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Klostergärtner Rainer Steidle begeisterte seine Zuhörer für den naturnahen Gemüseanbau im eigenen Garten.

Obst- und Gartenbauverein Peiting

Ein Verfechter des natürlichen Gartelns

„Unsere Gesundheit hängt vom Wohlergehen unserer Lebensmittel ab. Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sind elementar wertvoll“: Bei der Versammlung des Obst- und Gartenbauvereins Peiting begeisterte Rainer Staidle seine aufmerksamen Zuhörer für das natürliche Garteln.

Peiting – Das natürliche Garteln hatte auch in Peiting zur Zeit des Kohleabbaus zu jedem Haus dazugehört, berichtete Referent Rainer Staidle.

Der leidenschaftliche Klostergärtner von Attl betreibt selbst neben dem von ihm geleiteten Großbetrieb einen eigenen 1000 Quadratmeter großen Hausgarten mit Gemüse, Stauden, Apfel- und Birnbäumen. „Es ist wichtig, schon die Kinder unsere Natur erleben zu lassen“, gab er allen mit auf den Weg.

Der Garten sei ein besonderer Ort, wo man gestalten und in sich gehen könne. Die Blumen und Früchte begleiten einen das ganze Jahr. Ideal sei die Mischung von Gemüse und Blumen wie in den alten Bauerngärten und eine Blumenwiese statt kurz geschnittenem Rasen. Man müsse zur Schädlingsregulierung die Ansiedlung von Nützlingen fördern, ihnen Unterschlupf und Blühendes anbieten: Frühjahrsblüher, Stauden, Blühmischungen als Zwischenfrucht, Sommerblumen, Kräuter und Gehölze. Diese beherbergen Marienkäfer, Florfliegen und Gallmücken, die sich rasch der Läuse annehmen. Vögel kümmern sich um Raupen und Schnecken, Igel fressen Insekten, Schnecken, Larven und Eier. „Nicht die Schädlinge sollten wir im Blick haben,“ so Rainer Steidle, „sondern unsere Nützlinge“.

Man könne keine Schädlingsfreiheit erzielen, jedoch ihr Auftreten auf ein tolerierbares Maß reduzieren. Grundlage eines erfolgreichen Gärtnerns ist der Boden, ein lebendiger atmender Organismus. Glücklich könne sich schätzen, wer noch einen eigenen guten Kompost habe mit genügend Mikroorganismen. Der Regenwurm ist ein wichtiger Begleiter, der den Boden lockert und dem Gärtner so viel Arbeit abnehme. In seinem Kot ist alles Notwendige, was die Pflanze braucht. Zu beachten sei, dass der Boden immer bedeckt, stets feucht (nicht nass) und gefüttert sein will. Er will atmen, nicht umgegraben werden und liebt die Vielfalt. Rainer Steidle: „Gehen wir mit diesen Grundgedanken an die Gartenarbeit, so erleben wir den Garten in Harmonie und Freude.“

Eine wertvolle Hilfe auf dem Weg dorthin sei der Einsatz von EM. EM steht für Effektive Mikroorganismen, die zusammen eine Gemeinschaft bilden, eine wichtige Komponente in der Mischung aus unterschiedlichen Pflanzenstärkungsmitteln. Die Kompostierung werde mit den Mikroben optimiert und die Substrate angereichert. In Attl arbeite man seit 12 Jahren mit Mikroorganismen hin zum biologischen Anbau.

Der Erfolg kann sich sehen lassen. Seit vier Jahren verlaufe die Gemüseproduktion ohne den Einsatz von Chemikalien. Im Zierpflanzenbereich konnten sie um 98 Prozent reduziert werden. Die Kulturen sind sehr stabil und damit auch die Erträge.

Für die Besucher hatte Steidle neben Tipps zur Düngung und Pflanzenstärkung auch die Rezepturen für das Herstellen von Bokashi aus Rasenschnitt und Knoblauchtee mitgebracht. Durch Anwendung von Knoblauchtee könne die Schädlingsvermehrung und Pilzerkrankungen stark reduziert werden.

Gerhard Heiss

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