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Mit ihrem Fund: Mächtig stolz sind Julia Hommer (links) und Lilly Gropper über ihren Haifischzahn, den sie in der Peitnach gefunden haben.

Sie merkten gleich, dass es was Besonderes ist

Mädchen machen sensationelle Entdeckung beim Waten im Fluss

Die von der Urammer, deren Bett durch das Peitinger Tal verlief, aufgebaute Schotterebene hat immer wieder Überraschungen parat. Jetzt haben Lilly Gropper und Julia Hommer dort eine sensationelle Entdeckung gemacht.

Peiting – Die beiden Mädchen wollten sich nur abkühlen: Beim Waten in der Peitnach haben Lilly Gropper und Julia Hommer einen Haifischzahn gefunden. Dieser stammt vom größten Hai, der jemals gelebt hat.

Der Riesenhai mit dem wissenschaftlichen Namen „Carcharocles Megalodon“ war mit einer Länge von 15,9 bis 20,3 Metern drei Mal so groß wie der Weiße Hai. Vor Millionen von Jahren ist die urzeitliche Killermaschine, die sich am liebsten von Delfinen ernährt hat, ausgestorben. Der Zahn, den die beiden 13-Jährigen jetzt in der Peitnach gefunden haben, erhält einen Ehrenplatz im Museum im Klösterle.

Die Peitnach unterhalb der ehemaligen Säge beim „Hoch“ ist für die beiden Freundinnen ein richtiger Abenteuerspielplatz. Dort verbringen sie seit Kindertagen viele Stunden ihrer Freizeit.

Dass ihre jüngst gemachte Entdeckung etwas ganz Besonderes ist, war ihnen von Anfang an klar: Ein mit den Eltern von Lilly befreundeter Geologe hat den Zahn zweifelsfrei dem „Megalodon“ zugeordnet. Auch ihr Nachbar Herbert Bloos, ein Mineralienexperte, bestätigt die Echtheit des Zahnes.

Dieser Haifischzahn gehörte dem größten Hai, den es jemals gegeben hat.

Die Existenz des „Megalodons“ ist durch weltweite Zahnfunde dokumentiert, die laut Wikipedia auf ein Alter von 2 bis 17 Millionen Jahren datiert wurden. Auf Basis der Zahngröße und der Proportionen eines heutigen Weißen Hais wurde ein Gebiss rekonstruiert, das groß genug gewesen wäre, einen aufrecht stehenden Menschen zu verschlingen. Das Gebiss wird auf eine Breite von über drei Meter und eine Höhe von über 2,5 Meter geschätzt.

Für Lilly Gropper und Julia Hommer hat von Anfang an festgestanden, dass ihr spektakulärer Fund ins Museum im Klösterle gehört. Dort hatten sie bei ihren Besuchen schon oft die Relikte vergangener Tage bestaunt. Wie etwa die 50 Millionen Jahre alten versteinerten Muscheln und Schnecken aus der Tertiärzeit, die beim Kohleabbau mit hervorgefördert wurden.

Museumsvereins-Vorsitzender Klaus Hilgner ist begeistert: „Es ist toll, dass Ihr uns diese Kostbarkeit gebracht habt“, hat er den beiden Mädchen gesagt. „Der Fund erhält einen Ehrenplatz in der Vitrine mit den Relikten aus der Frühgeschichte.“

Hilgner ließ bei der Übergabe des Zahnes anklingen, dass „unser Museum durch solche Funde enorm bereichert wird und unsere Peitinger ein Gespür für die Vergangenheit haben“. So kann dort in der Heimatstube unter anderem eine versteinerte Riesenauster aus der Tertiärzeit, gefunden am Bühlach, besichtigt werden. In der früheren Vicario-Kiesgrube an der Ammergauer Straße wurde der Backenzahn eines Mammuts entdeckt.

Der Aufmerksamkeit eines Baggerfahrers ist es zu verdanken, dass 1988 ein imposanter Mammut-Stoßzahn beim Kiesabbau der Firma Stich und Schäller bei Ramsau der Nachwelt erhalten blieb.

So bleibt zu hoffen, dass beim Bau der neuen Wohnanlage am Ostbahnhof die Bauarbeiter auch ihre Augen offen halten: Dort befindet sich ja eine mächtige Kiesfläche, die einst die Urammer ablagerte.

Gerhard Heiss

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