wartende Taxis
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Das Vorhaben, in Peiting gemeindliche Shuttle einzusetzen, stößt einem Taxi-Unternehmer sauer auf (Symbolbild).

Nahverkehrsprojekt

Taxi-Unternehmer kritisiert Pläne für Gemeinde-Shuttle - Bürgermeister wehrt sich

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Mit seiner Idee eines individuellen Shuttle-Service möchte Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder nichts weniger als den öffentlichen Nahverkehr in seiner Gemeinde ganz neu denken (wir berichteten). Bei einem örtlichen Taxiunternehmen sieht man das Vorhaben allerdings gar nicht gerne.

Peiting – Eine kleine Flotte gemeindlicher Elektro-Autos soll die Peitinger auf Wunsch innerorts von A nach B bringen – so jedenfalls sieht die Idee aus, an deren Umsetzung Bürgermeister Peter Ostenrieder gerade feilt. Erste Rückmeldungen aus dem Verkehrsministerium sowie von der Regierung von Oberbayern fallen positiv aus, im Mai will der Rathauschef sein Konzept dem Gemeinderat vorstellen.

Doch jetzt regt sich Widerstand gegen das Vorhaben. Taxiunternehmer Christian Etzel hat sich in einem Brief an Heimatzeitung, Bürgermeister und Gemeinderat gewandt, in dem er seinem Ärger Luft macht. Seit 37 Jahren gebe es sein Unternehmen bereits, doch noch nie sei die Gemeinde auf ihn zugekommen, wenn es um die Umsetzung eines Nahverkehrsprojekts gegangen sei, wettert Etzel darin. Das gelte für den einstigen Ortsbus genauso wie das jetzige Vorhaben. Schon jetzt gebe es in Peiting sehr wohl Möglichkeiten, um von A nach B zu kommen, schreibt Etzel mit Blick auf das Angebot seines Taxiunternehmens.

Mit dem Gemeinde-Shuttle versuche Ostenrieder wie schon beim Baumarkt, den „keiner will und keiner braucht“, kleine Betriebe zu schädigen und das Leben schwer zu machen, greift Etzel den Rathauschef scharf an. Statt seinem eigenen Aufruf, einheimische Betriebe zu unterstützen, zu folgen, habe der einen „viel zu teuren Dienstwagen“ von einem Bernbeurer Autohaus angeschafft, hält der Unternehmer dem Rathauschef vor. Das Verhalten des Rathauschefs sei „gemeindeschädlich und unprofessionell“. Etzel fordert, das Vorhaben des Bürgermeisters von vornherein abzulehnen.

Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe

Und was sagt man im Rathaus zu den heftigen Vorwürfen? Er könne die Sorgen von Christian Etzel durchaus verstehen, meint Ostenrieder auf Nachfrage der SN. „Die Frage nach den örtlichen Taxiunternehmern ist natürlich auch schon bei mir aufgeschlagen.“ Taxis blieben auch bei der Umsetzung des Shuttleservices die erste Wahl, wenn jemand das Ortsgebiet verlassen, also etwa nach Schongau fahren wolle, betont Ostenrieder. Er habe auch nie behauptet, dass es in Peiting keine Möglichkeit gebe, um von A nach B zu kommen. „Unsere Aufgabe als Kommune sehe ich aber darin, eine taugliche Nahverbindung im Ortsbereich zu forcieren.“ Und genau darauf ziele sein Vorschlag für „ein unkompliziertes, finanzierbares und auch von allen annehmbares Transportkonzept“ ab.

Wichtig ist dem Bürgermeister zu betonen, dass es sich bislang nur um eine Konzeptidee handle, die erst im Mai dem Gemeinderat vorgestellt werde. Dieser müsse dann erst einmal entscheiden, ob er das Projekt angehen wolle oder nicht. Auch deshalb habe er bislang noch keine Veranlassung gesehen, das Gespräch mit Etzel oder anderen Unternehmern in dieser Angelegenheit zu suchen, erklärt Ostenrieder.

Auf Etzels Baumarkt-Anspielung will der Rathauschef nicht weiter eingehen. „Die Aussage, dass diesen keiner braucht, stimmt einfach nicht.“ Und was seinen Dienstwagen angehe, sei dieser keinesfalls überteuert, rechtfertigt sich Ostenrieder. Alle Kosten und Konditionen des geleasten Audi E-Tron seien veröffentlicht und vom Gemeinderat beschlossen. „Das ausliefernde Autohaus ist seit vielen Jahren in Peiting in sehr vielen Vereinen als Sponsor und Partner engagiert, auch beispielsweise als Partner beim jährlichen Bürgerfest. Insofern sehe ich den örtlich zuständigen VW- und Audi-Partner auch als örtlichen Unternehmer.“

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