1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Peiting

Umstrittene Peitnach-Brücke: Jetzt werden die Bachfeld-Bewohner befragt

Erstellt:

Von: Christoph Peters

Kommentare

Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder (li.) und Christian Fahnberg vom Ingenieurbüro Ingevost
Bürgermeister Peter Ostenrieder (li.) und Christian Fahnberg vom Ingenieurbüro Ingevost stellten den Ablauf der Mobilitätsverhaltensbefragung im Bachfeld vor. © Christoph Peters

Macht der Bau einer weiteren Brücke über die Peitnach verkehrstechnisch Sinn oder nicht? Aufschluss darüber soll eine Befragung von stichprobenartig ausgewählten Bachfeld-Bewohnern zu ihrem Mobilitätsverhalten liefern. Nun steht der Ablauf der Untersuchung fest.

Peiting – Seit Anfang des Jahres wird in Peiting heftig über eine Brücke gestritten, die es noch gar nicht gibt. Schon 1973 war die Verbindung zwischen Peitnachstraße und Tannheimer Straße ein heißes Thema im Gemeinderat. Damals entschied sich das Gremium erst für und später doch gegen den Bau.

Immer wieder hat es in der Vergangenheit Überlegungen gegeben, den Brückenschlag zu vollenden. Konkret wurde es jedoch nie – bis Ende 2021 Bürgermeister Peter Ostenrieder das Projekt in die Finanzplanung schreiben ließ. Seitdem liefern sich Befürworter und Kritiker eine hitzige Debatte über die Sinnhaftigkeit des Vorhabens. Die einen erhoffen sich eine Verkehrsentlastung für die Ortsmitte, die anderen fürchten zunehmende Belastungen für das bislang ruhige Wohn- und Naherholungsgebiet.

Wie sehr das Thema auch den Gemeinderat spaltet, zeigte sich Ende April. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde entschieden, das Projekt weiterzuverfolgen. Damit verbunden war die Beauftragung einer Mobilitätsverhaltensbefragung der Bachfeld-Bewohner, die Daten für die endgültige Entscheidung liefern soll. Den Zuschlag dafür bekam das Ingenieurbüro Ingevost, das schon in der Vergangenheit mehrfach den Verkehr in Peiting unter die Lupe genommen hat. Wie genau die Untersuchung ablaufen wird, schilderte Planer Christian Fahnberg gestern bei einem Pressegespräch.

Ausgewählte Haushalte bekommen mehrseitigen Fragebogen zugeschickt

Durchgeführt wird die Befragung postalisch, das heißt, jeder ausgewählte Haushalt bekommt einen mehrseitigen Fragebogen zugeschickt. Insgesamt seien in den vergangenen Wochen 400 Haushalte aus den Daten des Einwohnermeldeamts ermittelt worden, die im Bereich südlich der Abzweigung zur Bachfeldstraße und westlich der Peitnach zu Hause sind, erklärte Fahnberg. Post bekommt aber nur die Hälfte davon. Diese Stichprobe, bei deren Auswahl Haushaltsgrößen und Straßen berücksichtigt wurden, reicht laut dem Experten bei einem erwarteten Rücklauf von 50 Prozent der Fragebögen für eine repräsentative Hochrechnung aus. Die Kosten für die Untersuchung bewegen sich laut Bürgermeister zwischen 12 000 und 15 000 Euro.

Wer ausgewählt wurde, dürfte bereits ein Schreiben des Bürgermeisters in seinem Briefkasten gefunden haben. Richtig ernst wird es aber erst in der kommenden Woche, wenn ab dem 4. Juli die Erhebungsunterlagen versandt werden. Diese teilen sich in drei Teile auf. Auf dem Haushaltsbogen wird die Zahl der Personen, die im Haushalt leben, abgefragt sowie die Zahl und Art der genutzten Fahrzeuge. Zudem können sich die Befragten allgemein zur Verkehrssituation im Ort äußern und auch speziell zur angedachten Peitnach-Brücke ihre Meinung kundtun.

Am Stichtag werden alle Wege jedes Haushaltsmitglieds erfasst

Auf den Personenbogen, auf dem nach persönlichen Daten jedes einzelnen Haushaltsmitglieds gefragt wird wie Alter, Berufstätigkeit oder das Vorhandensein eines Führerscheins, folgt das für die Auswertung wohl interessanteste Blatt – der Wegebogen. Auf diesem soll jedes Haushaltsmitglied ab zehn Jahren alle Wege festhalten, die am Stichtag, Donnerstag, 7. Juli, zurückgelegt werden – unabhängig davon, ob zu Fuß, mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Erfasst wird auch der Zweck, also ob der Befragte beispielsweise in die Arbeit oder zum Einkaufen gefahren ist, sowie das genaue Ziel, die Zeit und die Länge der zurückgelegten Strecke. Alle Angaben würden dabei streng vertraulich und datenschutzkonform behandelt, versicherte Ostenrieder. Wichtig sei auch, dass die Fragebögen auch ausgefüllt werden, wenn man das Haus nicht verlasse oder gar nicht am Stichtag in Peiting sei. Gerade diese Personengruppe sei wichtig, da sonst die Hochrechnung verfälscht würde, betonte Fahnberg.

Um zu erreichen, dass möglichst viele Haushalte teilnehmen, werden alle, die die Unterlagen nicht zurückschicken, noch einmal angeschrieben. Für sie gibt es dann am Donnerstag, 21. Juli, einen zweiten Stichtag. Wer dies nicht wünscht, kann seinen Rückumschlag einfach leer in den Briefkasten werfen.

Noch im August soll die Befragung ausgewertet werden. Schon im September will Fahnberg die Ergebnisse im Marktgemeinderat vorstellen. Es dürfte eine spannende Sitzung werden.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem der Region rund um Schongau finden Sie auf Merkur.de/Schongau.

Auch interessant

Kommentare