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Weil Türen fehlen: Eröffnung der Offenen Ganztagsschule in Peiting geplatzt - wie es jetzt weiter geht

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Der Eingangsbereich der neuen Offenen Ganztagsschule neben der Alfons Peter-Grundschule in Peiting
Der Eingangsbereich der neuen Offenen Ganztagsschule neben der Alfons Peter-Grundschule in Peiting blieb am Dienstag geschlossen: Die Einweihungsfeier musste wegen fehlender Türen im Innenbereich verschoben werden. © Barbara Schlotterer-Fuchs

Die Einweihungsfeier des Neubaus der Offenen Ganztagsschule (OGTS) in Peiting ist ins Wasser gefallen. Nicht wegen Regens. Aber wegen fehlender Türen im Innenbereich. Dafür sind Lieferengpässe verantwortlich. Der neue Termin: Nach den Herbstferien soll alles fertig sein.

Peiting – Statt Einweihungsfeier mit feierlicher Segung, gab’s am Dienstag in Peiting einen OGTS-Neubau, dessen Türen noch immer geschlossen sind. Zumindest außen sind sie das. Innen gibt es nämlich noch gar keine. Und das ist natürlich nicht nur unpraktisch, sondern macht die Nutzung des Gebäudes auch praktisch unmöglich: „Aus Brandschutzgründen dürfen wir das Gebäude wegen der fehlenden Türen nicht nutzen“, erklärt Bürgermeister Peter Ostenrieder.

Einmal mehr scheppert es auf gemeindlichen Baustellen, weil es Krisen-bedingt vermehrt zu Lieferengpässen kommt. „Das fällt uns gerade immer wieder auf die Füße.“ Einmal mehr verzögert sich ein Einzug in ein neues öffentliches Gebäude. Im Falle der OGTS soll es jetzt aber schnell gehen – zumal sonst auch fast alles fertig ist bis auf die Außenanlagen. Und die Küche, die soll am Freitag geliefert werden werden, verspricht der Bauamtsleiter Fabian Kreitl.

Die Kinder, die in der Nachmittagsbetreuung untergebracht sind, hätten eigentlich bereits im Mai in das Gebäude umziehen sollen. Dass das nicht geklappt hat, auch daran ist Materialknappheit in der Baubranche schuld. Weil im vergangenen Herbst die Fenster nicht rechtzeitig kamen, wurde das Gebäude nicht rechtzeitig vor Wintereinbruch dicht – Zwangspause für die Baustelle. Ganz im Rahmen ist laut Kreitl der Kostenrahmen von 2,3 Millionen Euro.

OGTS-Gruppen werden auf Klassenzimmer, Schulküche und Werkraum verteilt

Dass es jetzt auch zum neuen Schuljahr nicht geklappt hat mit dem Umzug in den modernen Neubau, für den auch ein Teil des Pausenhofs herhalten musste: Für die Betreuer der insgesamt 60 Kinder ist das gar nicht so einfach. Schließlich mussten die jetzt schon ihre ehemaligen Räume im Schulhaus an den benachbarten Kindergarten abtreten. Eine Krippengruppe des Therese Peter Hauses für Kinder ist wegen Platzmangels im eigenen Gebäude ins Schulhaus umgezogen. Die OGTS war damit quasi obdachlos.

Keine leichte Situation für OGT-Koordinatorin Petra Jung und ihr Team, auf das sie große Stücke hält: „Ohne meine tollen, flexiblen Mitarbeiter hätten wir diese ganz besondere Situation nicht meistern können.“ Besondere Situation heißt: Die vier OGTS-Gruppen werden auf Klassenzimmer, Schulküche oder Werkraum verteilt. Wo eben gerade kein Unterricht und Platz ist, werden die Kinder versorgt. Brotzeit statt Mittagessen wird selbst von zu Hause mitgebracht. Und weil es wegen Corona gerade nichts zum Spielen in den Klassenzimmern geben darf, „gehen wir viel raus“.

Interessant: Vor allem für die Erstklässler ist die ganze Angelegenheit gar keine so missliche Lage. Vor allem sie bleiben gerne im eigenen Klassenzimmer. „Wir haben festgestellt, dass es den Kleinen ganz gut tut, wenn sie die Räume nicht wechseln müssen. Das ist vor allem zur Eingewöhnung ganz gut“, erklärt Petra Jung.

Neubau wird dringend benötigt

Wenn das alles so prima klappt, braucht’s dann überhaupt den Neubau? Petra Jung lacht. Aber sowas von! Die Möglichkeiten, die Grundschüler an den Nachmittagen optimal zu betreuen, sind im Neubau weitaus besser als bisher, weiß Jung. Alleine schon die eigene Mensa: Im Vergleich zur Gruppen-Wanderung ins Foyer des Kindergartens, wo bei Hauptbahn-Hof-Flair zwischen abholenden Müttern gespeist worden war – kein Vergleich. Das Miteinander, die Spiel- und Freizeit-Aktivitäten: All das wird im Neubau noch besser als es jetzt ist, freut sich Petra Jung über die Möglichkeiten, die sich bald entfalten. Wann dieses „bald“ sein wird? Das ist noch nicht ganz klar.

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