Ab dem heutigen Dienstag kann im Peitinger Wellenfreibad wieder gebadet werden.
+
Ab dem heutigen Dienstag kann im Peitinger Wellenfreibad wieder gebadet werden.

Vier Wochen war geschlossen

Wellenfreibad in Peiting öffnet nach Sanierung wieder - doch die nächste Baustelle ist bereits in Sicht

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
    schließen

Pünktlich zur Rückkehr des sommerlichen Wetters gibt es gute Nachrichten aus dem Peitinger Wellenfreibad: Am heutigen Dienstag öffnet die beliebte Einrichtung nach erfolgter Fliesensanierung erstmals seit gut einem Monat wieder ihre Pforten. Die nächste große Baustelle ist allerdings bereits in Sicht.

Peiting – Es war ein bitterer Moment für Peter Ostenrieder, als der Peitinger Bürgermeister Mitte Juni von einem auf den anderen Tag das Wellenfreibad schließen musste. Reihenweise hatten sich Kinder an scharfkantigen Fliesen im Nichtschwimmerbereich des Beckens die Zehen aufgeschnitten. Eigentlich wollte die Gemeinde das Bad bis zur Sanierung offen lassen, doch weil dem Rathauschef mit Anzeigen wegen Körperverletzung gedroht wurde, blieb Ostenrieder nichts anderes übrig, als vorzeitig die Reißleine zu ziehen.

Gut ein Monat ist seitdem vergangen, Zeit, die man bei der Gemeinde genutzt hat, um das Problem zu beseitigen. Die Bereiche, in denen die scharfkantigen Fliesen für blutende Zehen gesorgt hatten, sind neu verfugt worden. Am vergangenen Mittwoch nahm ein hinzugezogener Gutachter die Arbeit des Bauhofs unter die Lupe und gab grünes Licht. „Es gab nichts zu beanstanden“, freut sich Ostenrieder. Das heiße freilich nicht, dass in Zukunft jegliche Verletzungen gänzlich ausgeschlossen seien. „Es ist nunmal ein gefliestes Bad“, betont Ostenrieder.

Gemeinde kommt Saisonkarteninhabern entgegen

Nach der Freigabe durch den Experten durfte das eingebrachte Fugenmaterial noch zwei Tage trocknen, ehe am Samstag mit der Reinigung des Beckens begonnen wurde. Am Sonntag hieß es schließlich Wasser marsch, seit Montag läuft auch die Heizung, um das kühle Nass auf Temperatur zu bringen. Der pünktlichen Wiedereröffnung am heutigen Dienstag um 8 Uhr stand damit gestern nichts mehr im Wege. Wie angekündigt, kommt die Gemeinde Saisonkarteninhabern wegen der vierwöchigen Schließung entgegen. Sie können bis Ende Juli ihre Karte gegen Erstattung des vollen Preises zurückgeben. Wer sie behält, bekommt für die nächste Saison zehn Prozent Rabatt.

Während die Badesaison im Peitinger Wellenfreibad damit fürs erste gerettet ist, richtet sich der Blick des Bürgermeisters bereits auf das nächste Jahr. Denn schon am kommenden Dienstag wird sich der Gemeinderat mit der nächsten Baustelle im Freibad befassen müssen. Auch hier drängt die Zeit.

Nächste Baustelle wirft ihre Schatten voraus

Dabei geht es um die Heizungsanlage des Bads. Um die Becken zu erwärmen, kommt bislang eine Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz. Sie zieht ihre Energie aus der nahen Peitnach. Das Problem: Für den Betrieb bedarf es einer wasserrechtlichen Genehmigung, die laut Ostenrieder alle 20 Jahre erneuert werden muss. Weil diese Frist Ende 2020 ausgelaufen wäre, sei man ein Jahr zuvor auf das Landratsamt zugegangen, um eine Verlängerung zu beantragen. Doch im Winter dann die böse Überraschung: Statt der Genehmigung flatterte ein ablehnender Bescheid auf den Tisch des Bürgermeisters. Das Amt begründete sein Veto laut Ostenrieder mit verschärften Vorschriften. Für eine Nutzung wie bisher führe die Peitnach zu wenig Wasser im Sommer, bemängelte die Behörde. Weil eine schnelle Lösung des Problems nicht möglich gewesen sei, sei der Betrieb der Anlage noch für einen Sommer gestattet worden, so der Bürgermeister.

Fürs nächste Jahr braucht es nun aber dringend eine Alternative, soll die Freibadsaison nicht buchstäblich ins Wasser fallen. Die ist bereits gefunden: Statt der bisherigen Anlage soll nach dem Willen der Verwaltung künftig eine Luft-Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Günstig wird der Umbau nicht. Rund 250 000 Euro müsse man dafür rechnen, sagt Ostenrieder, der hofft, dass der Gemeinderat am kommenden Dienstag trotz der hohen Kosten sein Okay gibt. Es dürfte eine spannende Sitzung werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare