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Schnelles Internet: Peiting plant Glasfaser bis in jedes Haus

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Von: Christoph Peters

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Schnelles Internet auf dem Land
Schnelles Internet auf dem Land © dpa / Julian Stratenschulte

Noch ist der flächendeckende Glasfaserausbau in Peiting in weiter Ferne, doch zumindest ein wichtiger Schritt in Richtung schnelles Internet der Zukunft ist jetzt erfolgt: Bürgermeister Peter Ostenrieder hat den Auftrag für die Markterkundung im Rahmen der neuen Gigabit-Richtlinie vergeben.

Peiting – Es war ein „historischer Beschluss“, wie ihn der damalige CSU-Fraktionschef Peter Ostenrieder stolz nannte: 2015 brachte der Peitinger Gemeinderat den Breitbandausbau auf den Weg, nicht nur der Hauptort, sondern auch alle Randbezirke sollten in den kommenden Jahren dank Zuschüssen von Freistaat und Bund mit schnellen Internetanschlüssen fit gemacht werden für die Zukunft. „Wir sind einer der ersten Orte im Landkreis, der eine flächendeckende Breitbandversorgung durchzieht“, freute sich Ostenrieder damals.

Mittlerweile ist der Birkländer Bürgermeister der Marktgemeinde und in Sachen schnelles Internet tatsächlich viel passiert. Mindestens 50 Mbit/s stehen Privathaushalten nun im Ort zur Verfügung, dank Techniken wie Vectoring lassen sich an manchen Stellen auch deutlich höhere Geschwindigkeiten über das betagte Kupferkabel erzielen. In den weiter weg liegenden Ortsteilen und Riedschaften läuft der Ausbau zum Teil noch, er soll Ende August 2022 abgeschlossen sein. Anders als in Peiting wird hier direkt Glasfaser bis in die Häuser verlegt, weil sich aufgrund der langen Leitungen die geforderten Geschwindigkeiten anders nicht realisieren lassen. Diese unterschiedliche Vorgehensweise hatte in der Vergangenheit auch für Kritik gesorgt. Thomas Elste (Grüne) beklagte 2017, dass damit „der überwiegende Teil der Peitinger Bevölkerung noch für Jahrzehnte auf veralteter Kupferkabel-Technik mit einem sehr viel langsameren Internet sitzen bleiben wirdG“

Gemeinde will neues Förderprogramm des Freistaats nutzen 

Dass Glasfaseranschlüssen angesichts immer schneller steigendem Bedarf an hohen Datenraten die Zukunft gehört, hat mittlerweile auch die bayerische Staatsregierung erkannt. Anfang des Jahres stellte sie die neue „Gigabitrichtlinie“ vor. Seit März können sich die Gemeinden für das neue Förderprogramm bewerben, mit dem der Glasfaserausbau vorangetrieben werden soll. Und wieder will man in Peiting zu den Ersten gehören, die davon profitieren. Er habe den Auftrag für die Markterkundung unterzeichnet, teilte Ostenrieder in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit. 

In den nächsten Monaten werde die Regensburger Firma IK-T, mit der die Gemeinde bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete, jeden Telefonanschluss unter die Lupe nehmen, um den momentanen Stand zu erfassen, erklärt der Bürgermeister im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. „Dann wissen wir, auf was wir aufsetzen müssen.“ Ziel des Förderprogramms seien Internetanschlüsse mit mindestens 100Mbit/s, und zwar sowohl beim Herunter- als auch beim Hochladen.

Bis zu 90 Prozent der Kosten werden gefördert

Interessant ist für Ostenrieder dabei die Höhe der Förderung. 80 Prozent der Kosten bis zu einem Höchstbetrag von sechs Millionen Euro könnten Gemeinden als Zuschuss vom Staat bekommen, rechnet er vor. Bei Kommunen mit besonderem Bedarf, wozu der Rathauschef auch Peiting zählt aufgrund der ländlichen Struktur, seien es sogar 90 Prozent bis zu einer Summe von acht Millionen Euro.

Allerdings: Um ganz Peiting mit Glasfaser zu versorgen, dürfte die Summe dennoch nicht reichen. Rund 960 Kilometer Kabel müssten verlegt werden, um alle 3575 Gebäude entsprechend zukunftssicher anzubinden, hatte IK-T schon 2018 ausgerechnet, als das Unternehmen den Masterplan für einen etwaigen Glasfaserausbau vorlegte. Die Gesamtkosten schätzten die Experten auf 28 Millionen Euro.

Auch wenn diese durch die bereits bei Tiefbauarbeiten verlegten Leerrohre sinken dürften: „Wir werden mit der Fördersumme sicher nicht alles schaffen“, bleibt der Bürgermeister realistisch. Der Ausbau werde aber ohnehin nicht von heute auf morgen bewältigbar sein. Wenn alles gut gehe, halte man frühestens 2022 den Förderbescheid in den Händen. „Das ist eine Entscheidung für die nächsten zehn bis 20 Jahre.“

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Tourismus und Natur in Einklang zu bringen, ist nicht leicht. Gerade sensible Gebiete wie die Ammerschlucht ziehen immer mehr Erholungssuchende an. Mit einem neuen Hotspot-Projekt will der Tourismusverband Pfaffenwinkel dem steigenden Freizeitdruck mit gezielten Maßnahmen begegnen. Der Peitinger Gemeinderat zeigt sich begeistert.

Weist die Gemeinde Peiting schon bald neue Gewerbeflächen aus? So zumindest lauten Gerüchte, die derzeit im Ort die Runde machen. Tatsächlich bestätigt Bürgermeister Peter Ostenrieder (CSU) auf Nachfrage entsprechende Pläne. Es geht um Grundstücke mit einer Gesamtgröße von rund 25.000 Quadratmetern.

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