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Die Nachtclubsängerinnen in der Garderobe. Von links Amelie Zwerschke als Tina, Magdalena Echter als Michelle und Carolin Nuscheler als Delores Van Cartier.

Theaterverein Treibhaus mit Sisterakt

Wer kidnappt denn eine Nonne?

Der Film und das spätere Musical Sister Act sind seit langem Kult. Der Theaterverein Treibhaus brachte das Stück im Rainer-Endisch-Saal auf die Bühne und erntete jubelnden Beifall. Alle fünf Veranstaltungen sind restlos ausverkauft.

Herzogsägmühle – „Wer kidnappt denn eine Nonne? Waren das die verdammten Protestanten?“, eine Frage, die auf der Bühne des evangelischen Diakoniedorfs besonders für Gelächter sorgte. Ansonsten war das Stück um die aufstrebende Nachtclubsängerin Delores van Cartier, die Zeugin eines Mordes wird und sich als Nonne in einem Kloster vor ihren Verfolgern versteckt, dort bestens aufgehoben.

Delores mischt auf unkonventionelle Art den Konvent auf und übernimmt die Leitung des Chors. Dieser feiert unter ihrer Regie sagenhafte Erfolge. Sogar der Papst wird aufmerksam und stattet dem Kloster auf einer Amerika-Reise einen Besuch ab.

Aber auch Delores selbst macht eine Wandlung durch. Sie entdeckt die Menschen hinter der anfangs als „Pinguin“ geschmähten Nonnentracht und erfährt Freundschaft und Gemeinschaft. Einen Vorgeschmack auf das neue Theaterstück der rührigen Treibhäusler hatten die Schongauer bereits im Dezember bekommen, als der Nonnenchor aus dem Stück Passanten auf dem Marienplatz erfreute. Wer das Glück hatte, eine Karte zu ergattern, konnte sich noch mehr freuen. Den „Sister Act – eine himmlische Karriere“ macht vor allem eins: Mit frechen Dialogen und Ohrwurm-Hits unbändig Spaß und gute Laune.

Delores bei der Polizei. Vo. li. Michael Boos (Eddie Souther), Carolin Nuscheler als Delores, Dominik Vicario (Detective Tate) und Ann-Kathrin Essich (Detective Clarkson).

In der Hauptrolle glänzte Carolin Nuscheler, die nicht nur mit komödiantischem Talent, sondern auch mit guter Singstimme überzeugte. Ihren grausamen Verfolger, Ex-Liebhaber und Mafiaboss Vince Larocca, gab Dominik Nierer, seit letztem Sommer bekannt als Henker Jakob Kuisl, mit gewohnter Spielfreude. Den Gegenpart im Kloster, die gestrenge Mutter Oberin, verkörperte Sonja Steinbacher mit Ernst und Strenge.

Eine Glanzleistung legte auch Eleyne Wenninger in der Rolle des naiven Sonnenscheins Schwester Mary Patrick hin. Sie versprühte in ihrer Nebenrolle so viel Lebenslust auf der Bühne, dass sie mehrmals Szenenapplaus bekam. Die schüchterne Novizin Mary Robert verkörperte glaubhaft Eva Kriwan, die ebenfalls eine goldene Kehle bewies.

Delores van Cartier (gespielt von Carolin Nuscheler, vorne) verhilft dem Nonnenchor zu neuem Schwung.

In weiteren kleineren Rollen waren Valerie Kienle (Schwester Mary Lazarus), Peter Echter (Monsignore O’Hara), Michael Boos (LT. Eddie Souther), Florian Stögbauer (Killer Willie) und Maximilian Geiger (Killer Joey) zu sehen. Nicht zu vergessen der Chor der Nonnen sowie diverses Bühnenpersonal, wie Polizeibeamte und Straßenkinder.

Der Theaterverein Treibhaus präsentierte „Sister Act“ auf so erfrischende Art, mitreißend und mit tollen Kostümen, dass das Publikum nicht mit begeistertem Applaus sparte. Besonders die live gesungenen Musikstücke verdienten großes Lob. Ein Theatergenuss, den sich die Besucher der ersten beiden öffentlichen Veranstaltungen zusammen mit einem Drei-Gänge-Menü einverleiben konnten.

Zur allerersten Aufführung mit Dinner hatte die Herzogsägmühle Geschäftspartner eingeladen, um sich für die Zusammenarbeit zu bedanken.

Ursula Fröhlich

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