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Die Badleiter Thomas Bognar und Robert Zwick (v.l.) vor den leeren Becken. Links zu sehen die Wellenanlage, vor der noch die Gitterabdeckung fehlt.

Wellenfreibad Peiting

Voller Einsatz für baldigen Badespaß

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Die ersten Tage mit hochsommerlichen Temperaturen lassen auch in Peiting die Vorfreude auf die Badesaison steigen. Damit diese pünktlich am 12. Mai starten kann, wird im Wellenfreibad derzeit mit vereinten Kräften unter Hochdruck gearbeitet. Ein Ortsbesuch.

Peiting – „Natürlich waren schon die ersten da und haben ungeduldig gefragt, warum wir noch nicht aufgemacht haben“, sagt Bernhard Ditschek, der sich seit 20 Jahren bei der Marktgemeinde um den Unterhalt des Freibads kümmert. „Das ist immer so, wenn schon im April die ersten schönen Tage da sind.“ Doch mit einfach aufsperren ist es eben nicht getan, muss er dann den enttäuschten Fragestellern erklären. Denn bis das Wellenfreibad nach dem Winter das erste Mal für die Badegäste öffnen kann, sind umfangreiche Vorbereitungen nötig.

Wie umfangreich, zeigt sich bei einem Ortsbesuch. Hinter Ditschek und Thomas Bognar, einer der beiden Badleiter, geht es als erstes direkt neben der Liegewiese zwei Stockwerke über eine Eisentreppe hinab ins Allerheiligste des Bads. Hinter einer großen Tür, verborgen vor den Augen der Badegäste, liegt der Technikraum, von dem aus alle Geräte gesteuert werden. „Wir können von hier aus jede einzelne Pumpe bedienen“, erklärt Bognar und zeigt auf ein großes Steuerpult mit vielen Schaltern und Hebeln. Direkt dahinter ragen drei große graue Behälter bis unter die Decke. In ihnen befinden sich die Sandfilter, mit denen das Wasser gereinigt wird. Bevor es zurück in die Becken fließt, wird es mit Chlor versetzt, um Krankheitserregern keine Chance zu lassen. „Das wird regelmäßig unangemeldet vom Gesundheitsamt geprüft“, erklärt der Badleiter. 24 Stunden, also rund um die Uhr, ist die Anlage, die so alt ist wie das Bad selbst, in den Sommermonaten in Betrieb. Damit sie weiter zuverlässig funktioniert, wurden über den Winter Motoren und Pumpen generalüberholt.

Wo Fliesen schadhaft sind, müssen sie aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden.

Noch freilich ist es still im Technikkeller, die Pumpen stehen ebenso wie die Wärmepumpe, die im Normalfall das Wasser auf behagliche 25 Grad aufheizt. Erst muss das kühle Nass seinen Weg in die Becken finden, doch an denen wird aktuell noch fleißig gearbeitet. Dort, wo normalerweise geschwommen und geplanscht wird, ist jetzt das Revier des Fliesenlegers. „So ein Bad hat rund zwei Millionen Kanten“, verrät Ditschek. Wo diese beschädigt sind, herrscht akute Verletzungsgefahr. Mit einem Stift bewaffnet gehen Thomas Bognar und sein Kollege Robert Zwick deshalb nach der Winterpause durch die Becken und markieren alle Fliesen, die ausgetauscht werden müssen. Meist ist es der Frost, der so seine Spuren hinterlässt. Um größere Schäden zu vermeiden, wendet man auch in Peiting eine bewährte Methode an: Das Wasser wird nach dem Ende der Badesaison nicht abgelassen, sondern verbleibt in den Becken. „So ist der Großteil der Fugen vor Frostsprengung geschützt“, erklärt Bognar. 

In den großen Behältern wird das Wasser während des Badbetriebs gründlich gereinigt.

Das heißt allerdings auch: Mit dem Herrichten der Becken kann erst begonnen werden, wenn diese eisfrei sind. „Das war heuer erst Ende März der Fall“, erzählt der Badleiter. Entsprechend sportlich gestaltet sich der Zeitplan bis zur geplanten Eröffnung. „Die sechs Wochen sind wir voll beschäftigt.“ Rasenmähen, Hecke schneiden, Zaun reparieren, Pflaster erneuern, Umkleiden, Duschen und Kiosk herrichten: Überall packen die beiden Badleiter zu. „Wir sind Mädchen für alles“, lacht Bognar. Gleichzeitig müssen Fachfirmen für all jene Aufgaben beauftragt und koordiniert werden, die die beiden nicht gemeinsam mit der Hilfe des Bauhofs bewältigen können. „Das ist oft gar nicht so leicht, weil ja viele Freibäder zur gleichen Zeit aufmachen“, weiß Ditschek aus Erfahrung. „Aber wir haben es eigentlich immer hingekriegt.“ Nicht immer bleibt es bei Routineaufgaben. Im Herbst nach dem Ende der Badesaison stellte man fest, dass die Wasserleitung vom Technikraum zu den Becken undicht geworden war. Im Frühjahr musste deshalb die rund 50 Meter lange Leitung ausgetauscht werden. Mittlerweile ist alles repariert.

Geht weiterhin alles nach Plan, heißt es in gut einer Woche Wasser marsch. Zwei Tage dauert die Befüllung – für die Badleiter immer ein besonderer Moment kurz vor der Eröffnung. Nur eine Sache haben weder Bognar und Zwick noch Ditschek im Griff. „Beim Wetter sind wir machtlos.“

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