Trotz geringer Nachfrage

Weichen für offene Ganztagsschule gestellt

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Trotz geringer Nachfrage wird es ab dem kommenden Schuljahr offene Ganztagsangebote auch an den Peitinger Grundschulen geben. Der AWO-Ortsverein, der 20 Jahre lang die Mittagsbetreuung an der Mittelschule übernommen hat, ist aber raus.

Peiting– Auch wenn die Rückmeldungen eher „mau“ waren, wie es Hauptamtsleiter Stefan Kort nannte, hat sich der Peitinger Marktrat für offene Ganztagsangebote ausgesprochen. Um den Bedarf zu ermitteln, wurden – wie berichtet – Eltern angeschrieben. 980 Fragebögen sind an die Bürger rausgegangen. Nur 38 Prozent der angeschriebenen haben geantwortet, das sind 368 Stück. 77 Prozent davon meldeten, die Mittagsbetreuung nicht zu benötigen, lediglich 22 Prozent haben Bedarf gemeldet. „Das ist nicht sehr viel“, räumte Kort ein. Allerdings: „Die, die es brauchen, brauchen es wirklich.“

Zur Debatte steht zum einen die Betreuung bis 16 Uhr. An mindestens vier Tagen schließt sie an den Unterricht an. Sportliche Aktivitäten, Hausaufgabebetreuung und Fördermaßnahmen stehen auf dem Programm. Die Mittagsverpflegung übernimmt die Schule. Die Mindestbuchzeit beträgt zwei Nachmittage pro Woche, eine Anmeldung für bis zu fünf Tage wäre möglich. Außer dem Essen und eventueller Zusatzangebote, ist das Angebot grundsätzlich kostenfrei.

Eine weitere Option ist dieKurzgruppe bis 14 Uhr. Die Konditionen hierfür sind dieselben wie oben genannt. Des Weiteren gäbe es noch ein Kombimodell, das die Verwaltung aber nicht favorisiert.

Bislang hat der AWO-Ortsverein an beiden Grundschulen eine verlängerte Mittagsbetreuung zur Verfügung gestellt. Genauer gesagt 20 Jahre lang. „Dieses sehr kostengünstige Angebot erfreute sich sehr großer Beliebtheit und Akzeptanz“, lobte der Hauptamtsleiter. „Leider hat der Ortsverein beschlossen, die Leistung ab dem Schuljahr 2017/28 nicht mehr fortzusetzen.“ Gründe sind steigende Schülerzahlen, aber auch Probleme mit der Finanzierung, da einige Eltern den Beitrag verspätet oder gar nicht erbracht hätten. Die AWO musste immer wieder Geld zuschustern.

Auch Hortangebote

Darüber hinaus gibt es Hortangebote der Kinderhilfe Oberland für Schüler bis zwölf Jahren (täglich bis 17.30 Uhr und teilweise auch in den Ferien), und auch die Kindertagesstätte St. Michael betreut bis 16.30 Uhr den Nachwuchs im Grundschulalter. „Diese beiden Optionen werden durch das neue Angebot aber nicht verdrängt oder ersetzt“, stellte Kort klar.

Was die Betreuung an den Schulen angeht, sei es aber sinnvoller, für alle drei Einrichtungen – also Alfons-Peter und Lentner-Grundschule sowie Mittelschule – einen Kooperationspartner zu finden. So seien beispielsweise Synergien im Personaleinsatz von Vorteil. „Wir danken der AWO aber ganz besonders für die tolle Leistung in den vergangenen beiden Jahrzehnten. Sie hat seinerzeit eine Lücke geschlossen“, ergänzte Christian Lory (SPD).

Obwohl momentan wenige Eltern das Angebot wollen, „kommen wir nicht drum herum, die offene Ganztagsschule im kommenden Schuljahr anzubieten“, sagte Bürgermeister Michael Asam. Die Bayerische Staatsregierung hat sich eben diese Betreuung auch an Grundschulen zum Ziel gemacht. Ob letztlich genügend Schüler die Betreuung in Peiting in Anspruch nehmen, steht noch in den Sternen. Nun sind also die Eltern am Zug. Sie werden von den Schulleitungen gebeten, ihre Kinder anzumelden.

Die Weichen von Seiten des Marktrats sind jedenfalls gestellt. Das Gremium, hat entschieden, beide erläuterten Angebote für das kommende Schuljahr zu entwickeln und einen geeigneten Partner zu finden.

Rubriklistenbild: © dpa

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