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Trockene Keller dank neuer Regenwasserleitung: Arbeiten in der Peitinger Jägerstraße haben begonnen

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Von: Christoph Peters

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Schweres Gerät ist aktuell entlang der Jägerstraße in Peiting im Einsatz, um die neue Regenwasserleitung zu verlegen.
Schweres Gerät ist aktuell entlang der Jägerstraße in Peiting im Einsatz, um die neue Regenwasserleitung zu verlegen. © hans-Helmut Herold

Darauf haben die Anlieger in Peiting-Birkenried sehnlichst gewartet: Vor einer Woche hat der Bau der neuen Regenwasserleitung entlang der Jägerstraße begonnen. Mit ihrer Fertigstellung sollen vollgelaufene Keller im benachbarten Wohngebiet endlich der Vergangenheit angehören.

Peiting – Wenn am Himmel dunkle Wolken aufziehen und anhaltenden Regen verheißen, dann richtet sich der Blick der Anlieger an der Jägerstraße sorgenvoll auf den Keller ihrer Häuser. Wird er diesmal trocken bleiben, lautet jedes Mal die bange Frage. Denn immer wieder bahnte sich in den vergangenen Jahren das Wasser seinen Weg in die Häuser.

Bei der Gemeinde hatte man das Problem schnell ausgemacht. Eine Drainageleitung, die eigentlich das Wasser an den Grundstücken entlang der Jägerstraße vorbeileiten sollte, war über die Jahrzehnte an verschiedenen Stellen zugewachsen. Alle Versuche, das Rohr von den Wurzeln der Bäume und Sträucher zu befreien, schlugen fehl.

Im Juni 2019, nachdem Wochen zuvor erneut etliche Keller vollgelaufen waren, entschied sich der Marktgemeinderat für eine teure Lösung des Problems. Die defekte Drainage sollte durch eine neue Regenwasserleitung ersetzt werden. Kostenpunkt: eine halbe Million Euro (wir berichteten).

30 Bäume mussten weichen

Eigentlich war geplant, die Bauarbeiten bereits im Jahr darauf durchzuführen. Neben dem neuen Regenwasserrohr sollte gleichzeitig auch ein Gehweg entlang der Jägerstraße realisiert werden. Anfang 2020 wurden dafür rund 30 Bäume gefällt und alle Sträucher im Grünstreifen entfernt. Doch auf den angekündigten Baubeginn im Mai warteten die Anlieger vergebens. Die Corona-Pandemie sowie fehlende Kapazitäten im Bauamt legten das Vorhaben vorübergehend auf Eis.

Seit vergangener Woche und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant rührt sich nun endlich etwas in der Jägerstraße. Die Arbeiten an der neuen Regenwasserleitung haben begonnen. Verlegt wird sie im sogenannten „horizontalen Spühlbohrverfahren“, wie Marktbaumeister Fabian Kreitl auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärt. Dafür werden an den Enden jeweils drei auf drei Meter große Kopflöcher mit dem Bagger ausgehoben.

Anschließend wird zwischen diesen ein Bohrpfeil auf der geplanten Trasse in dreieinhalb Meter Tiefe durch die Erde getrieben. „An das Seil werden dann die Rohre angehängt und Stück für Stück durchgezogen“, erläutert Kreitl das Prozedere. Der Vorteil: Ein großer Graben ist nicht nötig.

Maßnahme kostet 600.000 Euro

Rund 900 Meter lang ist die neue Regenwasserleitung, ihr Durchmesser beträgt 25 Zentimeter. Sie wird parallel zur bestehenden, defekten Drainage verlegt und mitttels Schächten mit dieser verbunden. Anschlüsse an die Wohngrundstücke seien nicht vorgesehen, aber auch nicht notwendig, sagt Kreitl. Denn durch die neue Leitung fließe das Regenwasser, das unter anderem von den Sportanlagen und den Dachflächen der Sporthalle stammt, sicher an den Häusern vorbei.

Auf rund 600 000 Euro beziffert der Marktbaumeister die Kosten für die Baumaßnahme. Darin enthalten ist auch der neue, zwei Meter breite Gehweg, der entlang der Jägerstraße neu errichtet wird. Mitte Juni sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Nur an eines müssen sich die Anlieger auf Dauer gewöhnen: Da Bäume und Sträucher die Drainage durch ihre Wurzeln beschädigt und verstopft haben, werde auf eine derartige Bepflanzung künftig verzichtet, sagt Kreitl.

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