Kurzfristige Absage: Bundesliga-Spiel am Sonntag kann nicht stattfinden

Kurzfristige Absage: Bundesliga-Spiel am Sonntag kann nicht stattfinden
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Erfolgreiche Kickerinnen: Tamara Mayr (im grünen Trikot) mit der Mannschaft des TSV Peiting.

Fußballerinnen im Landkreis Weilheim-Schongau

„Frauen stecken im Fußball mehr weg“

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Fußball ist Männersache?Dass Frauen kicken können, zeigt aktuell die deutsche Nationalmannschaft in Frankreich. Auch im Landkreis gibt es leidenschaftliche Fußballerinnen. 

Landkreis – Public Viewing, Autokorsos und jubelnde Fußball-Stars auf sämtlichen Titelseiten: wohl kein sportliches Großereignis wird so zelebriert wie die Fußballweltmeisterschaft. Weniger laut und weniger beachtet findet derzeit die Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich statt. Obwohl sich die deutsche Nationalelf am Samstag ins Viertelfinale kickte, waren die Reaktionen nicht mit einem Erfolg der Herren zu vergleichen: keine hupenden Autoschlangen, keine Deutschlandfahnen, die stolz aus den Fenstern gehängt wurden.

Tamara Mayr, Torhüterin bei den Frauen des TSV Peiting, findet das schade. „Viele Männer halten nicht viel von Frauenfußball“, sagt die 26-Jährige, „dabei spielen wir genauso gut.“ Die Schongauerin ist seit 17 Jahren leidenschaftliche Fußballerin: anfangs im Sturm, dann im Tor. 2008 wechselte sie vom Fußball-Nachwuchs zu den Erwachsenen. Kürzlich wurde sie von ihrem Team für 150 Einsätze geehrt (wir berichteten). „Früher habe ich oft gehört, dass Fußball Männersache ist – gerade von männlichen Mitschülern“, sagt sie.

Wenige Zuschauer beim Frauenfußball

Nicht nur bei der Übertragung der Weltmeisterschaft fallen ihr die wenigen Zuschauer auf. „Wenn wir spielen, kommen manchmal nur zehn bis zwanzig Leute“, erklärt sie. Anders sei das, wenn vorher ein Spiel der Herren auf dem Platz stattfinden würde. „Dann bleiben viele Zuschauer da und schauen auch bei uns zu – das sind dann oft 200 Leute. Es macht schon mehr Spaß zu spielen, wenn viele Zuschauer jubeln und klatschen.“

Anna Hock Flügelspielerin beim SC Huglfing

Anna Hock aus Murnau spielt bei den Damen des SC Huglfing auf dem linken Flügel. In der vergangenen Saison stieg ihre Mannschaft in die Kreisliga auf. Auch sie kennt die Vorurteile. „Frauenfußball ist eine relativ neue Sportart. In der Bundesliga spielen Frauen, glaube ich, erst seit Ende der 1980er Jahre“, sagt die 30-Jährige. Sie würde sich wünschen, dass die Berichterstattung prominenter platziert werden würde.: „Die Haltung, dass es ,nur’ Frauenfußball ist, muss sich ändern.“

Vorbehalte gegen Kickerinnen werden weniger

Trotzdem stellt sie fest, dass die Vorbehalte gegenüber Kickerinnen weniger werden. „Als ich mit 16 Jahren in der Hobbyliga gespielt habe, kamen öfter blöde Kommentare wie ,Trikottausch’ oder ,Mannsweiber’. Das hat sich zumindest in meinem Umfeld gewandelt. Dass wir aufgestiegen sind, merkt man jetzt auch an den Zuschauerzahlen “, so Hock.

Nennt sie als Hobby „Fußball“, kommen häufig Nachfragen. „Ich finde das nicht nervig, sondern sehe es als Zeichen von Interesse“, sagt sie. Ihrer Meinung nach hätten Frauen den Männern sogar etwas voraus: „Wir können vielleicht technisch nicht ganz mithalten – aber Frauen stecken im Fußball mehr weg. Männliche Spieler machen viel mehr Show.“

Über den Bruder zum Fußball gekommen

Ebenfalls bei den Huglfinger Damen spielt Sabine Weber. Die 29-jährige Eberfingerin steht im Tor. „Ich mag es, dass man die Spiele in dieser Position aktiv entscheiden kann: Man kann ein Spiel retten, aber auch total vermasseln“, sagt sie. Zum Fußball kam sie mit 13 Jahren. „Mein Bruder hat mich zum Hobby-Kick mitgenommen. Frauenfußball war damals noch nicht so verbreitet. Ich habe von den Spielern dort viel gelernt“, sagt sie.

Sabine Weber Torhüterin beim SC Huglfing

Obwohl sie mit der Frauen-Nationalelf mitfiebert, hat sie nicht alle Spiele gesehen. „Dadurch, dass es nicht der komplette Freundeskreis zuschaut, ist es eine andere Stimmung“, sagt sie. Die Spielweise unterscheidet sich ihrer Ansicht nach schon von der der Herren: „Frauen spielen vorsichtiger. Extreme Fouls gibt es selten.“

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