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Zwei muntere Gesellen beherbergt Waltraud Guttek in ihrem Gewächshaus .

Waltraud Guttek aus Peiting

Igel-Mama für einen Winter

Peiting - Unverhofft zur Igel-Mutter wurde Waltraud Guttek. Sie fand zwei kleine, nur 160 Gramm schwere Igelkinder im Garten und hofft jetzt, sie gut über den Winter zu bringen.

Putzig sind sie, die beiden Igelchen, die Waltraud Guttek seit sechs Wochen in ihrem Gewächshaus beherbergt. Und extrem hungrig. Schließlich müssen sie noch einiges an Gewicht zulegen, um gut über den Winter zu kommen. „Sie haben schon gut zugenommen und wiegen inzwischen so etwa 270 Gramm“, erzählt Guttek. Um den notwendigen Winterschlaf zu machen, müssen sie sich aber noch einiges an Gewicht anfuttern. Mindestens 600 Gramm brauchen sie laut Waltraud Guttek, um den Winter zu überleben. Deshalb werden sie mit Rühreiern, gebratenem Hackfleisch, Katzenfutter und Igeltrockenfutter gepäppelt.

Die Ernährungstipps hat Guttek sich bei Kunigunde Kögl in Huttenried und bei Elke Keller vom Tierheim Schongau geholt. Auch der Landesbund für Vogelschutz und der Bund Naturschutz haben zahlreiche Tipps für Igel auf ihrer Homepage.

Die beiden Igel sind Waltraud Guttek quasi zugelaufen. Erst entdeckte ihr Sohn einen im Garten. Als der im Gewächshaus einquartiert war, saß plötzlich noch einer vor der Gewächshaustür. „Wahrscheinlich sind es Geschwister“, vermutet Guttek. Kurz darauf hat sie nicht weit entfernt einen toten, ausgewachsenen Igel gefunden, von dem sie annimmt, dass es vielleicht die Mutter ihrer Igelchen war.

Wenn Futter lockt, kommen sie aus dem Unterschlupf

Normalerweise schlafen die beiden stacheligen Gesellen tagsüber eingerollt in einen kuschelig warmen Strohhaufen in einem alten Hasenstall. Lediglich, wenn Futter lockt, kommen sie aus ihrem Versteck. „Der Teller ist immer leer“, sagt Guttek lachend. Sie stellt den beiden mehrmals täglich Futter hin. Zudem sind die kleinen Igel sozusagen stubenrein. Ihr Geschäft verrichten sie brav in einem Blumen-Untersetzer mit Katzenstreu. Der Unterschlupf bleibt sauber. Auf das empfohlene Entwurmen und Entflohen hat sie bislang verzichtet. Die beiden sind noch arg klein für diese Prozedur.

Der Tierschutzverein Weilheim-Schongau weist auf seiner Homepage darauf hin, dass durchaus nicht jeder gefundene Igel hilfsbedürftig ist. Nur kleine, schwache oder kranke Igel brauchen Hilfe. Sie sollten aber in jedem Fall artgerecht und möglichst im Freien oder einem gut belüfteten Raum mit ausreichend Auslaufmöglichkeit gehalten werden. Erreichen sie das erforderliche Gewicht vor Wintereinbruch, können sie auch wieder ausgesetzt werden.

Die Igelkinder bei Waltraud Guttek können den Winter über im Gewächshaus bleiben und im Frühjahr wieder in die freie Natur. Sofern sie den Winter überleben. Was nicht immer gelingt, wie Guttek im Gespräch mit Igel-erfahrenen Menschen herausgehört hat.

Tipps

zur Igel-Überwinterung gibt es beim Bund Naturschutz (www.bund-naturschutz.de), beim LBV (www.lbv.de), bei der Igelstation Weilheim (www.igelstation-weilheim.de), beim Tierschutzverein (www.tierheim-schongau. de), unter www.igel-in-bayern.br.de oder beim Tierarzt.

Ursula Fröhlich

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