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Heilerziehungspflegeschule: Die Leiterin geht – und bleibt doch

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Von: Christoph Peters

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Der neue Schulleiter Joachim Simon und seine Vorgängerin Jutta Pyka bilden trotz des Wechsels auch in Zukunft ein Team, denn die 62-Jährige unterrichtet weiter. © Peters

Seit 1996 besteht die Heilerziehungspflegeschule in Herzogsägmühle. Ebenso lange ist der Name Jutta Pyka mit ihr verknüpft. Jetzt hat die Schulleiterin den Staffelstab an ihren Nachfolger Joachim Simon weitergegeben. Ein endgültiger Abschied ist es aber noch nicht.

Herzogsägmühle – Die Martinskirche in Herzogsägmühle füllte sich schnell. Viele langjährige Wegbegleiter waren der Einladung gefolgt, um beim offiziellen Abschied Jutta Pykas als Schulleiterin der Liselotte-von-Lepel-Gnitz-Schule dabei zu sein. Ein Zeichen, das die Verbundenheit mit der 62-Jährigen zeigte, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Einrichtung in Herzogsägmühle maßgeblich geprägt hat.

Als Jutta Pyka damals beruflich von Hof ins Diakoniedorf wechselte, gab es vor Ort noch keine Fachschule. Angehende Heilerziehungspfleger fuhren für die theoretische Ausbildung nach Auhof bei Hilpoltstein. Dort hatte die studierte Psychologin als Dozentin gearbeitet. Als in Herzogsägmühle jemand für den Aufbau einer eigenen Fachschule gesucht wurde, fiel die Wahl auf sie. 1996 erfolgte der Startschuss, drei Jahre später beendete der erste Oberkurs seine Ausbildung. Viele weitere sollten in den nächsten Jahren folgen.

Die Schulentwicklung habe ihr immer sehr am Herzen gelegen, betonte Wilfried Knorr, Direktor der Herzogsägmühle. Unter Pyka, übrigens die erste Direktorin in Herzogsägmühle, sei die Fachschule nicht nur durch den Neubau eines zweiten Gebäudes gewachsen, sondern auch als werteorientierte Schule zertifiziert worden.

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Für ihren Einsatz in der Diakonie der Kirche bekam Jutta Pyka von Direktor Wilfried Knorr das Kronenkreuz in Gold verliehen. © Peters

„Werteorientiert“, das sei stets eine ihrer Maxime gewesen, sagte Knorr, der auch ihre humorvolle und achtsame Art hervorhob. „Die bekannte Weisheit, man sehe nur mit dem Herzen gut, diese Fähigkeit hat Jutta sich zu eigen gemacht.“ Sie habe Schülern immer den zweiten Blick geschenkt, habe „mit Leidenschaft“ für die Schule gearbeitet.

Dass seine Vorgängerin große Fußstapfen hinterlässt, ist sich Joachim Simon bewusst. „Aber ich freue mich natürlich auf meine neue Aufgabe“, sagte der 43-jährige Landsberger, der am 1. September offiziell die Leitung übernommen hat. Groß eingewöhnen musste er sich nicht. Bereits seit 2011 arbeitet Simon als Lehrer an der Einrichtung.

Zu seinem jetzigen Beruf war der Pfarrerssohn erst über Umwege gekommen. Nach einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung habe er während seines Zivildiensts festgestellt, dass ihm der soziale Bereich mehr liege, so Simon. Bei der Landsberger Lebenshilfe sattelte er um auf die Heilerziehungspflege, was ihn 1998 zu Jutta Pyka an die Herzogsägmühler Fachschule führte – damals freilich noch als Schüler. Anschließend studierte Joachim Simon Heilpädagogik.

Siegfried Rodehau von der evangelischen Schulstiftung in Bayern verglich den Wechsel auf der Schulleiterposition mit der Stabübergabe bei einem Staffellauf. Dieser sei ein heikler Moment, der gute Koordination, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und auch den Willen, loszulassen, erfordere. Vor allem letzteres sei keine Selbstverständlichkeit, in Pykas Fall aber voll erfüllt.

Die Verantwortung für die Schule hat die 62-Jährige übergeben, erhalten bleibt sie der Einrichtung jedoch noch eine Weile. Sie will weiter unterrichten, vielleicht noch zwei, drei Jahre. „Die Arbeit mit den Schülern macht mir immer noch sehr viel Spaß.“

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