Justitia
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Wegen Körperverletzung stand nun ein Peitinger vor Gericht.

Zu heftig geschoben

Teurer Tankstellenbesuch: Peitinger muss sich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Eigentlich wollte er nur eine Flasche Wasser kaufen – doch der Tankstellenbesuch endete für einen 30-jährigen Peitinger teuer. Er musste sich nun wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Landsberg/Peiting – Weil ein 30-Jähriger aus Peiting keine Maske trug, wollte ihn die Kassiererin in einer Tankstelle nicht bedienen. Ärgerlich schob der Mann daraufhin die Flasche Wasser, die er hatte kaufen wollen, über den Tresen und traf die Frau am Arm. Das brachte ihm jetzt eine Strafe wegen Körperverletzung ein.

Ende Juli 2020 war der Kfz-Aufbereiter auf dem Heimweg von der Arbeit in einem Landsberger Autohaus. Es war heiß und er fühlte sich nicht wohl. „Ich hatte vor einigen Jahren eine schwere Gehirnerschütterung und eine Kopfverletzung“, sagte der Peitinger vor Richter Michael Eberle aus. „An heißen Tagen geht es mir nicht gut. Ich musste Wasser trinken.“ Er hielt an einer Kinsauer Tankstelle direkt an der B17. Da er seine Maske in der Arbeit hatte liegen lassen, zog er sich sein T-Shirt über Mund und Nase.

Videoaufzeichnung wird angeschaut

Die Kassiererin rief ihm allerdings schon an der Tür entgegen, dass er ohne Maske nicht bedient werden könne. Der Angeklagte holte sich trotzdem ein Wasser aus dem Kühlregal, während die Frau ihn weiter aufforderte, den Tankstellen-Shop zu verlassen. Sie hätte, wie Richter Michael Eberle dem Angeklagten deutlich machte, selbst eine Ordnungswidrigkeit begangen, wenn sie einen Kunden ohne Maske bedient hätte.

Der 30-Jährige beteuerte, er habe der Kassiererin dann lediglich die Flasche wieder „zurückgeschoben“, sie aber nicht verletzen wollen. Dass er die Frau am Arm getroffen hatte, zeigte die Videoaufzeichnung der Überwachungskamera. Darauf war außerdem zu sehen, dass auf dem Weg zum Ausgang das T-Shirt vom Gesicht des Angeklagten rutschte, er also ohne Mund-Nase-Bedeckung war. „Das kostet nochmal 250 Euro“, warnte daraufhin Staatsanwalt Philip Kramer den Angeklagten.

Per Strafbefehl war der Peitinger bereits wegen Körperverletzung zu einer Geldauflage verurteilt worden, wogegen er Widerspruch eingelegt hatte. Diesen zog der Mann nach dem Abspielen des Videos zurück, so dass es bei der ursprünglichen Strafe blieb: 1600 Euro (40 Tagessätze zu je 40 Euro) muss der 30-Jährige an die Staatskasse zahlen.

VON ULRIKE OSMAN

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