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VHS-Leiterin Sabine Hickisch und ihre Stellvertreterin Andrea Deibler planen bereits für das nächste Semester. 

Wegen Corona

VHS Peiting: Das Sommersemester ist abgehakt

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Corona-Krise hat auch die Peitinger Volkshochschule voll getroffen. Rund 90 Kurse mussten seit Mitte März mit dem verhängten Lockdown abgesagt werden. Seit Kurzem darf die Einrichtung zwar wieder öffnen, doch nachgeholt werden soll das ausgefallene Programm nicht. Leiterin Sabine Hickisch nennt die Gründe.

Peiting – Über einen Mangel an Arbeit konnten sich Sabine Hickisch und ihre Kollegin Andrea Deibler in den vergangenen Wochen weiß Gott nicht beklagen. Eher im Gegenteil: Während viele Betriebe ihre Mitarbeiter in der Corona-Krise in Kurzarbeit schicken mussten, hatten die VHS-Leiterin und ihre Stellvertreterin alle Hände voll zu tun. Die Aufgabe freilich, die sich ihnen stellte, war keine schöne. Statt wie sonst für einen reibungslosen Ablauf des Sommersemesters zu sorgen, galt es, selbiges jäh zu beenden. Denn wie alle anderen öffentlichen Einrichtungen mussten auch die Volkshochschulen mit dem ab Mitte März verhängten Lockdown schließen. 

Anstatt also Anmeldungen entgegenzunehmen, verschickten Hickisch und Deibler reihenweise Absagen an Teilnehmer und Dozenten. Kurse, die bereits liefen, wurden abgebrochen, geplante Programmpunkte abgesagt. Leistungen, die bis dahin erbracht worden waren, mussten abgerechnet, bereits gezahlte Gebühren zurückerstattet werden. Insgesamt 90 Kurse waren von der coronabedingten Ausnahmesituation betroffen.

Natürlich habe man in den Wochen nach der angeordneten Schließung immer die Hoffnung gehabt, dass sich an den strengen Auflagen vielleicht etwas ändern würde, sagt Hickisch. Doch erst mit den jüngsten Lockerungen sehen auch die Volkshochschulen wieder Licht am Ende des Tunnels. „Seit Ende Mai dürfen wir theoretisch wieder öffnen“, sagt die Leiterin. 

Die Betonung liegt dabei auf theoretisch. Denn natürlich gelten auch für die VHS strenge Auflagen, was die Hygienerichtlinien betrifft. Einfach weitermachen wie vor der Schließung ist deshalb keine Option. Auch aus diesem Grund hat man in Peiting beschlossen, die ausgefallenen Kurse nicht nachzuholen. Nur zwei kleinere Yoga-Gruppen und „vielleicht ein Sprachkurs“ sollen noch starten, kündigt Hickisch an. Doch das hänge von der Rückmeldung der Teilnehmer ab. 

Kaum Nachfrage nach Kursen

Möglicherweise würden auch die Exkursionen, bei denen man mit der Schongauer VHS kooperiere, stattfinden. Doch auch das sei noch nicht entschieden. Überhaupt will man nichts übers Knie brechen, wie es Hickisch ausdrückt. „Wir als Leitung der VHS haben eine Verantwortung für die Leute.“ Viele Teilnehmer seien zudem höheren Alters, zählen damit zur Risikogruppe.

Dagegen, die ausgefallenen Kurse nachzuholen, spricht zudem, dass sich die Nachfrage in Grenzen hält. „Für die Leute hat das im Moment keine Priorität“, sagt Hickisch. Anrufe habe es nur vereinzelt gegeben. Dazu komme, dass nach Pfingsten auch in normalen Zeiten kaum Kurse stattfinden. „Da beginnt die Urlaubssaison, die Leute wollen raus.“

Das abrupte Ende des Sommersemesters bedeutet für die VHS auch finanzielle Einbußen. Vor Existenzproblemen stehe man aber als kommunale Einrichtung anders als andere Volkshochschulen in Bayern nicht, betont Hickisch. Sie ist wie ihre Kollegin bei der Gemeinde angestellt. Für die zahlreichen Dozenten gilt dies freilich nicht. Allerdings sei kein Kursleiter hauptberuflich für die VHS tätig, sagt die Leiterin. „Alle sind berufstätig oder in Rente und nicht abhängig von ihrem Verdienst als Dozent.“

Planungen für das nächste Semster laufen bereits

So richtet sich Hickisch’ Augenmerk bereits auf das nächste Semester, das turnusgemäß im Herbst beginnt. Die Arbeiten am neuen Programmheft haben schon begonnen. „Ich hoffe, dass wir dann wieder durchstarten können“, sagt die Leiterin. Einzelne Kurse sollen dann auch als Online-Variante angeboten werden. Gerade bei Sprachkursen sei das Potenzial dafür da, sagt Hickisch. Doch eine generelle Lösung sei das nicht. „Die Volkshochschule ist ein Ort des Miteinanders, diesen Grundgedanken kann man allein mit Online-Kursen nicht erfüllen“, betont Hickisch. „Viele unserer Teilnehmer brauchen und wollen den persönlichen Kontakt.“

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