Autofahrer fahren durch eine Baustelle auf der B17
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Ärgernis: Immer wieder schlängeln sich Autofahrer mitten durch die Baustelle auf der eigentlich gesperrten B17 zwischen Peiting und Steingaden.

Polizei kündigt Kontrollen an

B17-Sperrung zwischen Peiting und Steingaden: Dreiste Autofahrer fahren einfach durch die Baustelle

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Seit Ende August ist die Bundesstraße 17 zwischen Peiting und Steingaden wegen der Erneuerung der Fahrbahn eigentlich für den Durchgangsverkehr gesperrt. Doch so manch Auto- und Motorradfahrer nimmt’s mit den Verbotsschildern offenbar nicht so genau – sehr zum Ärger eines Anwohners.

Peiting – Reger Betrieb herrscht derzeit rund um Kurzenried. Radlader, Kipper und Bagger rattern über die B17, die aktuell nur eine bessere Schotterpiste ist. Weil die stark befahrene Bundesstraße viele Schäden aufweist, lässt das Staatliche Bauamt seit Ende August zwischen Peiting und Steingaden die komplette Fahrbahndecke erneuern. Schwere Maschinen fräsen dafür den alten Belag ab. In Kurzenried werden im Zug der Sanierung zudem neue Entwässerungsrinnen installiert, auch der vorhandene Gehweg wird erneuert und ein Teilstück neu gebaut. Rund 1,5 Millionen Euro nimmt das Bauamt für die Maßnahme in die Hand, bis 16. Oktober soll sie abgeschlossen sein. „Wir liegen aktuell gut im Zeitplan“, sagt Andreas Lang vom Staatlichen Bauamt.

Viele Autofahrer probieren ihr Glück

Weil die B17 in dieser Zeit voll gesperrt ist, hat die Behörde eine großräumige Umleitung eingerichtet. Sie führt den Verkehr über die B23 Richtung Rottenbuch und weiter über die Staatsstraße 2059 nach Wildsteig zurück auf die B17. Doch offenbar ist der Umweg so manchem Auto- und Motorradfahrer ein Dorn im Auge. Statt der ausgeschilderten Umleitung zu folgen, probieren viele ihr Glück auf der gesperrten Bundesstraße und fahren mitten durch die Baustelle. „Da herrscht weiter reger Verkehr, viele interessiert die Sperrung einfach nicht“, sagt Andreas Hedderich.

Klare Regelung: Wer zum Saliterhof und zum Gasthof Lamprecht will, darf passieren.

Der Landwirt bekommt das Treiben täglich hautnah mit, schließlich liegt sein Hof in direkter Nachbarschaft des Gasthofs Lamprecht. Und was er da so zu sehen bekommt, ärgert Hedderich ungemein: Autofahrer, die den schweren Lastwagen hinterherfahren und sie zum Teil noch überholen, Motorradfahrer, die sich durchschlängeln, bis es an der Asphaltmaschine endgültig nicht mehr weitergeht. Manch einer habe dann noch die Frechheit, zu fragen, wann er denn vorbeifahren könne, sagt Hedderich.

Nur Anlieger dürfen passieren

Vor allem am Wochenende, wenn die Baustelle ruhe, sei auf der gesperrten Strecke viel los, hat der Landwirt beobachtet. Dabei dürfen eigentlich neben Anliegern nur Besucher des Gasthofs Lamprecht und des Saliterhofs in Kurzenried die Absperrung an der Umgehung passieren. Deren Geschäft soll schließlich trotz der Baustelle möglichst ohne große Einschränkungen weitergehen. „Wir stehen mit den Anliegern in engem Kontakt und versuchen, die Straße für sie so weit möglich offen zuhalten“, sagt Lang. „Das funktioniert sehr gut.“

Dass viele andere Verkehrsteilnehmer die Verbotsschilder ignorierten, geht für Hedderich aber gar nicht. Er könne den Ärger über die Umleitung verstehen. „Aber gesperrt ist gesperrt. Wenn da etwas passiert, ist der Teufel los.“ Der Landwirt hat deshalb mittlerweile die Polizei informiert.

Polizei will mehr kontrollieren

Das Problem, dass sich Verkehrsteilnehmer bei Baustellen nicht an Verbotsschilder halten, gebe es immer wieder, weiß Klaus Riedl, der bei der Schongauer Polizeiinspektion als „Mitarbeiter Verkehr“ des öfteren mit dem Thema zu tun hat. „Es gibt immer welche, die austesten, wie weit sie trotz Baustelle kommen.“ Man kontrolliere deshalb regelmäßig im Rahmen der Streife. „Aber eine 24-Stunden-Überwachung ist natürlich nicht möglich.“ Im Fall der B17 wolle man aber nach den beobachteten Vorfällen verstärkt nach dem Rechten sehen.

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