Spatenstich für den letzten von drei Ausbau-Abschnitten für schnelles Internet in Peiting
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Endlich geht’s los mit dem letzten von drei Ausbau-Abschnitten für schnelles Internet: Darüber freuen sich beim Spatenstich an der August-Moralt-Straße im Industriegebiet in Peiting (v.l.) Alfred Ziselsberger (ausführende Firma), Michaela Kuschke (Baubegleiterin Telekom), Daniel Artmann („AteneKOM“), Bürgermeister Peter Ostenrieder und Klaus Strauß (Telekom).

Glasfaserausbau

Spatenstich in Peiting: Jetzt kommt das Turbo-Internet auch für Außenbereiche

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    VonBarbara Schlotterer-Fuchs
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In Sachen schnelles Internet ist die Gemeinde Peiting einer der Vorreiter bayernweit: In einem letzten Ausbau des Glasfasernetzes werden jetzt für vier Millionen Euro alle Betriebe und Wohneinheiten in Ortsrandlage und im Außenbereich angeschlossen.

Peiting – Home-Schooling, Home-Office: In der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass schnelles Internet jetzt wichtiger ist, denn je zuvor. Wie gut, dass sich der Markt Peiting lange vor der Krise, im Jahr 2017, per Gemeinderatsbeschluss dazu entschieden hat, Geld in die Hand zu nehmen. Schnelles Netz für ausnahmslos jeden Bürger, so die Devise. Mindestens 50 Mbit sollten es sein – damals war das schon ein hehres Ziel, eine Traum-Vorstellung quasi. Die Entwicklung hat die Vorgabe längst eingeholt: Mit dem Anschluss der Anwohner und Firmen in Ortsrandlage, sowie im Außenbereich, werden Traum-Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde erreicht.

Doch was bedeutet das konkret? „Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud wird bequemer“, erklärt Klaus Strauß von der Telekom. Sie ist der Partner der Gemeinde in Sachen Ausbau, der gestern mit einem Spatenstich im Industriegebiet Peiting-Süd in die letzte von drei Ausbau-Stufen gestartet ist.

43 Kilometer Glasfaserleitungen werden verlegt

Verlegt sein werden nach Abschluss der Arbeiten sagenhafte 64 Kilometer Speednetrohrverband – das entspricht der Strecke von Peiting bis München. Hinzu kommen 43 Kilometer Glasfaserleitungen, die in die Rohre eingezogen werden. Die Leitungen reichen im Süden bis an die Ortsgrenze Steingaden, schließen Birkland an, Herzogsägmühle, die Lexe und tatsächlich jeden Weiler im Außenbereich. Der Anschluss der Anschlüsse ist für Herbst 2022 geplant. Vorgesehen sind 370 Hausanschlüsse – das entspricht in etwa zehn Prozent aller Haushalte im Ort.

Damit das alles möglich wird, sind Mitarbeiter des Rathauses mit den Fachleuten der Telekom nicht nur einmal durch den Wald marschiert, „und haben geschaut, wo wir die Leitungen reinlegen können“, berichtete Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder. beim Spatenstich.

Die Kosten für den Ausbau im letzten Abschnitt belaufen sich auf rund vier Millionen Euro. Bereits im Jahr 2019 hatte der Bund seine Förderzusage für diesen Abschnitt erteilt. Die hatte damals noch bei zwei Millionen Euro gelegen. Doch ebenso wie die rasende Entwicklung im technischen Bereich, musste man auch seitens der Gemeinde feststellen: „Die Kosten sind plötzlich ziemlich gestiegen“, so Ostenrieder. Schließlich hat der Freistaat Bayern noch einmal 800 000 Euro springen lassen, sodass die Gemeinde Peiting jetzt noch 1,2 Millionen Euro drauflegen muss.

„Was früher Kanal und Wasser war, ist heute Breitband“, stimmten der Gemeindechef und Daniel Artmann von der „AteneKOM“ überein. Er ist Repräsentant des Projektträger fürs Bundesförderprogramm und machte sich in Peiting ein Bild davon, wie das vor Ort umgesetzt wird, was seine Mitarbeiter sonst am Schreibtisch überprüfen. Netzplanung, Finanzplanung: Bei der „AteneKOM“ müssen Kommunen und Telekom ihre Planungen im Detail vorlegen, damit Fördergelder fließen. Immerhin: Sie verwaltet zwölf Milliarden Euro, die der Bund in den Breitbandausbau investiert.

„Breitband ist heute ein Standortfaktor“

Artmann lobte die weise Voraussicht des Peitinger Gemeinderats, der schon lange vor Corona auf den Breitband-Ausbau gesetzt hätte. „Breitband ist heute ein Standortfaktor.“ Und zwar sowohl was die Ansiedlung von Gewerbe anbelangt, als auch den Zuzug von Neubürgern, die schnelles Internet für Homeoffice benötigen, betonte er. Vor allem im ländlichen Bereich, müsse auch an die Landwirtschaft gedacht werden, die auch immer mehr vom schnellen Internet abhängig ist, ergänzte Ostenrieder.

Tatsächlich läuft es bei diesem Projekt aber auch auf ein Geben und Nehmen heraus: „Wir brauchen, die Landwirte auch, unter Umständen müssen wir auf privatem Grund graben“, erklärte Klaus Strauß von der Telekom. Hierfür muss Mitbenutzungs-Verträgen zugestimmt werden. „Wir hoffen auf ein Entgegenkommen.“ Das gilt auch für Privathaushalte, damit Anschlüsse von der Grundstücksgrenze ans Haus gelegt werden können. Dafür sorgen übrigens 30 Mitarbeiter der ausführenden Firma Ziselsberger, die auf den Glasfaser-Ausbau spezialisiert ist.

Deutschlandweit sind laut Artmann mehr als 2500 Glasfaserausbau-Projekte am Laufen. „Es stimmt also nicht, dass da nichts vorangeht.“ Klaus Strauß: „Peiting ist schon eines der eher größeren Projekte, eine Herausforderung.“

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