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Einheimische und Auswärtige dürfen auf der Basili-Wiese Grundstücke erwerben. Der Kaufpreis liegt bei 240 Euro pro Quadratmeter, „bedürftige“ Einheimische zahlen 30 Euro weniger. Die Nachfrage ist groß.

Serie zur Ortsentwicklung (13) 

Bauland in Peiting heiß begehrt

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„Bauen, Bauen, Bauen und nochmal Bauen!“, fordert die Bayerische Staatsregierung von Städten und Gemeinden. Wohnraum wird im Freistaat immer knapper. Wir wollen in unserer Serie zur Ortsentwicklung von den Kommunen aus dem Verbreitungsgebiet der Schongauer Nachrichten wissen, wie stark sie in den kommenden 20 Jahren wachsen möchten und können. Heute: Peiting.

Peiting Die Gemeinde Peiting geht davon aus, dass sich ihre Bevölkerungszahl in den kommenden 20 Jahren leicht nach oben entwickeln wird. Eine Prognose sei allerdings nach „unserer Auffassung kaum belastbar“, meint der Geschäftsleiter des Marktes, Stefan Kort.

Junge Familien und Senioren

Der Zuzug junger Familien sei selbstverständlich erwünscht, betont Kort, der auch für die ältere Generation ein breit gefächertes Angebot im Ort sieht: Unter anderem nennt er das Seniorenwohnheim, ein Mehrgenerationenhaus auf Genossenschaftsbasis, Betreutes Wohnen und die gute Infrastruktur.

Einheimische

Bei der Vergabe von Baugrundstücken finden auch in der Gemeinde Peiting Einheimische Berücksichtigung. Wobei der Begriff Einheimischenmodell nicht ganz korrekt sei, verdeutlicht Kort und verweist auf die 2016 vom Marktgemeinderat neu erlassenen „Vergaberichtlinien für die Veräußerung von Wohnbaugrundstücken“. Ziel ist es demnach unter anderem, dass „bedürftige“ Einheimische Bauland günstiger kaufen können, um ihre Bindung an den Ort zu erhalten. Aber auch wohlhabendere Einheimische sowie auswärtige Interessenten sollen in Peiting bedient werden, um „eine möglichst ausgewogene Bevölkerungsstruktur zu erreichen“. Im Ortsteil Birkland gibt es von der Gemeinde dagegen ausschließlich für „bedürftige“ und „nicht bedürftige“ Einheimische Bauland, um, wie es heißt, „den sozialpsychologischen Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger in Birkland zu stärken und zu festigen“. Denn gerade junge Familien mit mehrjähriger Bindung zur örtlichen Gemeinschaft seien auf das Einheimischenmodell angewiesen, um in dem Ortsteil auch in Zukunft bleiben zu können und nicht zum Wegzug gezwungen zu sein.

Bauland

Bei dem Baugebiet an der Basili-Wiese in Peiting werden nach Angaben des Geschäftsleiters zunächst zirka 40 bis 45 Grundstücke ausgewiesen. Die Veräußerung sei für Ende des Jahres 2018 vorgesehen. Der vom Marktgemeinderat festgesetzte Verkaufspreis beträgt regulär 240 Euro je Quadratmeter, die „bedürftigen“ Einheimischen zahlen ermäßigt 210 Euro. Die Erschließungskosten und Anliegerbeiträge kommen in beiden Fällen noch obendrauf. Wie berichtet, ist die Nachfrage groß. „Es werden zeitnah noch weitere Baugebiete folgen“, verspricht Kort. Im Ortsteil Birkland hielt die Gemeinde seinen Angaben nach zuletzt noch fünf Grundstücke für Birkländer Bürger vor.

Verdichtung

In welchem Umfang in der Gemeinde Peiting innerorts Baulücken geschlossen werden könnten, könne der Markt derzeit nicht umfänglich beantworten, heißt es. Sicherlich gebe es Bereiche, bei denen eine Nachverdichtung grundsätzlich möglich wäre, meint Kort. Dies müsse jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Infrastruktur

Die Infrastruktur im Ort hält der Geschäftsleiter für das geplante Wachstum für „weitestgehend ausreichend“. Lediglich im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen und der Schulen sei gegebenenfalls noch nachzujustieren. Dies habe jedoch auch andere Gründe. Kort nennt in diesem Zusammenhang unter anderem die höhere Nachfrage nach Krippenplätzen und die Einführung der Ganztagesangebote an den Grundschulen.

Gewerbeansiedlung

Der Markt Peiting hat nach eigenen Angaben derzeit noch freie, verfügbare Gewerbeflächen im Umfang von rund 25 000 Quadratmetern. Und es dürfte gerne noch mehr werden: „Grundsätzlich sind wir bestrebt, auch künftig weitere Gewerbeflächen anbieten zu können“, versichert der Geschäftsleiter. Allerdings sei es hierfür zunächst erforderlich, „dass der Markt Peiting für diesen Zweck selbst Grundstücke erwerben kann“.

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