Er ist in Peiting daheim: Norbert Socher, 33 Jahre alt, Feuerwehrmann, stolzer Papa. foto: Herold

UNSERE NEUE SERIE: MEIN DORF

Dieser Peitinger fordert: „Nennt uns keine Schwaben!“

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Peiting - Im dritten Teil unserer Serie begegnen wir dem Peitinger Norbert Socher (33). Er verrät uns seine Lieblingsplatzerl und was er an seiner Heimat so liebt.

Dritter Teil unserer neuen Serie: Mein Dorf. Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Norbert Socher, 33, wohnt schon sein ganzes Leben lang in Peiting im Landkreis Weilheim-Schongau. Er ist verheiratet, arbeitet als Werkzeugmacher und hat zwei Kinder – das jüngste ist erst ein paar Wochen alt. Außerdem ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Münchner Merkur: Was ist das Besondere an Peiting?

Socher: Peiting ist zwar eine große Marktgemeinde, mit ihren Ortsteilen die flächengrößte im Landkreis – aber trotzdem hat es noch einen dörflichen Charakter mit vielen Vereinen und Traditionen. Das ist das Schöne, man kennt sich halt noch.

Münchner Merkur: Was fehlt in Peiting?

Socher: Ein Kino. Seit längerem wird versucht, ein großes modernes Kino in den Ort zu holen, aber leider war das bis jetzt ohne Erfolg. Wenn wir einen Film in einem gscheiden Kino anschauen wollen, müssen wir eine halbe Stunde fahren. Das nervt!

Münchner Merkur: Zurück zu den positiven Dingen: Was ist Ihr Lieblingsplatzerl in Peiting? Gibt’s eine Empfehlung?

Socher: Ja klar. Das ist am Auslauf des Kreuzberges. Da hat man einen tollen Panoramablick auf alle Seiten. Man kann auf Peiting schauen und hat eine wunderschöne Aussicht auf die Alpen. Außerdem kann man hier die Ruhe genießen.

Münchner Merkur: Und was ist der wichtigste Tag in ihrem Heimatort?

Socher: Da gibt es viele Tage und Ereignisse. Für mich persönlich ist das Grillfest von Feuerwehr und Musikkapelle eines der Highlights im Vereinsjahr. Da ist immer gute Stimmung und eine super Zusammenarbeit zwischen den Vereinen.

Münchner Merkur: Stichwort Essen: Was kostet denn eine Halbe und ein Schweinsbraten in Peiting?

Socher: Peiting ist Gott sei Dank noch nicht vom Wirtshaussterben bedroht. Darum gibt es mehrere Möglichkeiten, einen guten Schweinsbraten zu essen und noch mehr Möglichkeiten, a Halbe Bier zu trinken. Verhungern und verdursten tut bei uns sicher keiner.

Münchner Merkur: Was zeichnet denn einen typischen Peitinger aus?

Socher: Für mich ist ein Original-Peitinger bodenständig, traditionsbewusst und nimmt aktiv am Vereinsleben teil.

Münchner Merkur: Und wie sieht’s mit Zuagroasten aus? Gibt es Peitinger Gesetze, die man einhalten sollte, wenn man in den Ort zieht?

Socher: Bei uns ist es nicht schwer, Anschluss zu finden. Es gibt so viele Vereine und Gruppierungen, da ist für jeden was dabei. Man muss nur aus seinen vier Wänden rausgehen und sich ein wenig engagieren. Aber einen gut gemeinten Tipp hätte ich: Bezeichne einen Peitinger nie als Schwaben!

Fakten über Peiting

  • Bürgermeister: Michael Asam, SPD 
  • Einwohner: 11.269 
  • Geschichte: erste Besiedlung im dritten Jahrtausend v. Chr.; erste urkundliche Erwähnung einer Welfenburg 1055 
  • Peitinger Berühmtheiten: Michael „Michl“ Dacher, Alpinist und Extrembergsteiger, der 1979 den K2 mit Reinhold Messner in Rekordzeit und ohne Sauerstoffgerät bestieg; die „Frau von Peiting“, genannt Rosalinde – eine Moorleiche aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, die 1957 in einem Holzsarg entdeckt wurde

Wollen Sie mitmachen?

Wenn auch Sie Ihr Dorf oder Ihre Stadt vorstellen möchten, schreiben Sie uns an blickpunkt@merkur.de oder an Münchner Merkur, Im Blickpunkt, Paul-Heyse-Straße 2-4, 80336 München

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