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Nicht mehr fürNutzung zugelassen Auf dieser Wiese soll der Neubau entstehen. Im Hintergrund ist das bestehende Förderzentrum zu sehen. Rechts (nicht auf dem Bild) befindet sich das „Casa Verde“.

Wegen gestiegener Anforderungen

Förderzentrum: Neubau nach nur 20 Jahren

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Das Förderzentrum für Erwachsene in Herzogsägmühle, in dem Menschen mit schweren oder mehrfachen Behinderungen leben, wird neu gebaut. Dabei ist die Einrichtung erst 20 Jahre alt. Grund sind neue gesetzliche Anforderungen.

Herzogsägmühle – Mit Bauen kennt man sich in Herzogsägmühle aus. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Projekte im Diakoniedorf verwirklicht. Zuletzt bezogen im Frühjahr die ersten Bewohner das interkulturelle Haus „Casa Verde“. Die dürften schon bald Aussicht auf eine weitere Baustelle in unmittelbarer Nachbarschaft haben. Denn neben dem Gebäude, das 21 Wohneinheiten für Geflüchtete, Menschen mit Behinderung und Auszubildende unter einem Dach bietet, sollen schon bald wieder die Bagger rollen. Das Diakoniedorf plant auf dem Grundstück den Neubau des Förderzentrums für Erwachsene, in dem Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen leben und betreut werden.

Seltsam, mag sich jetzt manch einer fragen, der die bisherige Einrichtung kennt. Die ist nämlich erst 20 Jahre alt und befindet sich direkt neben der Fläche, auf der der Neubau entstehen soll. Das Problem: Seit der Einweihung vor zwei Jahrzehnten haben sich die gesetzlichen Anforderungen geändert, erklärt Ruth Connolly, die den Fachbereich Wohnen für Menschen mit Behinderung im Diakoniedorf leitet.

Das sogenannte Pflege- und Wohnqualitätsgesetz schreibe mittlerweile größere Zimmer für die Bewohner vor. Außerdem müssten alle Unterkünfte über eigene Sanitärräume verfügen. Dies sei am bisherigen Standort nicht überall der Fall, so Connolly. Im vergangenen Dezember bekam das Diakoniedorf schriftlich per Bescheid mitgeteilt, dass das Gebäude nicht mehr den Anforderungen entspreche und damit künftig nicht mehr für die jetzige Form der Nutzung zugelassen sei. Noch gilt eine Übergangsfrist, doch bis zum Ende des Bestandschutzes braucht es eine Lösung – und die heißt Neubau.

Vor kurzem habe man das fachliche Konzept der Regierung von Oberbayern vorgelegt, sagt Connolly. „Das ist die erste Stufe.“ Derzeit sei das Architekturbüro „Plan 3 Architekten“ aus Schongau damit beschäftigt, die Pläne zu zeichnen. Sie sollen Mitte September der Regierung vorgelegt werden.

Deren Zustimmung ist entscheidend, schließlich handelt es sich bei dem Projekt um eine geförderte Maßnahme. Die genauen Kosten liegen laut der Fachbereichsleiterin derzeit noch nicht vor. Neue Plätze sollen im Übrigen nicht geschaffen werden, sondern die bestehenden 24 eins zu eins ersetzt werden.

Sollte die Regierung von Oberbayern grünes Licht geben, könnten die Bauarbeiten schon im nächsten Jahr starten. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Peitinger Gemeinderat einstimmig die Aufstellung des nötigen Bebauungsplans beschlossen.

Geht alles glatt, können die Bewohner schon im Jahr 2020 in ihre neuen Räumlichkeiten umziehen. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren“, sagt Connolly dazu. Was mit dem dann frei werdenden Altbau geschieht, steht aktuell noch nicht fest. „Da wird sich noch eine Nutzung finden. Abgerissen wird er jedenfalls nicht.“

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