Stellen derzeit bei „Betten und Mode Weissenbach“ sowie bei „Augenoptik Uhren & Schmuck Obermaier“ aus: die Künstler Marinus Wirtl (2.v.r.), Carlotta Wirtl (l.) und Ilse Bill. Darüber freut sich Markus Obermaier, Augenoptiker und Uhrmachermeister.
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Stellen derzeit bei „Betten und Mode Weissenbach“ sowie bei „Augenoptik Uhren & Schmuck Obermaier“ aus: die Künstler Marinus Wirtl (2.v.r.), Carlotta Wirtl (l.) und Ilse Bill. Darüber freut sich Markus Obermaier, Augenoptiker und Uhrmachermeister.

Marinus Wirtl, Ilse Bill und Carlotta Wirtl stellen ihre Werke in den gleichen Geschäften aus

Fensterschau in Peiting: Von Maschinen, Schweinen und Corona

  • vonRafael Sala
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Gleich drei Künstler sind derzeit in den Geschäften „Betten und Mode Weissenbach“ und „Augenoptik Uhren & Schmuck Obermaier“ in Peiting zu sehen: Im Rahmen der noch bis Sonntag laufenden Aktion „Fensterschau-Schaufenster“ stehen in den dortigen Schaufenstern Gemälde und Objekte von Marinus Wirtl, Ilse Bill und Carlotta Wirtl.

Peiting - Alle drei Künstler sind in Peiting schon längst keine Unbekannten mehr. Vor allem Marinus Wirtl. In Peiting hat er bereits den Barbarabrunnen am Rathaus geschaffen, und auch die Silhouette der Schloßberghalle, die 2012 aufgestellt wurde und die je nach Betrachtungsweise eine Trachtlerin oder einen Fußballer darstellt, stammt aus seinem Atelier. Und auf einer Verkehrsinsel nahe der Bäckerei Sesar sind zwei imposante Stahlräder in den Boden eingelassen.

Aus Sicht des vielseitigen Künstlers bilden sie eine „Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft“, die gleichsam bildlich für den Fortschritt und die Weiterentwicklung der Gemeinde stehen. „Andererseits sind sie ein Symbol für das Wiederkehrende, Dynamische und Zukunftsweisende“, hatte Wirtl im Sommer 2018 erklärt, als das Förderband eingebracht wurde.

Die Holz-Bildhauerin Carlotta Wirtl wiederum macht sich intensive Gedanken über die derzeitige Corona-Pandemie und deren Auswirkung auf das Leben. Diese Sichtweise fließt in ihre Kunstwerke ein, darunter auch ein Objekt namens „Schiefe Kreuzung“: Bei dem aus Holz gefertigtem Objekt gehe es im Kern darum, „dass die Welt gerade so super kompliziert ist und so viele Sachen irgendwie so verschoben sind“, wie sie unlängst gegenüber dem Rundfunk geäußert hatte. „Ich glaube, das kann man ganz gut nachvollziehen, weil die Kreuzung auch so verschoben aussieht.“

Überhaupt liebt es Wirtl, mit allem zu spielen, was mit Orientierung zu tun hat. Ihre Objekte durchdringt sie dabei mit einem tiefen Symbolgehalt, über den sich immer wieder nachdenken lässt, der mit uns allen zu tun hat – nicht selten auf eine verstörende Weise. Straßen ohne Namen beispielsweise: Sie kommen von irgendwoher und führen irgendwohin, keiner kennt Ziel und Richtung. Ein komplexes, schwer zu durchschauendes System sind sie, mit Hang zum Absurden. So wie unser Leben.

Und schließlich ist da noch Ilse Bill: Sie hat sich der künstlerischen Darstellung von Tieren verschrieben. Vor allem Schweine sind es, die sie in ihren Bann ziehen. Dabei ist für sie die Wirkung wichtig, die das gesamte Schaufenster ausstrahlt: „Beim Hinein-Verzieren achtet man drauf, dass die Kunst nicht die ausgestellten Artikel übertüncht. Es soll vielmehr ein harmonisches Miteinander sein. Wie ich ein Bild komponiere, so komponiere ich hier ein Schaufenster“, sagt die Künstlerin.

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