Über fünf Kilometer führte die Rad-Demo-Fahrt von Peiting über die Dießener und Schongauer Straße nach Schongau.
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Über fünf Kilometer führte die Rad-Demo-Fahrt von Peiting über die Dießener und Schongauer Straße nach Schongau.

Demo-Aktion der Grünen

Von Peiting nach Schongau: 50 Radler treten für Verkehrswende in die Pedale

Über 50 Radfahrer haben sich in die Demo eingeklinkt, zu der der Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ des Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen am Samstag aufgerufen hatte. „Wir wollen ein Zeichen für eine Verkehrswende setzen“, sagte die Peitinger Organisatorin Heike Dietrich.

Peiting/Schongau – Los ging’s am Peitinger Rathaus, Ziel war der Marienplatz in Schongau. Um die Sicherheit auf der fünf Kilometer langen Strecke brauchten sich die Teilnehmer keine Sorgen machen. Dafür sorgte ein großes Polizeiaufgebot. Ein Fahrzeug mit Blaulicht vorneweg, das andere hielt den Radfahrern den Rücken frei. Über die Münchener, Wanderhof-, Dießener und Schongauer Straße führte die Polizei den Fahrradtross sicher zum Marienplatz nach Schongau. Zuvor hatte sich am Bahnhof in Schongau eine Abordnung der Fuchstalbahn-Initiative der Gruppe angeschlossen.

Heike Dietrich, Vorsitzende des Peitinger Ortsverbandes der Grünen und zugleich Kreissprecherin, sieht Radfahren als Alternative zum Autofahren. Von der Bundespolitik erwarte sie eine Verkehrspolitik, die auf Rad-Nahverkehr ausgerichtet sei, forderte sie. Der Schongauer Stadtrat Friedrich Zeller (SPD) sah in der Demo eine Möglichkeit, der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass im Mittelzentrum Peiting, Schongau, Altenstadt viel mehr für den Radverkehr gemacht werden müsse. „Wir brauchen vernünftige Radverkehrsanlagen.“

Stadträtin Bettina Buresch (Grüne) sagte Dank an das Aufgebot der Polizei, „das uns vor Autofahrern beschützt hat“. Und nicht ganz ernst fügte sie hinzu: „Obwohl sie uns mit ihren Fahrzeugen die CO2-Bilanz versaut hat.“ Ihr gehe es um eine Verkehrswende, denn nur so könnten die Klimaziele erreicht werden, betonte Buresch. Der Radverkehr nehme ständig zu, das erfordere Entwicklungs- und Förderkonzepte. Autofahrer wünschten sich schnell und sicher ans Ziel zu kommen. „Das wünschen wir Radfahrer uns auch.“

Günter Franz, Fraktionschef der Peitinger Grünen im Gemeinderat, appellierte an die Politik, für eine „vernünftige Hardware“ zu sorgen. Die Marktgemeinde sei dabei, einen Arbeitskreis zu schaffen, der sich künftig damit beschäftigen werde.

In der Lechstadt schoben die rund 50 Teilnehmer ihre Drahtesel den steilen Bahnberg hoch, bevor es über die Weinstraße zum Marienplatz ging.

Harald Baumann vom Arbeitskreis Fuchstalbahn forderte ein alltagstaugliches Konzept für die Reaktivierung der Fuchstalbahn. Dazu gehöre eine zuverlässige, zügige und einfache Erreichbarkeit des Fernverkehrs in Augsburg und München und außerdem eine schnelle, regelmäßige Anbindung des Mittelzentrums Schongau/Peiting/Altenstadt in Richtung Norden nach Landsberg, Kaufering und Augsburg vom frühen Morgen bis in die Nacht im Stundentakt. Zudem erwarte er ein umweltfreundliches Mobilitätsangebot für (Rad-) Wanderer, Kurz- und Langzeittouristen, auch an Wochenenden. Er, sagte Harald Baumann, habe den Eindruck, dass es allmählich ein Umdenken gebe. Er hoffe, dass der kleine Silberstreif am Horizont nach der Bundestagswahl nicht verglühe. „Wir jedenfalls sind der Stachel im Hintern des bayerischen Löwen.“

Nicht nur in Peiting und Schongau wurde am Wochenende kräftig in die Pedale getreten. Identische Veranstaltungen hatten auch die jeweiligen Grünen- Ortsverbände Weilheim-Wielenbach, Weilheim, Penzberg und Peißenberg organisiert.

Walter Kindlmann

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