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Sie wünschen sich eine neue Wohnung: Mario mit Wasil (links und Angel (rechts) und Maria mit Mia Nalbanski. 

Familie Nalbanksi aus Peiting

Weihnachtswunsch: Neue Wohnung

Peiting – Eine neue Wohnung ist der größte Weihnachtswunsch von Maria und Mario Nalbanski aus Peiting. Seit zwei Jahren suchen die beiden ein neues, komfortableres Zuhause für sich und ihre drei Kinder.

Das rund 100 Jahre alte Haus hat seine besten Zeiten schon hinter sich. Tritt man durch die Haustüre, kommt man in ein enges Treppenhaus. Dort hat Maria Nalbanski den Kinderwagen für ihre einjährige Tochter geparkt.

Über eine sehr schmale, abgetretene Holztreppe geht es in den ersten Stock. An den Wänden liegen offen und wirr durcheinander Stromkabel, der Putz blättert, teilweise sind die rohen Ziegel zu sehen. Tritt man durch die Wohnungstüre, ist es hell und freundlich. Hier haben sich Maria (36) und Mario (34) Nalbanski gemütlich eingerichtet.

Seit dem ersten November 2014 lebt das bulgarische Ehepaar in der Region. Zuerst bei einer Freundin Marias in Schongau, später in der Wohnung in Peiting. „Es gefällt uns gut hier. Das ist ein schöner kleiner Ort, die Menschen sind freundlich und unsere Kinder hier glücklich“, sagt Mario Nalbanski.

In Bulgarien haben die beiden in der Hauptstadt Sofia gelebt. Kein guter Ort, um Kinder groß zu ziehen, findet Mario Nalbanski. „In einer Großstadt ist kein gutes Leben möglich. Zu viele Menschen, zu viel Verkehr, viel Stress“, meint er. Deshalb beschloss das junge Paar, als die Zwillinge Wasil und Angel (viereinhalb Jahre) geboren waren, ihr Glück in Deutschland zu suchen. Auch um den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Hier hatten schon Marias Schwestern, die in Würzburg und Augsburg leben, eine neue Heimat gefunden. Vor rund einem Jahr machte Töchterchen Mia das Kinderglück perfekt. Das ist auch der Grund, warum die beiden eine neue Wohnung suchen. Drei Zimmer sollte sie mindestens haben und etwa 80 Quadratmeter. Und eine vernünftige Heizung.

Im Treppenhaus sieht es aus wie auf einer Baustelle.

Die jetzige Wohnung ist nämlich nur über Holzöfen beheizbar. Lediglich in der Küche steht ein alter Holz-Herd. Im Wohnzimmer, das die Familie als Kinderzimmer nutzt, gibt es einen kleinen Holzofen. Das kleine Schlafzimmer, der Flur und das Bad sind nicht beheizbar, was im Winter und mit kleinen Kindern ein echter Nachteil ist. Noch dazu, weil das Haus weder einen Keller hat, noch Platz vorhanden ist, um einen Holzvorrat zu lagern.

„Das Holz kaufen wir dreimal die Woche im Supermarkt“, erzählt Maria Nalbanski, die in Sofia als Journalistin bei einer großen Nachrichtenagentur gearbeitet hat. Das ist vor allem auch deshalb problematisch, weil Mario Nalbanski, der als Elektro-Helfer bei einer Firma in Huglfing arbeitet, das kleine Familienauto für die Fahrten zur Arbeit benötigt.

„Unser größter Wunsch ist eine bessere Wohnung“, sagt Maria Nalbanski. Bislang haben die beiden ohne Erfolg gesucht. Vielleicht auch, weil sie zwar für die kurze Zeit, die sie in Peiting leben, schon relativ gut deutsch sprechen, aber doch als Ausländer zu erkennen sind. Es gab nur Absagen oder gar keine Rückmeldung.

Sozialwohnungen sind in Peiting derzeit auch nicht zu bekommen, erfuhren sie auf der Gemeinde. In ihrer Verzweiflung haben sie sich jetzt an die Schongauer Nachrichten gewandt. Wer eine Wohnung weiß oder eine zu vermieten hat, möge sich bitte melden. Am besten per E-Mail unter lokales@schongauer-nachrichten.de oder telefonisch unter 08861/92-122.

Ursula Fröhlich

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