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Mehrere dieser Schilder haben Unbekannte am Moosweg aufgehängt, um gegen die geplanten Fällungen zu protestieren.

Wegen geplanter Fällaktion

„Baummörder“-Protest am Peitinger Moosweg

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Eine geplante Fällaktion der Marktgemeinde Peiting am Moosweg sorgt für Aufregung. Der Bauhofchef verweist auf die Verkehrssicherungspflicht. Auf Plakaten wird Bürgermeister Michael Asam als Baum- und Bienenmörder beschimpft.

Peiting – „Es ist der helle Wahnsinn“: Peitings Bauhofchef Tim Osterhaus kann immer noch nicht fassen, welche große Welle seine Stippvisite am Moosweg ausgelöst hat. Denn eigentlich war es ein Routineeinsatz, wie er für ihn und seine Mitarbeiter während der Wintermonate immer mal wieder vorkommt. Im Bauhof sei noch ein Hinweis offen gewesen, dass die dort wachsenden Bäume einer genaueren Begutachtung bedürften, sagt Osterhaus auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Tatsächlich fand der Bauhofchef vor Ort Handlungsbedarf vor, markierte mit einer Sprühdose farbig die entsprechenden Stämme. Das Echo im sozialen Netzwerk Facebook folgte prompt. Weshalb die Bäume weichen müssten, fragten sich mehrere empörte Nutzer. Auch der einzige Anlieger des Wegs meldete sich zu Wort und kritisierte die Informationspolitik der Gemeinde.

Die Bäume auf der linken Seite des Mooswegs stehen auf Gemeindegrund und sollen zum Teil gefällt werden. Grund dafür ist ihr schlechter Zustand.

Osterhaus blieb die Diskussion nicht verborgen und schaltete sich online ebenfalls in die Debatte ein, um das Vorgehen zu verteidigen. Denn natürlich gebe es gute Gründe für das Zurückschneiden des Bewuchses, betont der Bauhofchef auch noch einmal gegenüber den SN. So weisen einige der größeren Bäume Risse von der Gabelung bis fast zum Stammfuß auf, teils fehle in großen Teilbereichen die Rinde. Nicht viel besser sehe es in den Kronen der Bäume aus, die fast nur noch aus Totholz bestünden, was die Gefahr herabstürzender Äste erhöhe. Sicherheit gehe in diesem Fall vor. „Wir haben als Gemeinde die Verkehrssicherungspflicht.“ Mit ein Grund für den schlechten Zustand sei das bestehende Gehölz auf der anderen Seite des Wegs, das sich auf Privatgrund befinde, erklärt der Bauhofchef. „Das wird das Wachstum immer beeinträchtigen.“

Ein weiteres Problem ist laut Osterhaus der Hauser Bach, der direkt neben dem Weg verläuft. Manche der Bäume seien in das Bachbett gewachsen, was bei Starkregen samt niederfallenden Ästen dazu führen könne, dass sich das Wasser aufstaue und über die Ufer trete.

Dass auch kleinere Bäume zur Fällung markiert sind, erklärt Osterhaus mit dem Wunsch des Anliegers nach einer besseren Sicht auf den schmalen Weg, den dieser persönlich vor Ort geäußert habe. „Dies würde ihm umständliche Rückwärtsfahrten ersparen, wenn er den Gegenverkehr früher erkennen könne.“ Zwischenzeitlich habe man sich verständigt, die Situation in der kommenden Woche noch einmal gemeinsam vor Ort anzuschauen. Dann soll sich entscheiden, welcher Ahorn vielleicht doch noch eine Zukunft hat.

Bürgermeister ist sauer

Ob auch Bürgermeister Michael Asam bei diesem Gespräch dabei sein wird, ist noch offen. Der Rathauschef ist auf das Thema alles andere als gut zu sprechen. Schuld daran sind mehrere Schilder, die seit einigen Tagen an den Bäumen prangen und deren Aufschrift es in sich hat. „Baummörder und Bienenmörder der Gemeinde Peiting Chef Michael Asam“, steht auf ihnen zu lesen. „Ich finde das unverschämt, in einem solchen Zusammenhang einen Menschen als Mörder zu bezeichnen“, sagt Asam empört. Bevor man solche Beleidigungen aufhänge, wäre es besser gewesen, sich erst einmal nach dem Grund zu erkundigen. Anzeige erstatten will der Bürgermeister mangels Erfolgsaussicht gegen den oder die unbekannten Täter nicht. „Als Person des öffentlichen Lebens muss man sowas leider ertragen.“ Immerhin: Online waren sich die Kommentatoren einig: Solche Aktionen brauche es nicht. „Miteinander reden hilft mehr als andere Menschen zu diffamieren!“

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