, und zwar beim „Zirkus Schweinsgalopp“.

Peiting – Es ist ein einmaliges Projekt im Landkreis, auf die Beine gestellt von einem jungen, engagierten Team: Fast 80 Kinder sind in diesem Jahr beim „Zirkus Schweinsgalopp“ in der Peitinger Schloßberghalle dabei. Fünf Tage lang dürfen die Kinder sich dort artistisch austoben. Dafür, dass dieses einmalige Erlebnis stattfinden kann, sorgen mehr als 30 ehrenamtliche Helfer. Die nehmen nicht nur eigens für das Zirkus-Projekt Urlaub, sondern nehmen auch noch vier Nächte Schlafsack-Pennen im Hallen-Nebenraum in Kauf.

Nur so kann es klappen, dass die Teilnahmegebühren seit Jahren im deutlich überschaubaren Rahmen bleiben – ein großes Anliegen von Zirkus-Chef Jonas Feichtl. Er und sein Team möchten allen Eltern und Kindern die Chance geben, ein Teil der „Schweinsgalopp“-Zirkusfamilie zu werden. Vor allem nach der schweren Corona-Zeit „möchten wir die Familien entlasten“, erklärt Feichtl.

Aus den Kinderschuhen entwachsen

Der gebürtige Münchner ist seit der offiziellen Vereinsgründung des „Zirkus Schweinsgalopp“ als Vorstandsmitglied dabei und in diesem Jahr zum ersten Mal so etwas wie der Zirkus-Direktor. Die Kooperation mit dem Peitinger Jugendzentrum hat der Verein in diesem Jahr beendet, er ist gewissermaßen aus den Kinderschuhen gewachsen. Auch wenn das freilich mit einem deutlich erhöhten Arbeitspensum einhergeht, wie Feichtl durchblicken lässt.

Jonas Feichtl ist nicht nur im Vorstand des „Zirkus Schweinsgalopp“-Vereins, in diesem Jahr ist er auch so etwas wie der Zirkus-Direktor.
Jonas Feichtl ist nicht nur im Vorstand des „Zirkus Schweinsgalopp“-Vereins, in diesem Jahr ist er auch so etwas wie der Zirkus-Direktor. © Schlotterer-Fuchs

Hinzu kommt die Tatsache, dass ohne Sponsorengelder kein „Zirkus Schweinsgalopp“ möglich wäre. Kreisjugendring, Bezirksjugendring und der bayerische Jugendring haben Spendenmittel in das Projekt gesteckt, und auch staatliche Hilfsgelder sind geflossen, ebenso Stiftungsgelder. Schließlich müssen Unkosten für Materialbeschaffung oder das echte Zirkuszelt gedeckt werden.

Mit Blick auf die Kindergruppen, die mit ihren Betreuern üben, wie man auf einem riesigen Ball läuft, Schwerter in Menschen steckt, ohne dass Blut fließt, oder am Trapez schwingen, ist es das offensichtlich wert.

In diesem Jahr 20 Plätze mehr angeboten

Ganz klein angefangen, ist der „Zirkus Schweinsgalopp“, der immer in der zweiten Woche der Sommerferien in Peiting stattfindet, zu etwas ganz Großem geworden. „Das zieht jetzt schon ganz weite Kreise“, sagt Feichtl mit Blick auf den Anmelderekord. Binnen kürzester Zeit waren alle Plätze ausgebucht. Und das, obwohl der Verein zusätzlich zu den 60 geplanten Plätzen noch 20 aufgestockt hat. „Uns war es enorm wichtig, dass die Kinder jetzt nach der Corona-Zeit wieder mehr in den sozialen Kontakt kommen und wir mehr Eltern entlasten können“, erklärt Sozialpädagoge Feichtl.

Auch sieben Inklusions-Kinder werden beim Zirkus betreut – ohne Mehrkosten, versteht sich. Und die Betreuer wissen, was sie tun. Nicht nur Zirkus-technisch. Fast alle sind gelernte Erzieher oder Sozialpädagogen. Sogar eine ehrenamtliche Schneiderin ist in diesem Jahr am Start und sorgt für die passende Kostümierung, damit die Gala noch bezaubernder wird.

Kinder dürfen und sollen sich ausprobieren

Sie schreiben den Kindern nicht etwa vor, wie was zu tun ist. Die Zirkus-Kinder dürfen sich ausprobieren, wählen schließlich das aus, was am meisten begeistert, und erarbeiten selbst ihr eigenes Fantasie-Programm. „Die Kinder und ihre Wünsche stehen bei uns im Mittelpunkt. Sie sollen in dieser Woche Spaß haben, viel erleben und bei der Gala über sich selbst hinauswachsen.“

Leonie Borr aus Peiting hat es schon geschafft: Scheinbar mühelos „stakst“ die Neunjährige auf Stelzen durch die Halle. Ist das so einfach, wie es aussieht? „Erst habe ich es mit Hilfestellung probiert, dann hab’ ich mich an der Wand festgehalten – und irgendwann hat man den Dreh raus.“ Sagt’s und stakst auf den Stelzen davon.

Am Freitag ist die große Vorführung

Ein Wiedersehen gibt es dann übermorgen: Denn am Freitag heißt es dann um 17 Uhr „Manege frei!“ In der Schloßberghalle wartet eine zauberhafte Gala mit allem Drum und Dran auf die Eltern. Die Gala wird außerdem auf dem Youtube-Kanal für alle live gestreamt, die lieber von zu Hause aus Zirkusluft schnuppern möchten. Dabei sein ist alles: Wenn dieser Schlachtruf ertönt, heißt es „Wirf den Ball und dreh den Stab, sei ein Zirkusakrobat!“

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