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Immer mehr wählen per Briefwahl.

Zwei Tage vor der Wahl

Wahlsonntag: Die Spannung steigt – vor allem in Rottenbuch

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Die Spannung steigt: Am Sonntag wird der neue Bundestag gewählt. In den Rathäusern laufen die Vorbereitungen für die Wahl auf Hochtouren. In Rottenbuch wird gleich zwei Mal ausgezählt.

Schongau – Bereits um 8 Uhr öffnen am Sonntag die Wahllokale. Doch auch Langschläfern bleibt genug Zeit, ihre Stimme abzugeben. Bis 18 Uhr kann jeder Wahlberechtigte seine Kreuzchen in der Wahlkabine machen.

Allzu lang dürften die Schlangen vor den Wahllokalen allerdings nicht werden. Das liegt vor allem an einem bundesweiten Trend, der sich auch im Schongauer Land bestätigt. Immer mehr Bürger entscheiden sich für die Briefwahl. In Schongau hatten am Donnerstag 2555 Wähler beantragt, ihre Stimme per Briefwahl abgeben zu wollen. Das entspricht rund 30 Prozent der Wahlberechtigten. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl 2013 waren es noch 2123 gewesen, sechs Prozent weniger. An den Rekord der jüngsten Kommunalwahl 2014 komme man aber nicht heran, sagt Martin Keßler vom Einwohnermeldeamt in Schongau. „Da hatten wir über 3000 Briefwähler.“

So viele werden es auch in Peiting nicht, wenngleich auch hier fast jeder Dritte seine Stimme von Zuhause aus abgibt. Dort zählte man bis Donnerstag 2896 Briefwahlanträge – eine leichte Steigerung gegenüber 2013 (2866). Endgültig ist die Zahl noch nicht, denn selbst am Wahltag selbst können noch bis 15 Uhr Briefwahlunterlagen beantragt werden, weist Geschäftsstellenleiter Stefan Kort hin. „Das gilt für Leute, die kurzfristig erkrankt sind und deshalb nicht ins Wahllokal gehen können.“

In manchen Gemeinden sieht man den Trend zur Briefwahl durchaus kritisch. „Für uns bedeutet das einen großen Mehraufwand, von den Kosten ganz zu schweigen“, sagt etwa Sebastian Ostenrieder, Geschäftsstellenleiter der VG Altenstadt. Dabei seien viele der Briefwähler am Wahltag zuhause, könnten also eigentlich ihre Stimme ganz normal im Wahllokal abgeben. Auch er vermeldet für seinen Zuständigkeitsbereich eine Steigerung gegenüber der letzten Bundestagswahl. Damals waren es 1239 Briefwähler, aktuell sind es bereits 1438.

Während in den Verwaltungsgemeinschaften Steingaden und Bernbeuren die Zahl der Briefwähler im Vergleich zu 2013 nur leicht gestiegen ist, wurden in der VG Rottenbuch vorsichtshalber sogar Briefwahlunterlagen nachgeordert. „Vergangene Woche hatten wir einen regelrechten Ansturm“, berichtet VG-Geschäftsstellenleiter Peter Vogt. Je rund 400 Anträge aus Rottenbuch und Böbing sind bislang bei ihm eingegangen, was knapp 30 Prozent der Wahlberechtigten entspricht. 2013 waren es noch rund 300 pro Gemeinde gewesen.

Fast noch spannender als die Bundestagswahl dürfte am Sonntag in Rottenbuch aber der Ausgang des Bürgerentscheids zum geplanten Supermarkt auf dem ehemaligen Gärtnereigelände werden. Auch hier seien rund 400 Briefwahlunterlagen eingegangen, sagt Vogt. Im Gegensatz zur Bundestagswahl, an der nur deutsche Staatsbürger teilnehmen dürfen, können beim Bürgerentscheid auch EU-Bürger ihre Stimme abgeben. Mit einem Ergebnis rechnet Vogt erst gegen 20 Uhr, denn vor dem Bürgerentscheid muss die Bundestagswahl ausgezählt werden. „Das war eine Bedingung des Innenministeriums.“

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