Auf der asphaltierten Fläche an der Untereggstraße lagert die Gemeinde Aushubmaterial
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Auf der asphaltierten Fläche an der Untereggstraße lagert die Gemeinde Aushubmaterial, das beprobt werden muss. Anlieger beklagen sich seitdem über Krach und Lkw-Verkehr.

Schallschutzgutachten beauftragt

Nach Anlieger-Protesten: Schallschutzmauer für Aushub-Lagerplatz der Gemeinde Peiting?

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Seit die Gemeinde Peiting auf einer großen Asphaltfläche in der ehemaligen Kiesgrube Aushubmaterial lagert, ist es mit der Ruhe in der Untereggstraße vorbei. Jetzt reagiert die Gemeinde auf den Protest der Anwohner. Ein Schallschutzgutachten soll klären, wie es um die Lärmbelastung bestellt ist.

Peiting – Anfang August hatte sich der Protest in der Untereggstraße formiert. Rund 20 Anwohner beklagten sich über das, was sich da damals seit gut einer Woche vor ihrer Haustür abspielte. Lastwagen um Lastwagen ratterte die Straße entlang, um auf dem neuen gemeindlichen Lagerplatz in der ehemaligen Kiesgrube das geladene Aushubmaterial von den diversen Baustellen im Ort abzuladen (wir berichteten). Die Anlieger ärgerten sich über den Lärm, die möglichen Risiken für die Gesundheit und warfen der Gemeinde vor, sie nicht ausreichend informiert zu haben. Ihr Tenor: „30er-Zone, Wohngebiet und Schwerlastverkehr: Das passt nicht zusammen.“

Im Rathaus ist die laute Kritik offensichtlich nicht ungehört verhallt. Man habe in den vergangenen Wochen die von den Anliegern beklagten Punkte noch einmal abgeklärt, teilte Bürgermeister Peter Ostenrieder am Montag in einer Presseerklärung mit. Erste Konsequenz: Seit Anfang Oktober ruht laut dem Rathauschef die Anlieferung von neuem Material. Das bereits gelagerte verbleibe auf der Fläche und werde gegebenenfalls noch – nach der erfolgten Beprobung – zur Weiterverarbeitung abgefahren.

Gemeinde hat Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben

Ob und wie der Betrieb wieder aufgenommen wird, hängt vom Ergebnis eines Schallschutzgutachtens ab, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Es soll Erkenntnisse über die Lärmbelastungen aus dem Zwischenlager unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Belastungen aus dem benachbarten Kiesgrubenbetrieb und dem bestehenden Straßenverkehr an der Untereggstraße liefern. „So lässt sich objektiv klären, ob hier tatsächlich eine immissionsschutzrelevante Lärmthematik auftritt“, so Ostenrieder. Bislang hatte die Verwaltung auf bereits vorhandene Untersuchungen verwiesen, die im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens für die beiden Fußballplätze erstellt worden waren.

Schallschutzmauer mit Dach geplant

Durchaus überraschend ist auch die Aussage Ostenrieders, wonach eine „Schallschutzmauer zur Untereggstraße hin, die zugleich teilweise mit einem Dach versehen werden soll“, bereits im Vorfeld der Maßnahme geplant gewesen sei. Davon war im Sommer noch keine Rede gewesen. „Diese würden wir jetzt dann natürlich entsprechend den möglichen Anforderungen aus dem Gutachten anpassen, um die Anwohner nicht überproportional zu belasten.“ Parallel versucht die Gemeinde auch, geeignete alternative Zwischen-Lagerflächen zu finden. An einer Lagerung, auch das macht der Bürgermeister noch einmal klar, führe aber kein Weg vorbei. Der Markt Peiting sei „verpflichtet, entsprechendes Aushubmaterial von gemeindlichen Baumaßnahmen zur Beprobung in vorsortierten Haufwerken zwischenzulagern, beproben und dann fachgerecht weiterzuverwenden oder entsorgen zu lassen“. Eine mögliche Alternative wäre die Lagerung des Aushubmaterials in der Nähe der Baustelle, was aber im Regelfall die Bauarbeiten deutlich behindern und verzögern und ebenfalls mit einer möglichen Störung der betroffenen Anlieger einhergehen würde, gibt Ostenrieder zu bedenken.

Gefahren für die Gesundheit durch das gelagerte Materiel bestehen laut Gemeinde nicht

Und was ist mit möglichen Gesundheitsgefahren durch das belastete Material, wie sie die Anlieger fürchten? Hier verweist der Bürgermeister auf eine Nachfrage der Gemeinde beim Technischen Umweltschutz im Landratsamt, der diese verneine. Die durch Niederschlag resultierenden Abwässer des Platzes würden zudem korrekt über die gemeindliche Kanalisation abgeleitet und der Kläranlage zugeführt. Auch die Kritik an der Flächenversiegelung weist Ostenrieder zurück. Die Befestigung des Geländes hätte wegen des belasteten Untergrunds so oder so geschehen müssen.

Eine generell zu hohe Verkehrsbelastung sieht die Gemeinde übrigens nicht. Schließlich handle es sich bei der Untereggstraße um eine gewöhnliche Ortsstraße und keinen verkehrsberuhigten Bereich. Allerdings würde sich oft nicht an das geltende Tempolimit von 30 km/h gehalten, räumt Ostenrieder ein. „Da hoffen wir auf eine starke Wirkung der angedachten Markierung aller Rechts-vor-Links-Situationen an der Untereggstraße in den kommenden Wochen“, so der Bürgermeister. „Ebenso wird die Verkehrsüberwachung entsprechend ausgeweitet.“

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