Parkplätze vor der Tourist Info am Hauptplatz in Peiting.
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Zwei Parkplätze vor der Tourist Info am Hauptplatz in Peiting sollen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden.

Verhandlungen weit gediehen

Peiting plant öffentliche Ladesäulen für E-Autos vor dem Rathaus

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Wer in Peiting sein Elektroauto an einer öffentlichen Ladestation laden will, schaut bis dato in die Röhre. Doch das könnte sich bald ändern: Am Hauptplatz sollen zwei Stromtankstellen entstehen. Die Verhandlungen sind laut Bürgermeister bereits weit gediehen. Einen Haken gibt es aber noch.

Peiting – Schon vor drei Jahren hatte sich der Gemeinderat mit dem Thema auseinandergesetzt. Anlass war damals ein Antrag von Grünen-Rat Thomas Elste gewesen, der forderte, bei der Planung für den angedachten P+R-Parkplatz am Bahnhof Ost einen Stellplatz mit Ladesäule vorzusehen. Vom damaligen Bürgermeister Michael Asam bekam Elste freilich zu hören, dass die Gemeinde längst schon viel weiter sei. Man stehe nicht nur in Verhandlungen mit einem örtlichen Energieversorger für eine Station am Bahnhof Ost, sondern plane weitere am Eisstadion und in der Ortsmitte. Auch beim Elektrowagen-Pionier Tesla habe man sich als Standort für eine Schnellladestation ins Gespräch gebracht, verriet Asam – auf Vorschlag der CSU. „Dann haben wir mehr Tankstellen als E-Autos in der Gemeinde“, scherzte der Rathauschef damals angesichts der niedrigen Zulassungszahlen.

Drei Jahre später scheint die Elektromobilität endgültig vor dem Durchbruch zu stehen, der VW-Konzern bejubelte unlängst den Verkaufsstart seines ersten ID-Modells der neuen Elektroauto-Generation, immer mehr Menschen entscheiden sich auch dank Kaufprämien für einen Stromer. Doch von den angekündigten öffentlichen Ladestationen in Peiting fehlt immer noch jede Spur.

Der neue Bürgermeister will die alten Pläne jetzt vorantreiben

Das ist auch Asams Nachfolger Peter Ostenrieder (CSU) aufgefallen, der seit Kurzem selbst mit seinem neuen Dienstwagen elektrisch fährt. Der Birkländer will nun so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen machen. Zwei Stellplätze am Unteren Hauptplatz sollen mit einer Ladesäule ausgestattet werden. Die Verhandlungen mit dem örtlichen Energieversorger seien weit gediehen. Eine fünfstellige Summe muss die Gemeinde für das Vorhaben in die Hand nehmen, denn das Unternehmen verkaufe nur den Strom, die Kosten für den Bau der Anlage, wozu auch der entsprechende Anschluss an das Netz zähle, müsse die Kommune stemmen, sagt Ostenrieder. „Für uns ist das ein Draufzahl-Geschäft.“

Wann gebaut wird, hängt von Fördergeldern ab

Das ist auch der Grund, weshalb Elektroautofahrer noch ein bisschen Geduld brauchen, ehe sie vor dem Rathaus Strom tanken können. Denn um nicht alles aus eigener Tasche zahlen zu müssen, will die Gemeinde Fördergelder anzapfen. Das Problem: Das aktuelle Förderprogramm ist laut dem Rathauschef Ende Juli ausgelaufen. In der Vergangenheit sei dies aber immer wieder neu aufgelegt worden, weiß Ostenrieder. „Das warten wir jetzt noch ab.“

Gewartet – allerdings vergeblich – hat die Marktgemeinde übrigens bislang auf eine Antwort von Tesla auf ihre Bewerbung als Standort für eine Schnellladestation. „Da ist Tesla leider nicht drauf eingestiegen“, bedauert Ostenrieder. Gebaut habe das amerikanische Unternehmen zwischenzeitlich in Sindelsdorf. Anscheinend war dem US-Autobauer ein naher Autobahn-Anschluss wichtiger als eine Gemeinde, auf deren Flur sich drei Bundesstraßen kreuzen, wie die CSU für Peiting als Standortfaktor ins Feld geführt hatte.

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Seit drei Wochen ist die Postagentur im Peitinger Feneberg-Markt mittlerweile geschlossen. Eigentlich sollte die Einrichtung in dieser Woche wieder ihren Betrieb aufnehmen, doch die Kunden müssen sich vorerst weiter gedulden.

Noch ist die Kämmerei mit dem Nachtragshaushalt beschäftigt, doch schon jetzt ist sicher: Die Corona-Krise lässt auch in Peiting die Steuereinnahmen der Gemeinde kräftig sinken. Im Rathaus überlegt man deshalb, ein großes Bauprojekt vorerst auf Eis zu legen.

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