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Kapitaler Fang im Fjord: Der leidenschaftliche Angler Günther Schachner verbringt regelmäßig drei Monate im Sommer in Norwegen. 
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Protest mit Megaphon: Günther Schachner (re., daneben Peitings Bürgermeister Michael Asam) 2010 bei einer Demo in Hamburg für „Zarges“.

Was macht eigentlich... Günther Schachner?

Mehr Zeit für die große Liebe Norwegen

Der frühere IG Metall-Chef verbringt  jeden Sommer drei Monate in Norwegen.  Auch sonst ist Günther Schachner  viel unterwegs.

PeitingGünther Schachner ist gerade nach Hause gekommen, er war als Flüchtlingshelfer beim Möbelschleppen, hat eine gebrauchte Einbauküche, ein Doppelbett und diverse Schränke im Möbellager für Peitinger Flüchtlinge eingelagert. Mit seiner Frau Gilberte Lebien-Schachner ist der frühere IG-Metall-Chef in der Peitinger Flüchtlingshilfe engagiert – wenn er zu Hause ist. Denn der 65-Jährige, seit fünf Jahren im Ruhestand, ist viel unterwegs.

Gerade erst war er für vier Wochen in Griechenland unterwegs, am Ionischen Meer hat er ein Segelboot. Die drei Monate im Sommer verbringt seit seinem Ruhestand jedes Jahr in seinem Wohnwagen mit überdachter Terrasse im Crossfjord bei Viketal, zwischen Bergen und Stavanger gelegen. „Blauer Himmel, weiße Wolken, schneebedeckte Gipfel, Möwen und Schweinswale, die um mein Boot herumschwimmen“, so beschreibt Schachner die Szenerie, die er jetzt nicht mehr nur für drei Wochen, wie während seines Arbeitslebens, genießen kann.

Schachner war 30 Jahre 1. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle in Weilheim und damit zuständig für über 7000 Metaller in vier Landkreisen sowie Mitglied im Bundesvorstand, ein Termin jagte den anderen. Das ist längst vorbei. Schon mit 55 Jahren hat sich Schachner entschieden, mit 60 in die Ruhephase der Altersteilzeit einzutreten. In wenigen Wochen, mit fast 66 Jahren, hätte der gelernte Metallschlosser offiziell in Ruhestand gehen können. Den Rentenabschlag von über zehn Prozent nahm er gern in Kauf für den Zugewinn an Lebensqualität.

In Norwegen ist die Familie Schachner überwiegend Selbstversorger, die Miete für den Stellplatz ist in dem Hochpreisland vergleichsweise günstig, wie er erzählt. Dabei kommt es ihm natürlich zugute, dass er ein leidenschaftlicher Angler ist. „Ich habe schon 32 verschiedene Fischarten aus dem Meer gezogen, man weiß nie, was dranhängt“, so Schachner.

Den Winter über ist er in Peiting – ginge auch gar nicht anders. Denn Schachner ist in der dritten Mannschaft der Peitinger Tischtennisspieler aktiv, die können jeden Mann gebrauchen. Aktiv ist Schachner nach wie vor auch bei den Linken, die SPD hat er vor 15 Jahren nach 33 Jahren Mitgliedschaft aus Enttäuschung verlassen.

Als Ruheständler liest er mehrere Zeitungen täglich und informiert sich im Internet. Als Beirat der AOK, der er noch immer ist, muss er sich in der Sozialgesetzgebung auskennen. Denn in dem Gremium entscheidet er über Widersprüche von AOK-Versicherten bei medizinischen Leistungen.

In die Arbeit seiner Nachfolgerin bei der IG Metall, Daniela Fischer, mischt er sich „selbstverständlich“ nicht ein. Die Gewerkschaft beschäftigt ihn dennoch – nachts nämlich. Er wache oft schweißgebadet, geplagt von Albträumen, auf. Die Träume sind oft ähnlich, sie handeln von seinem früheren Leben, von den schwierigen Verhandlungen mit Arbeitgebern, denen von „Zarges“ oder „Moralt“ beispielsweise, wie er erzählt. Aber davon kann er sich in der Abgeschiedenheit Norwegens ja bestens erholen. 

Johannes Thoma

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