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Mit roten Klebepunkten konnte jeder Teilnehmer die Themen markieren, die ihm wichtig waren. Ganz vorn landete der Wunsch nach einem eigenen Bikepark, nach mehr Freizeit- und Shopping-Angeboten sowie einem Kino.

Jungbürgerversammlung in Peiting

Vom Kino bis zum Tattoo-Studio

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Was mögen die Peitinger Jugendlichen an ihrer Heimatgemeinde und wo sehen sie Verbesserungspotenzial? Das herauszufinden, war am Donnerstag das Ziel der Jungbürgerversammlung. Rund 30 junge Peitinger nutzten eifrig die Chance, um ihre Sicht kundzutun – mit teils durchaus überraschendem Ergebnis.

Peiting – Als Bürgermeister Michael Asam um kurz vor 17 Uhr das Foyer des Sparkassensaals betrat, herrschte emsiger Betrieb. Weil die vorbereiteten Plätze nicht ausreichten, schleppte das Team um Organisator und Jugendreferent Alexander Zila nach und nach weitere Tische herbei. „So eine Resonanz wie heute haben wir noch nie gehabt“, stellte der Rathauschef deshalb erfreut fest, als er die rund 30 erschienenen Jugendlichen begrüßte. Immerhin hatte die Gemeinde diesmal auch einen hohen Aufwand betrieben, um die Veranstaltung bekannt zu machen. 600 junge Peitinger hatte man im Vorfeld persönlich angeschrieben und eingeladen. „Das zeigt, dass es der richtige Weg war“, stellte Zila zufrieden fest. In der Vergangenheit waren zu ähnlichen Veranstaltungen oft nur eine Handvoll Jugendliche erschienen. Natürlich war der Gemeinderat ebenfalls vertreten, BVP, Grüne, SPD und CSU hatten jeweils Vertreter geschickt.

Geändert hatte man diesmal auch das Konzept. Statt im großen Plenum zu diskutieren, sollte in kleinen Gruppen Ideen und Vorschläge erarbeitet werden. Dafür hatte Zila Christina Daisenberger und Annika Seif von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises ins Boot geholt, die zu Beginn den Ablauf erläuterten.

Auf großen Plakaten, die auf den Tischen auslagen, sollten die Jugendlichen als erstes aufschreiben, was ihnen an Peiting gefällt und was nicht. Mit Feuereifer legten die jungen Teilnehmer los. Die leeren Blätter füllten sich schnell, wobei BVP-Gemeinderat Franz Seidel erleichtert feststellte, dass sich negative wie positive Punkte ungefähr die Waage hielten. Hoch in der Gunst standen das Wellenfreibad, das genau wie das Juze mehrmals auf dem Gefällt mir-Plakat landete. Dabei gab es auch überraschende Nennungen wie das Museum oder das Altenheim. Gelobt wurde auch die gute Verkehrsanbindung mit dem Zug und die gute Erreichbarkeit der Läden. Gleich mehrere Geschäfte, Restaurants und Cafés schafften es namentlich auf die Liste, und auch etablierte Veranstaltungen wie Christkindlmarkt oder Bürgerfest, aber auch die Juze-Konzerte wurden lobend erwähnt.

Leiteten die Veranstaltung: Jugendreferent Alexander Zila mit Annika Seif (li.) und Christina Daisenberger.

Noch interessanter als die positiven Aspekte freilich war die Frage, was die Jugendlichen in ihrem Ort als verbesserungswürdig erachteten. Da gab es den Wunsch nach freiem WLAN am Hauptplatz und im Freibad, aber auch nach mehr Shopping-Angeboten wie H&M oder Mediamarkt. Auch das fehlende Kino bemängelten die Teilnehmer. Kritik ernteten die vielen Baustellen, die schlechte Busverbindung Richtung Steingaden und kaputte Straßen. Sogar die gefällten Bäume an der Bahnhofstraße wurden thematisiert. Begierde hatte offensichtlich der Bikepark in Schongau geweckt, den sich die Jugendlichen auch für ihren Ort wünschten, ebenso wie einen Skaterplatz und mehr Wassersportangebote. Interessant war auch, dass einige Jugendliche eine eigene Jugendzeitung vermissten, genau wie ein größeres und vor allem renoviertes Jugendzentrum. Für Schmunzeln unter den Beobachtern sorgte die Beschwerde eines Teilnehmers über Odelgeruch, sowie der Wunsch nach einem Tattoo-Studio. Generell wünschten sich viele Jugendliche mehr Freizeitangebote, wozu auch Ausflüge oder ganz einfach ein ungestörter Ort zum Freundetreffen gehörten.

Die Menge an Rückmeldungen erstaunte selbst die Moderatorinnen. „Wir hätten nicht damit gerechnet, dass so viel geschrieben wird“, sagte Geisenberger, die alle Einwürfe sammelte. Für die Themen Kino, Bikepark, Shopping- und Freizeitangebote sowie die Jugendzeitung, die den Jugendlichen besonders am Herzen lagen, wurde anschließend Arbeitsgruppen gebildet und Ideen gesammelt. Dämpfen musste Zila freilich die Erwartungen hinsichtlich der gewünschten Geschäfte. „Das hat die Gemeinde leider nicht in der Hand.“ Mehr Hoffnungen konnte er den Jugendlichen in Sachen Kino machen. „Da sind wir dran.“ Auf jeden Fall werde man aber alle gesammelten Anregungen mit in den Gemeinderat nehmen, versprach er.

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